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Pressemitteilung vom 23. August 2022

Russland: PEN-Berlin protestiert gegen die Verurteilung von Natalia Sivokhina, der Direktorin des PEN Zentrums St. Petersburg

Unsere Kollegin Natalia Sivokhina, Direktorin des PEN Zentrums St. Petersburg, wurde am 22. Juni 2022 festgenommen und zur Polizeiwache gebracht. Dort wurde ihr der Vorwurf eröffnet, in sozialen Medien die russischen Streitkräfte herabgewürdigt zu haben.

Tatsächlich hat sie zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine auf der russischen Social-Media-Plattform Kontakte zu Petitionen gegen diesen völkerrechtswidrigen Krieg aufgerufen und Informationen darüber geteilt. Am 9. August wurde sie von einem Gericht des Petersburger Leninsky Distrikts für diese Meinungsäußerungen zu einer Geldstrafe von 30.000 Rubeln verurteilt. Das entspricht rund 500 Euro oder vier durchschnittlichen russischen Monatsgehältern.

Die Vorwürfe sind abwegig: Wie könnte die Forderung nach friedlicher Koexistenz und Gewaltverzicht die Armee herabsetzen? Natalia Sivokhina wird offensichtlich wegen ihrer Kritik am russischen Krieg gegen die Ukraine politisch verfolgt. Sie hat bereits gegen die Besetzung der Krim 2014 öffentlich protestiert. Die Machthaber dürfte auch ihre ehrenamtliche Arbeit zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen aus der Ukraine stören, die sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem Priester Grigory Mikhnov-Vaytenko, in St. Petersburg leistet.

PEN Berlin, dem Ideal einer friedlichen Welt und der Freiheit des Wortes verpflichtet, steht an der Seite aller, die wegen ihrer friedlichen Meinungsäußerungen verfolgt werden. Wir fordern die russischen Behörden auf, unsere Kollegin Natalia Sivokhina für ihre ebenso legitime wie berechtigte Kritik am russischen Krieg gegen die Ukraine nicht länger zu verfolgen und zu bedrohen. PEN Berlin. Wir stehen im Wort.


Pressemitteilung vom 18. August 2022: Ein Abend für Salman Rushdie

Der PEN Berlin und das Berliner Ensemble laden ein zu:
WORDS AGAINST VIOLENCE – SOLIDARITÄTSLESUNG FÜR SALMAN RUSHDIE

Die Kunst ist verwundbar, weil sie von Menschen gemacht wird und andere Menschen sie zerstören wollen. Seit dem Todesbefehl des iranischen Mullah-Regimes hat Salman Rushdie diese Verwundbarkeit bitter erfahren müssen – und niemand kann sagen, welche seelischen und körperlichen Wunden der Mordversuch vom 12. August hinterlassen wird. Doch wir alle müssen das schützen, was Salman Rushdie immer am wichtigsten war: die Freiheit des literarischen Wortes.

PEN Berlin und das Berliner Ensemble haben kurzfristig eine Lesung organisiert, als Genesungsgruß an Salman Rushdie, einen der größten Schriftsteller unserer Zeit. Als Zeichen des Widerstands gegen Fanatismus und Gewalt, gemeinsam mit dem Publikum, mit seinen Le-serinnen und Lesern.

Wie kein zweiter Schriftsteller seiner Generation musste Rushdie Jahrzehnte lang um seine persönliche und künstlerische Freiheit kämpfen. Was in unserer Welt oft hölzern und routiniert daherkommt – das Reden über die Freiheit des Wortes – klingt bei ihm sinnlich und lebendig: „Wenn wir an die Freiheit glauben, wenn wir wollen, dass die Luft, die wir atmen, im Überfluss vorhanden und atembar bleibt, dann müssen wir das Existenzrecht der Kunst nicht nur verteidigen, sondern feiern.“

Das sind Words against Violence. Am Sonntag im Berliner Ensemble feiern wir Salman Rushdies Kunst.

Der Vorverkauf für die Lesung läuft ab sofort über die Theaterkasse des Berliner Ensembles, die Karten kosten 16 Euro, ermäßigt 9 Euro.

Words against Violence – Ein Abend für Salman Rushdie
Sonntag, 21. August 2022, 18.30 Uhr, Berliner Ensemble, Neues Haus

Mit Seyran Ateş, Priya Basil, Zoë Beck, Thea Dorn, Can Dündar, Eren Güvercin, Eva Menasse, Yassin Musharbash, Sven Regener, Judith Schalansky, Günter Wallraff, Deniz Yücel und mit freundlicher Unterstützung des C. Bertelsmann Verlages


Press Release, August 20th, 2022: An evening for Salman Rushdie

WORDS AGAINST VIOLENCE: AN EVENING FOR SALMAN RUSHDIE

Art is vulnerable because it is made by humans. Since the death order of the Iranian mullah regime, Salman Rushdie had to bitterly experience this vulnerability – and no one can say what mental and physical wounds the assassination attempt of August 12 will bear. But we must all protect what was always most important to Salman Rushdie: the freedom of the literary word.

PEN Berlin and the Berliner Ensemble have organized a reading at short notice as a convalescent salute to Salman Rushdie, one of the greatest writers of our time. As a sign of resistance against fanaticism and violence, together with the audience, with his readers.

Like no other writer of his generation, Rushdie had to fight for decades for his personal and artistic freedom. What often comes across as wooden and routine in our world – talking about the freedom of speech – sounds sensual and alive in his words: „If we believe in freedom, if we want the air we breathe to remain abundant and breathable, then we must not only defend the right of art to exist, but celebrate it.“ These are Words against Violence.

On Sunday in Berliner Ensemble we are celebrating Salman Rushdie’s art.

Ticket sales for the reading are now available from the Berliner Ensemble box office. Tickets cost 16 euros, concessions 9 euros

Words against Violence – An Evening for Salman Rushdie 
Sunday, 21 August 2022, 18:30, Berliner Ensemble, Neues Haus 

With Seyran Ateş, Priya Basil, Zoë Beck, Thea Dorn, Can Dündar, Eren Güvercin, Eva Menasse, Yassin Musharbash, Sven Regener, Judith Schalansky, Günter Wallraff, Deniz Yücel and with friendly support of the C. Bertelsmann publishing house.


Meral Simsek

Press Release, Juli 20th, 2022: Meral Şimşek 

PEN Berlin is happy to welcome Turkish-Kurdish writer and poet Meral Şimşek to Germany. We would like to thank all the people and institutions who have assisted in this outcome, in particular Nancy Faeser and the Federal Ministry of the Interior, Klaus Lederer and the Berlin Senate Department for Culture, the Literary Colloquium Berlin, the Literaturhaus Berlin, the Maxim-Gorki-Theatre Berlin and all others who have provided advice and assistance.

Meral Şimşek was sentenced to fifteen months in prison in October 2021 for alleged “propaganda for a terrorist organization”. The verdict was based on her poems as well as her international literary awards, evaluated as incriminating evidence. Although she was acquitted of the charge of “membership in a terrorist organization” in the first instance, the public prosecutor’s office continues to demand fifteen years in prison in the appeal proceedings.

In her attempt to cross the land border into Greece, she was forced back to Turkey last year by Greek security forces in an unlawful “push back”. In Turkey, she spent a week in detention. On both sides of the border she was beaten by security forces and treated in a humiliating manner. Because of the escape attempt, another trial was opened, in which she faces five years in prison for “illegally entering a military restricted area”.

Meral Şimşek is 40 years old and a member of the Kurdish PEN Center. Of lately she lived in Diyarbakır. She made her first experiences with police violence at the age of thirteen. Recently, her novel Nar Lekesi (“Pomegranate Spot”) was published, exploring her family history in literary terms. She deals with the oppressive Kurdish policy of the Turkish state just as harshly as with executions within the PKK.

“Even though public attention for Turkey has waned in this country, the following still applies: the Erdoğan regime does not like free speech, especially when it comes to Kurdish authors such as Meral Şimşek, or Kurdish issues,” said Ronya Othmann, board member of PEN Berlin. „If you try to tell reality in a literary way, you run the risk of being wiped out,” said Meral Şimşek. “Now I am in a new country. I think I can write about my reality freely here and look to the future full of hope.”

PEN Berlin.
We stand by our word.


Pressemitteilung vom 20. Juli 2022: Meral Şimşek 

Der PEN Berlin freut sich sehr, die türkisch-kurdische Schriftstellerin und Lyrikerin Meral Şimşek in Deutschland begrüßen zu können.
Wir danken Nancy Faeser und dem Bundesministerium des Innern und für Heimat, Klaus Lederer und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, dem Literarischen Colloquium Berlin, dem Literaturhaus Berlin, dem Maxim-Gorki-Theater Berlin und allen anderen, die mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.

Meral Şimşek wurde im Oktober 2021 wegen angeblicher „Propaganda für eine Terrororganisation“ zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, wobei Passagen aus ihren Gedichten sowie internationale Literaturauszeichnungen als belastende Beweise bewertet wurden. Vom Vorwurf der „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ wurde sie in erster Instanz zwar freigesprochen, doch im Revisionsverfahren fordert die Staatsanwaltschaft weiterhin 15 Jahre Haft.

Bei ihrem Versuch, über die Landgrenze nach Griechenland zu gelangen, wurde sie im vorigen Jahr von griechischen Sicherheitskräften durch einen rechtswidrigen „Push Back“ zurück in die Türkei gezwungen, wo sie eine Woche in Haft verbrachte. Auf beiden Seiten der Grenze wurde sie von Sicherheitskräften geschlagen und auf erniedrigende Weise behandelt. Wegen des Fluchtversuchs wurde ein weiteres Verfahren eröffnet, in dem ihr fünf Jahre Haft wegen „illegalen Betretens eines militärischen Sperrgebiets“ drohen.

Meral Şimşek ist 40 Jahre alt, Mitglied des kurdischen PEN-Zentrums und lebte zuletzt in Diyarbakır. Ihre ersten Erfahrungen mit Polizeigewalt hat sie bereits im Alter von 13 Jahren gemacht. Zuletzt erschien ihr Roman Nar Lekesi (etwa: „Granatapfelfleck“), in dem sie ihre Familiengeschichte literarisch verarbeitet und mit der Kurdenpolitik des türkischen Staates ebenso hart ins Gericht geht wie mit internen Hinrichtungen innerhalb der PKK. Sie ist die diesjährige Preisträgerin des österreichischen Theodor-Kramer-Preises für Schreiben im Widerstand und Exil.

„Auch wenn hierzulande die öffentliche Aufmerksamkeit für die Türkei nachgelassen hat, gilt weiterhin: Das freie Wort ist im Erdoğan-Regime nicht erwünscht, ganz besonders, wenn es um kurdische Autor:innen wie Meral Şimşek oder um kurdische Themen geht“, sagte Ronya Othmann, Boardmitglied des PEN Berlin.

„Wenn Sie versuchen, die Realität auf literarische Weise zu erzählen, geraten Sie in Gefahr, ausgelöscht zu werden“, sagte Meral Şimşek. „Jetzt bin ich in einem neuen Land, von dem ich denke, dass ich hier meine Realität frei schreiben kann und blicke voller Hoffnung in die Zukunft.“

PEN Berlin.
Wir stehen im Wort.


Pressemitteilung vom 24. Juni 2022: Tsitsi Dangarembga

PEN-Berlin solidarisiert sich mit seinem Mitglied Tsitsi Dangarembga und fordert das Antikorruptionsgericht in Harare (Simbabwe) auf, das Verfahren gegen die Schriftstellerin Dangarembga sowie die mitangeklagte Journalistin Julie Barnes sofort einzustellen. Die Vorwürfe entbehren jeder rechtlichen Grundlage und dienen einzig der Repression und der Verunsicherung der beiden Autorinnen.

Die 2021 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete Tsitsi Dangarembga gehört zu den bedeutendsten Intellektuellen Afrikas. Der seit zwei Jahren andauernde Prozess gegen sie und Julie Barnes ist einzig politisch motiviert. Die bereits 26-mal vorgeladenen Angeklagten haben an einer öffentlichen Versammlung weder zur Gewalt noch zu Landfriedensbruch oder Bigotterie aufgerufen.

Die Vorwürfe sind genauso absurd wie die Behauptung, beide hätten gegen geltende Corona-Maßnahmen verstoßen. Der Prozess, der am kommenden Montag (27. Juni 2022) vor dem Antikorruptionsgericht in Harare gegen Dangarembga und Barnes geführt wird, ist der Versuch einer willfährigen Justiz, Reformbewegungen zu unterdrücken und Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen. Das Recht auf Meinungsfreiheit ist in der Verfassung dieses Landes verankert!

PEN Berlin.
Wir stehen im Wort.


Pressemitteilung vom 17. Juni 2022: Julian Assange

PEN Berlin ist schockiert über die Entscheidung der britischen Innenministerin Priti Patel, Julian Assange an die USA auszuliefern. Wir ersuchen die Bundesregierung dringend, sich für seine sofortige Freilassung einzusetzen und ihm politisches Asyl anzubieten. Dazu muss sie nur halten, was sie versprochen hat.

Am 15.9.2021 gab die jetzige Außenministerin Annalena Baerbock als Abegordnete zu Protokoll: „Aufgrund schwerwiegender Verstöße gegen grundlegende Freiheitsrechte der Europäischen Menschenrechtskonvention im Umgang mit Julian Assange – allen voran gegen das Verbot von Folter (Art. 3), gegen das Recht auf Freiheit und Sicherheit (Art. 5), gegen das Recht auf ein faires Verfahren (Art. 6) und gegen das Recht, keine Strafe ohne Gesetz zu erhalten (Art. 7) – schließen wir uns der Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 27. Januar 2020 sowie dem Appell des UN-Sonderbeauftragten Nils Melzer an und fordern die sofortige Freilassung von Julian Assange.“

Julian Assange befindet sich seit April 2019 im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Einzelhaft, nachdem er 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London Asyl beantragt und dort fast sieben Jahre als politischer Flüchtling gelebt hat. Die unerbittliche Verfolgung des Journalisten und Whistleblowers durch die Vereinigten Staaten geht zurück auf die Aufdeckung US-amerikanischer Kriegsverbrechen im Irak und im Irak durch die Plattform WikiLeaks, deren Mitbegründer er ist. 2010 hatte WikiLeaks, gemeinsam mit der „New York Times“, dem britischen „Guardian“ und dem „Spiegel“ Berichte veröffentlicht, die Folter und Hinrichtungen anhand geleakter Militärprotokolle belegen.

PEN Berlin setzt sich für seine bedingungslose Freilassung ein: Julian Assange darf nicht an die USA ausgeliefert werden! Die Auslieferung wäre ein Akt der Justizwillkür und eine Niederlage für die freiheitliche Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa. So gesehen ist Julian Assange der Dreyfus des 21. Jahrhunderts. Wir werden uns mit aller Kraft für den Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit einsetzen, egal von welcher Seite sie verletzt und beschnitten wird.

PEN Berlin.
Wir stehen im Wort.


Pressemitteilung vom 13. Juni 2022

PEN Berlin gegründet – 367 Mitglieder. Neu: Wallraff, Sorokin und Bachér

Am Freitag, den 10.06.2022 hat im Literaturhaus Berlin die juristische Vereinsgründung von PEN Berlin stattgefunden – rund 360 Autor:innen, Übersetzer:innen und Publizist:innen sind als Gründungsmitglieder beigetreten. Seit der Ankündigung der neuen Schriftstellervereinigung am vorigen Dienstag waren noch einmal über hundert Autor:innen dazugekommen, darunter Ingrid Bachér, Bora Ćosić, Günter Wallraff, Ronja von Rönne, Sven Regener, Nicole Seifert sowie der russische Schriftsteller Wladimir Sorokin. Die vollständige, nunmehr abgeschlossene Liste der 367 Mitgründer:innen entnehmen Sie bitte unserer Webseite pb.de.

Sorokin schrieb, er habe „den russischen PEN verlassen, als es konformistisch und pro-putinistisch wurde. Jetzt in diesen dramatischen Zeiten bin ich ein Berliner und mit PEN Berlin“. Der zur Fahndung ausgeschriebene russische Autor Dmitry Glukhovsky wurde noch während der Gründungsversammlung von Mitgliedern des PEN Berlin am Flughafen Berlin-Brandenburg abgeholt und zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso hat der Whistleblower Julian Assange, der skandalöserweise weiterhin in England in Haft sitzt und von der Auslieferung in die USA bedroht ist, eine Ehrenmitgliedschaft von PEN Berlin akzeptiert.

Die 91-jährige Bachér war die erste Frau an der Spitze eines deutschen PEN-Zentrums. 1996 trat sie als Präsidentin des westdeutschen PEN zurück und aus dem PEN aus. Aus demselben Grund – Protest gegen die pauschale Aufnahme aller Mitglieder des Ost-PEN ohne vorige Überprüfung etwaiger Stasi-Verstrickungen verließen damals unter anderem Marcel Reich-Ranicki und Katja Lange-Müller den westdeutschen PEN, die nun ebenfalls zu den Mitgründer:innen des PEN Berlin gehört.

Eva Menasse und Deniz Yücel wurden als Sprecher:innen gewählt, die Mitglieder des Boards sind: Simone Buchholz, Alexandru Bulucz, Joachim Helfer, Konstantin Küspert, Ralf Nestmeyer, Ronya Othmann, Mithu Sanyal, Elke Schmitter und Sophie Sumburane.
„Das ist kein Club von Gleichgesinnten und das will er auch nicht sein“, sagte Eva Menasse. „Indem wir interne Meinungsverschiedenheit hintanstellen, können wir das ganze symbolische Kapital unserer eindrucksvollen Mitgliederliste in die Waagschale werfen – für die verfolgten Kolleg:innen und die Freiheit des Wortes“.

PEN Berlin ist bereits mit Vertreter:innen von PEN International im Gespräch, um die Anerkennung als PEN Zentrum zu erreichen. Die PEN Zentren Uganda und Ukraine haben schon signalisiert, auf der Vollversammlung Ende September im schwedischen Uppsala für PEN Berlin zu bürgen. Bis dahin und bis zur ersten Mitgliederversammlung im November steht den Gewählten und allen, die sich zur ehrenamtlichen Mitarbeit bereit erklärt haben, noch viel Arbeit bevor. Aber genauso wollten wir es.

Wir stehen im Wort.


Pressemitteilung vom 7. Juni 2022

PEN Berlin. Wir stehen im Wort

Wir wollen einen neuen PEN.

Einen zeitgemäßen und diversen PEN, in dem sich auf Deutsch schreibende oder in Deutschland lebende Schriftsteller:innen und Übersetzer:innen aller literarischen und publizistischen Genres zusammenfinden.

Einen PEN von und für Kolleg:innen, die sich für Meinungsfreiheit und einen offenen Diskurs einsetzen, ohne Präsident:innen und andere Titel, mit einem paritätischen Board an der Spitze.

Einen PEN, der sich im Sinne der Charta des internationalen PEN gegen jede Form von Menschenhass wendet, dessen Mitglieder sich in den Dienst der Meinungsfreiheit stellen und die gemeinsam für eine bessere Zukunft eintreten.

Im Geiste unserer Namensgeberin Berlin, der Vielsprachigen, der Stadt, die heute für Offenheit und für die Überwindung von Grenzen steht, nennen wir uns PEN Berlin – eine NGO, die sich den Idealen der Aufklärung, der Meinungsvielfalt, der Toleranz und der Solidarität verpflichtet.

Denn die Freiheit des Wortes wird weltweit zunehmend bedroht. Immer mehr Autor:innen fürchten um ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit. Unser Fokus wird deshalb auf der materiellen und ideellen Unterstützung verfolgter Kolleg:innen liegen.

Wir brauchen diesen neuen PEN, um dem Wort, der Literatur, der Poesie und jedem anderen textbasierten Genre den Raum zu geben, der notwendig ist, um sich frei zu entfalten.

Und wir brauchen diesen neuen PEN, der gemeinsam und unabhängig von Herkunft und Haltung Missstände anprangert und denjenigen hilft, die in ihrer freien Meinungsäußerung bedroht werden.

Uns sind alle willkommen, die mit dem Wort arbeiten und bereit sind, sich uns bei diesem Vorhaben anzuschließen.

Wir stehen im Wort. 232 Personen gründen zum 10.06.2022 den PEN Berlin.

PEN Berlin.