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Zur Gründung am 10. Juni 2022 (Die Schönheit des Vereinsrechts)

ARD, Tagesthemen, 10. Juni 2022, Bericht von Griet von Petersdorff: »Endlich geht es los! Journalist Deniz Yücel und Schriftstellerin Eva Menasse sind euphorisch: Weg mit den alten PEN-Deutschland-Fesseln, PEN Berlin, das soll die Zukunft sein: divers, paritätisch, modern. Heute ist Tag der Gründung. Prominente Mitglieder sind dabei: Michel Friedman, Daniel Kehlmann, Thea Dorn. (…) [Yücel:] . (…) ›Wir sind nicht hier, um auszutreten, auch nicht, um nachzutreten. Wir sind hier, um neu zu gründen an diesem wunderbaren Frühsommertag im Berliner Literaturhaus‹.« VIDEO

Deutschlandfunk Kultur, Lesart, Bericht von Stephanie von Oppen, 10. Juni 2022: »Alle, mit denen man hier spricht, erzählen einem, wie aufgeregt sie sind, mit welchem Sprit sie an diese Sache herangehen und wie begeistert sie sind und dass sie voller Hoffnung sind, dass ein guter Start wird (…) Man versucht zu betonen, dass man nicht in die Vergangenheit schaut, sondern nach vorne.« LINK und AUDIO

taz, Bericht von Dirk Knipphals, 10. Juni 2022: »Das deutsche Vereinsrecht sorgte zunächst für ein wenig Abkühlung. Eben gerade noch konnte man sich als Beobachter aufgekratzte Aufbruchsstimmung im Garten des Berliner Literaturhauses abholen, wo am Freitagvormittag die Gründungsversammlung des PEN Berlin e. V. stattfand. (…) Und dann wurde von einer Juristin erst einmal knapp eine Stunde durch die zu verabschiedende Satzung geführt (…). Was ja aber auch nur zeigt, dass diese Gründung kein spontanes Nachtreten nach den Eklats auf der inzwischen fast legendären Mitgliederversammlung von Gotha ist, sondern eine valide und sorgfältig vorbereitete Sache.« LINK

dpa, Bericht von Gerd Roth, übernommen u.a. von Süddeutsche Zeitung, 10. Juni 2022: »Bei der Wahl erhielt Menasse 143 von 143 Stimmen, Yücel erhielt 136 Stimmen bei acht Gegenstimmen. Neun Mitglieder wurden für das Board des neuen Vereins bestimmt. Der in Großbritannien inhaftierte Wikileaksgründer Julian Assange wurde umgehend Ehrenmitglied. Dies sei ihm angetragen worden, er habe es am Vormittag angenommen, hieß es. (…) Die Schriftstellerin Simone Buchholz, ebenfalls in das Board gewählt, verließ die Versammlung vorzeitig ›für die erste Amtshandlung des PEN Berlin‹. Gemeinsam mit Board-Mitglied Alexandru Bulucz holte sie den von der russischen Justiz zur Fahndung ausgeschriebenen Schriftsteller Dmitry Glukhovsky am Flughafen in Berlin ab.« LINK

3 Sat, Kulturzeit, Bericht von Miriam Böttger, 10. Juni 2022: »Selten ist ein Verein mit solcher Geschwindigkeit gegründet worden wie der PEN Berlin. Aufbruchstimmung bei den Gründungsmitgliedern. (….) [Elke Schmitter:] ›Vom Club zur NGO. Oder von Walhalla in die Zukunft. Es geht weniger darum, einen narzisstischen Gewinn daraus zu ziehen, dass man sagt: Ich bin PEN-Mitglied. Sondern es geht darum zu sagen: Was wollen wir damit?‹« VIDEO

Welt, Bericht von Marie-Luise Goldmann, 10. Juni 2022: »So ärgert sich die Kolumnistin Margarete Stokowski jetzt schon über die vielen kritischen Nachfragen, die sie erreichen. Auf Twitter erklärt sie: ›Ich hoffe alle die mir schreiben warum ich mit Thea Dorn und Fleischhauer im PEN BERLIN bin fragen auch die beiden, was sie in der Zeckenkneipe wollen. Tbh diese Diskussion geht mir komplett auf den Sack, ein Pen living up to his standards macht halt extrem wichtige Arbeit.‹ (…) Zur viel diskutierten Diversität befragt, bemerkt [Jan Fleischhauer]: ›Es ist ein Fortschritt, dass die angekündigte Diversität nicht nur Geschlecht und Herkunft umfasst, sondern auch politische Auffassung.‹« LINK [€] und PDF

Hessenschau.de, Bericht von Anna Lisa Lüft, 10. Juni 2022: »Der in Flörsheim (Main-Taunus) geborene Journalist Deniz Yücel wurde gemeinsam mit Eva Menasse, österreichische Schriftstellerin und Preisträgerin des Frankfurter Ludwig-Börne-Preises 2019, an die Spitze des Verbandes gewählt. (…) Am Dienstag hatten 232 Autorinnen und Autoren angekündigt, eine neue Schriftstellervereinigung gründen zu wollen, darunter hessische Publizisten wie Thea Dorn, Michel Friedman und Jasmin Schreiber.« LINK

Süddeutsche Zeitung, Bericht von Miryam Schellbach, 10. Juni 2022: »›Wir werden ein PEN sein, der funktioniert. Wir wollen gut miteinander umgehen‹, sagt Eva Menasse, und auch die Leipziger Schriftstellerin Ronya Othmann findet am Telefon, die Neugründung sei vor allem eine Stilfrage. Es habe im alten PEN eine nun zu korrigierende ›Kolonialherrenmentalität‹ den Stipendiaten gegenüber gegeben.« LINK [€]

WDR 5, Scala, Gespräch mit Mithu Sanyal, 10. Juni 2022: »Es ist wahnsinnig, wie freundlich miteinander gearbeitet wurde, mit welcher Energie – die ich in der Form nicht aus dem alten PEN kannte. (…) Erstmal gibt es unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man Writers in Exile helfen kann, also Menschen, die verfolgt sind aufgrund dessen, was sie schreiben. Das eine ist nicht besser und das andere ist nicht schlechter und ich glaube, beides ist notwendig. Und ich glaube: Wenn wir gegründet sind und vom Internationalen PEN akzeptiert worden sind, dann werden wir auch mit PEN Darmstadt zusammenarbeiten an bestimmten Stellen. Aber wir können schneller und effektiver das machen, was wir im Moment machen.« Link und AUDIO

Deutschlandfunk Kultur, Fazit, Bericht von Tomas Fitzel, 10. Juni 2022: »Nach dem katastrophalen Kladderadatsch im Mai in Gotha auf der Jahresversammlung des PEN-Zentrums sahen viele Autorinnen und Autoren nur in einer Neugründung einen Ausweg, so auch die Schriftstellerin Eva Menasse: ›Das ist eine Verzweiflungstat. Viele von uns haben das lange diskutiert: Was können wir tun, um diesen alten PEN zu reformieren? Aber der Reformversuch war ja genau dieser. Das Präsidium Yücel war der Reformversuch, der so spektakulär gescheitert ist.‹« LINK und AUDIO

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, Bericht von Stephanie von Oppen, 10. Juni 2022: »Die Stimmung war grandios. Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren unglaublich optimistisch, dass es jetzt zu einem Neuanfang kommt. (…) Es war eine ganz tolle, mit den Händen zu greifende Aufbruchsstimmung (…) Alle waren sich so was von demonstrativ einig, dass es schon fast unheimlich war. Allerdings gab es heute auch noch nicht die großen Themen, um die es zu kämpfen gilt.« LINK und AUDIO

Berliner Zeitung, Bericht von Cornelia Geißler,  10. Juni 2022: »Joachim Helfer aus dem ›Board‹ genannten Führungsgremium des neuen PEN sagt am Telefon, die Mission sei nicht, dem in Darmstadt ansässigen PEN-Zentrum Ärger zu machen, sondern sich abseits des Streits um die wichtigen Themen zu kümmern. Der Einsatz für verfolgte Autoren sei nun einmal der ›Kern der PEN-Arbeit‹.« LINK

NDR Kultur, Journal, Bericht von Jürgen Deppe, 10. Juni 2022: »Zu den Unterstützern des neuen PEN gehört Simone Buchholz. Die Hamburger Krimiautorin erläuterte gegenüber NDR Kultur, was die neue Vereinigung auszeichnen soll: ›Es geht um den Ansatz, dass wir ein bisschen inklusiver arbeiten, dass wir wirklich alle willkommen heißen, die auf Deutsch schreiben und/oder in Deutschland leben‹, so Buchholz.« LINK

HR 2, Gespräch von Catherine Mundt mit Jasmin Schreiber, 10. Juni 2022: »Ich sehe uns als Ergänzung. Es geht nicht darum, dem alten PEN etwas abzujagen. Es ging darum, einen neuen PEN, also eine Schriftstellervereinigung zu schaffen, die eventuell jünger und moderner ist, mit flacheren Hierarchien. Und dafür haben wir uns die Stadt Berlin gesucht, deswegen heißen wir PEN Berlin, weil wir auf den Ruf von Berlin setzen, der als frei, offen, meinungsstark gilt.« LINK und AUDIO

NDR Kultur, Journal, Gespräch von Ocke Bandixen mit Gregor Sander, 10. Juni 2022: »[Mod.] ›Wie finden Sie den Namen PEN Berlin? Einerseits ist das ein Magnet für Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus aller Welt. Andererseits könnte man auch denken: Das sind jetzt die Urbanen, die Coolen.‹ [Sander:] ›Es ist ja nicht schlimm, urban und cool zu sein, oder?‹« LINK und AUDIO

Frankfurter Allgemeine, Kommentar von Andreas Platthaus, 10. Juni 2022: »Für dieses rege Interesse an einer neuen, einer weiteren deutschen PEN-Gruppierung gibt es zwei Gründe. Der erste resultiert aus Unzufriedenheit mit dem 1924 gegründeten PEN-Zentrum Deutschland. (….) Der zweite Grund liegt in Treue zu oder Sympathie für Deniz Yücel, der seit seiner Inhaftierung in der Türkei als Symbolfigur verfolgter politischer Publizisten gilt. (…) Die Kardinalfrage für den PEN Berlin im Moment seines Entstehens musste sein, wie sich diese beiden Gründungsgründe vereinbaren lassen – so eng verwandt sie auch zu sein scheinen.« LINK 

Deutschlandfunk, Büchermarkt, Bericht von Stephanie von Oppen, 10. Juni 2022: »Ganz im Vordergrund steht in diesem Verband die verfolgten Schriftsteller und Schriftstellerinnen. (…) Hören kurz Peter Schneider, den ich dazu befragt habe: ›Ich wünsche mir, dass wir mehr Aktivisten werden und was unternehmen für die Freiheit des Wortes. Ich halte das für den wichtigsten Artikel: die Garantie der freien Meinungsäußerung. Wenn die nicht da ist, sind alle anderen Rechte auch nur halb so viel wert, weil man sich dann nicht mehr öffentlich äußern kann.‹« LINK und AUDIO

SWR 2, Kultur Aktuell, Kommentar von Ludger Fittkau, 10. Juni 2022: »›Tragisch – auch für seine Stadt!‹ So bezeichnet der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch von den Grünen die Spaltung des Deutschen PEN-Zentrums. Er sehe die heutige Neugründung des PEN Berlin mit großem Bedauern, versichert er SWR2 auf Nachfrage. Der Darmstädter OB hat Recht. (…) Denn wer will nun noch mit dem PEN Darmstadt zusammenarbeiten, wenn ab heute die Musik beim PEN Berlin spielt?.« LINK und AUDIO

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