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Zur Gründungsmitteilung vom 7. Juni 2022 (Kein PEN ist auch keine Lösung)

3Sat, Kulturzeit, Bericht von Uli Zimpelmann und Simon Broll sowie Gespräch von Cécile Schortmann mit Eva Menasse, 8. Juni 2022: »Ich glaube, dass durch diese Spannweite von Stimmen, die wir jetzt schon hinter uns vereinen, unser Auftritt ein sehr kraftvoller ist; dass wir es schon jetzt geschafft haben, einfach nur durch die Beitrittswilligen, zu zeigen, dass dieser neue PEN Berlin eine Plattform sein kann für ganz viele verschiedene Autorinnen und Autoren.« VIDEO

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, Gespräch mit Eva Menasse, 7. Juni 2022: »Stimmen und Intellektuelle aller politischen Lager, aller Weltanschauungen (…) Und damit, indem wir zusammen uns aufstellen, sind wir stark und sind wir auch öffentlich genug, um anderen helfen zu können.« LINK und AUDIO

Welt, Beitrag von Herbert Wiesner, 7. Juni 2022: »Der Name Berlins ist Programm. Von hier wurden Kolonien ausgebeutet, zwei Weltkriege und die Shoah geplant, heute steht diese Stadt für Weltoffenheit und Diversität, und nirgendwo leben so viele in ihren Sprachen schreibende Dichterinnen, Schriftsteller verschiedenster Medien, Publizierende und jene, die Texte ins Deutsche oder in andere Sprachen übersetzen. (…) Dieses große Neben- und Miteinander, (…) diese  ›Poesie der Weite‹, diese ›Versuchung der Diversität‹ (…) ist der geistige Ort unseres neuen PEN.« LINK [€] und PDF

RBB Kultur, Der Tag, Gespräch von Carolin Pirich mit Nora Bossong, 7. Juni 2022: »Ein Name ohne Länder- oder Städtenamen wäre im internationalen PEN nicht zuordenbar gewesen. Von daher ist es aus meiner Sicht der beste Name, der zur Verfügung stand und der auch eine Verwechslung ausschließt.« LINK und AUDIO 

NDR Kultur, Journal, Bericht von Jürgen Deppe, 7. Juni 2022: »Jetzt muss alles  sehr schnell gegangen sein. Es gibt eine neue Satzung. Sieht aus, als wäre man organisatorisch sehr gut aufgestellt. Und es gibt 232 Erstunterzeichner dieser Gründung – und das ist wirklich ein absolutes Who’s who.« LINK und AUDIO

taz, Bericht von Dirk Knipphals, 7. Juni 2022: »Die Liste der 232 Mit­grün­de­r*in­nen des PEN-Berlin kann sich jedenfalls sehen lassen. Es sind übrigens keineswegs nur Ber­li­ne­r*in­nen darunter. Unterschrieben haben etwa auch der Münchner Hanser-Verleger Jo Lendle, die Kölner Kiepenheuer-und-Witsch-Verlegerin Kerstin Gleba, der Frankfurter Feuilletonist Patrick Bahners, der Münchner Soziologe Armin Nassehi, die derzeit in Island lebende Autorin Berit Glanz, der Kieler Autor Feridun Zaimoglu.« LINK 

Berliner Zeitung, Bericht von Cornelia Geißler, 7. Juni 2022: »Mit dabei sind auch Schriftsteller, die schon vor Gotha aus dem PEN ausgetreten waren – ob Nora Bossong, deren Austritt nicht lange her ist, oder Katja Lange-Müller, die sich im Zuge des Streits um die Vereinigung des DDR-PEN mit dem westdeutschen PEN verabschiedete.« LINK

Neue Zürcher Zeitung, Bericht von Thomas Ribi, 7. Juni 2022: »Zu den illustren Namen, die die Gründung der neuen Sektion unterstützen, gehören Autorinnen und Autoren wie Terézia Mora, Susan Neiman, Julia Franck, Feridun Zaimoglu, Anna Katharina Hahn, Georges-Arthur Goldschmidt, Daniel Kehlmann, Jan Wagner oder Christian Kracht. Viele der Gründungsmitglieder sind Mitglieder des alten PEN, etwa Eva Menasse oder Ursula Krechel, die Ehrenpräsidentin des deutschen PEN-Zentrums.« LINK [€]

Börsenblatt, Bericht, 7. Juni 2022: »Unter den Gründer:innen sind viele bekannte Autor:innen wie Friedrich Ani, Zoe Beck, Nora Bossong, Thea Dorn, Tomer Gardi, Nina George, Daniel Kehlmann, Christian Kracht und Verleger:innen, wie Gunnar Cynybulk, Kerstin Gleba, Michael Krüger, Daniela Seel, Klaus Schöffling, Jörg Sundermeier. LINK

Zeit-Online, Beitrag von Johannes Schneider, 7. Juni 2022: »Ein bisschen ist es so, als habe man die (konservative) Liste der 500 bedeutsamsten deutschen Intellektuellen des Magazins Cicero wild mit der Speakerinnenliste einer postmarxistischen Tagung gekreuzt – und vielleicht liegt das auch daran, dass der jüngst im heftigen Streit geschiedene Ex-Präsident des PEN Deutschland und Mit-Initiator des PEN Berlin Deniz Yücel als ehemaliger taz– und heutiger Welt-Redakteur in beiden Welten bekannt ist. Dass das wiederum nicht ohne Kritik bleibt: Wer hätte das gedacht?« LINK

Bayern 2, Kulturwelt, Bericht von Knut Cordsen, 7. Juni 2022: »Was in Gotha zu beobachten war, ist als ›Riss‹ und ›Schisma‹ nur unzureichend beschrieben. Es war die totale verbale Eskalation. Trillerpfeifern waren zu hören, wüste Beleidigungen, Sticheleien, ›eine keifende und johlende Menge‹, wie es ein Mitglied des alten PEN beschreibt. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, war sich der 72-jährige Generalsekretär des PEN, Heinrich Peuckmann, nicht zu schade, die Länge seines Wikipedia-Eintrags mit der des Präsidenten Yücel zu vergleichen.« LINK und AUDIO

dpa, Bericht von Julia Kilian und Isabell Scheuplein, übernommen u.a. von der Berliner Zeitung, 7. Juni 2022: »Das deutsche PEN-Zentrum mit Sitz in Darmstadt sieht die angekündigte Neugründung als Ergänzung seiner Arbeit. ›Wir sehen das als Bereicherung der Arbeit des PEN in dem Bemühen, uns neu aufzustellen‹, sagte Generalsekretärin Claudia Guderian. Man wolle den Kontakt suchen.« LINK

WDR 3, Resonanzen, Gespräch mit Sascha Feuchert, 7. Juni 2022: »Da [im PEN-Zentrum Deutschland] sind Dinge aufgebrochen, die über Jahre im Untergrund gewirkt haben. Ich glaube deshalb, dass Gotha vielleicht der Auslöser ist dafür, dass sich ein neues PEN-Zentrum gründen in Berlin und dass einige dann austreten, übertreten. Dass es aber nur ein Symptom ist für eine Krise, die schonsehr viel länger im PEN geherrscht hat.« LINK und AUDIO

Bayern 2, Kulturwelt, Gespräch von Ingrid Grün mit Knut Cordsen, 7. Juni 2022: »Der PEN Berlin will sich diverser aufstellen (…)_; er will ein dynamischerer Verein sein als der doch arg verknöchertet wirkende bisherige PEN Deutschland, von dem jemand wie der einstige Generalsekretär, der 85-jährige Herbert Wiesner, sagt: ›Dieser PEN hat sich in Gotha endgültig selbst zerlegt.‹ Deshalb ist Herbert Wiesner jetzt gemeinsam mit seiner Frau, der vielfach preisgekrönten Schriftstellerin Ursula Krechel, hinübergewechselt in den PEN Berlin.« LINK und AUDIO

WDR 5, Scala, Bericht von Cornelia Wegerhoff, 7. Juni 2022: »Das ist ein PEN, der sich der Charta des internationalen PEN anschließen will, also im Grunde auf der gleichen Basis arbeitet. (…) Es wird aber auch ausdrücklich gesagt: ›Das ist ’ne NGO.‹ Bei dieser Jahrestagung in Gotha, wo die Fetzen flogen (…), wurde auch gesagt: ›Wir wollen keine NGO sein, die sich für verfolgte Schriftsteller stark macht.‹ Das genau wollen sie jetzt sein.« LINK und AUDIO.

Tagesspiegel, Beitrag von Gerrit Bartels, 7. Juni 2022: »Die ersten Gründungsworte des PEN Berlin lesen sich, als würde nun alles besser, unkomplizierter werden, als würde allein die Prominenz der meisten Autoren und Autorinnen für effektiveres Arbeiten stehen.« LINK

Welt, Beitrag von Marc Reichwein, 7. Juni 2022: »Damit scheint der Machtkampf, der im alten PEN eskaliert war, qua massenhaften Austritten entschieden. Es wird im alten PEN keinen Neuanfang geben. Vielmehr hat sich der relevante Teil des literarischen Lebens vom PEN Darmstadt verabschiedet. Der alte PEN dürfte nun in Kürze in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.« LINK

Frankfurter Allgemeine, Beitrag von Andreas Platthaus, 7. Juni 2022: »Die Formulierung in einer Presseerklärung, dass sich im ›neuen und diversen PEN‹ als Mitglieder ›auf Deutsch schreibende oder in Deutschland lebende Schriftsteller:innen aller literarischen und publizistischen Genres zusammenfinden‹ sollen, ist nicht nur Kampfansage ans PEN-Zentrum Deutschland, sondern auch Angebot einer möglichen Vereinigung mit dem Exil-PEN.« LINK [€]

Süddeutsche Zeitung, Beitrag von Cornelius Pollmer, 7. Juni 2022: »Der Beweis ist erst zu führen, ob der PEN II schaffen kann, woran der PEN I gescheitert ist – im Zeitalter von Unversöhnlichkeit, Anschreien und Besserwisserei einen Ort zu schaffen und zu erhalten, an dem auch sehr unterschiedliche Menschen sich zivil auseinandersetzen.« LINK [€]

MDR Kultur, Gespräch von Carsten Tesch mit Jan Kuhlbrodt, 8. Juni 2022: »[Mod.:] ›Warum ist es besser, sich zu trennen, als sich zu einigen?‹ – [Kuhlbrodt:] ›Weil die Strukturen unmittelbar mit Personen verbunden sind und die in den letzten 30, 40 Jahren so etwas wie eine verkarstete Struktur gebildet haben.‹« LINK und AUDIO

Deutschlandfunk Kultur, Lesart, Gespräch von Frank Meyer mit Marko Martin, 8. Juni 2022: »Es gab Mitte der Neunziger schon mal einen großen Clash im westdeutschen PEN-Zentrum, (…) als die Ost-PEN-Mitglieder en bloc übernommen werden sollten, in Ignoranz der Tatsache, dass der DDR-PEN eine Organisation war, die permanent gegen ihre eigenen Statuten verstoßen hat, indem sie Schriftstellern in Not nicht beigestanden hat. Autoren wie Herta Müller, Hans Christoph Buch (…) schon damals davon überzeugt, dass dieser westdeutsche PEN so erstarrt ist und sie sind dann zum Auslands-PEN gewechselt. Das sind alles klein-klein literarischen Kaninchenzüchteraffären, sondern es geht hier ums Eingemachte.« LINK und AUDIO

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, Gespräch mit Stephanie von Oppen, 8. Juni 2022: »Ich habe darauf gewartet, dass das passieren würde. Das war vollkommen klar: Wenn Deniz Yücel unter diesem Paukenschlag austritt aus dem PEN und viele andere ihn dabei unterstützen, dass die es nicht auf sich beruhen lassen werden und eine Alternativveranstaltung gründen würden. (…) Im ersten Moment habe ich gedacht: Das ist eine Protestaktion, (…) auch, um die Kränkung auszugleichen, die Deniz Yücel da erlitten hat. Aber bei genauerem Hinschauen wird mir klar: Das ist vielleicht gar nicht so schlecht.« LINK und AUDIO

SWR 2, Kultur Aktuell, Gespräch mit Eva Menasse, 8. Juni 2022: »Ich war jahrelang eine Karteileiche und bin erst jetzt aufmerksam geworden, weil ich aus der Ferne das Gefühl hatte, dass mit Deniz Yücel und seinem Präsidium ein neuer Wind geweht hat. Ich fand auch die politischen Aussendungen der letzten Zeit unter Yücel sehr ansprechend und war.« LINK und AUDIO

Bayern 2, Kulturwelt, Interview mit Eva Menasse, 8. Juni 2022: »Ich möchte gerne nach vorne schauen und sagen, dass jetzt plötzlich sehr viele junge Kolleginnen und Kollegen aufgewacht sind und gesagt haben: ›Was ist denn da los? So wollen wir das nicht mehr, lasst uns das gemeinsam anpacken.‹ (…) Aber wir haben auch ganz großartige älter Kollegen und Kolleginnen bei uns. Herbert Wiesner ist an unserer Seite, ebenso Ursula Krechel und andere. (…) Das ist, glaube ich, eher eine Jugend im Kopf, die uns jetzt vielleicht diesen Schwung verleiht, den Neuanfang zu wagen.« LINK und AUDIO

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, Gespräch mit Thea Dorn, 8. Juni 2022: »Das Ganze muss erstmal ordentlich gegründet werden und das deutsche Vereinsrecht ist nicht ohne und der internationale PEN muss diesen Neu-PEN anerkennen usw. Aber (…) das andere kam mir so dysfunktional vor, die Verkantung dieser verschiedenen Gekränkten und Beleidigten, sich mit Anwälten drohenden, dass auch ich keine Phantasie mehr hatte, wie man da rauskommt – außer zu sagen: Neuanfang versuchen und dann schnell schauen, dass man wieder produktive Arbeit machen kann.« LINK und AUDIO

Deutschlandfunk Kultur, Lakonisch Elegant, Gespräch von Christine Watty und Elena Gorgis mit Ronya Othmann und Miriam Zeh, 9. Juni 2022: »[Othmann:] ›Vereine bergen gewisse Gefahren, wenn Vereinsmeierei usw. entsteht. Aber ich hoffe, dass das bei PEN die nächste Spaltung erst in dreißig Jahren der Fall ist und dass die nächste Spaltung erst in oder vierzig Jahren kommt und wir noch ein paar coole Sachen machen können. (…) Vielleicht muss auch jede Generation von Autor:innen die Idee vom PEN neu interpretieren.‹« LINK und AUDIO

SWR 2, Kultur Aktuell, Presseschau von Philine Sauvageot, 8. Juni 2022: »Dabei wäre ein anderer wirklich prädestiniert für den neuen PEN: Ein russischer Schriftsteller, den Moskau gerade zur Fahndung ausgeschrieben hat. Dmitry Glukhovsky nennt den Krieg einen Krieg und hat kürzlich über das russische politische Systems getwittert, dass es sich aus ›diebischen Dumpfbacken‹ zusammensetze; die Befehle kämen von einem ›entrückten, heuchlerischen Greis‹. Wenn das nicht Krawall nach dem Geschmack eines Deniz Yücel ist. Ein würdiger erster Schützling für den neuen PEN.« LINK und AUDIO

Cicero, Kommentar von Ralf Hanselle, 9. Juni 2022: »Zwei PEN sind natürlich bedeutungsloser als einer. Möge mit der Gründung des PEN Berlin also endlich wieder Ruhe in der deutschen Literatenszene einkehren.« LINK [€]

nd, Kommentar von Christof Meueler, 9. Juni 2022: »PEN Berlin aber leiht sich nur den linken Gestus der alten Rebellion, weil die Frage, was ›links‹ sein könnte, für seine Unterstützer*innen nicht mehr interessant ist. Damit soll sich der alte PEN beschäftigen. Und auch mit dem ganzen Friedenskram. Das ist sehr schade. Und freut die Bundesregierung.« LINK

junge Welt, Kommentar von Peter Merg, 9. Juni 2022: »Langweilig wird es nicht mit Deniz Yücel. Das deutsche PEN-Zentrum hat die Querelen mit mir satt? Gründe ich eben meinen eigenen Laden. So etwas ähnliches muss er sich gedacht haben, ob während der Gothaer Chaostage, als er enttäuscht als Präsident hinschmiss, oder schon vorher.« LINK [€]

Junge Freiheit, Kommentar von Boris T. Kaiser, 9. Juni 2022: »Konkret gefragt: Wer darf sich nach der Gründung des ›PEN Berlin‹ zu Yücels literarischem ›Who ist Who‹ dazugesellen? Dies zu beobachten – oder vielleicht sogar selbst auszuprobieren – dürfte äußerst interessant werden.« LINK [€]

taz-Wahrheit, Glosse, 9. Juni 2022: »Prompt sind sämtliche nicht als Gründungsmitglieder aufgeführten deutschen Autoren tödlich beleidigt. ›Schriftsteller, die nicht angefragt wurden, sind zu allem fähig‹, warnt der Verfassungsschutz, der eine Radikalisierung der zersplitterten PEN-Szene fürchtet?« LINK

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