Kampagne Free Boualem Sansal

Free Boualem Sansal!
[Von November 2024 bis Boualem Sansals Freilassung im November 2025]

 

Thea Dorn
Protest des PEN Berlin auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin, 4.3.25. Hier zu sehen: Thea Dorn, Deniz Yücel und Can Dündar | Screenshot: PEN Berlin

Thea Dorn: »Die Erleichterung war riesig«

Zur Freilassung von Boualem Sansal Interview von Andrea Gerk mit Thea Dorn, DLF Kultur, Lesart, 13. November 2025: »Wir alle kennen die Redewendung, dass man Gnade vor Recht ergehen lässt, und natürlich wäre es in diesem Fall viel angemessener gewesen, Recht vor Gnade ergehen zu lassen und Boualem Sansal von diesen abstrusen Vorwürfen ›Vergehen gegen die Einheit der Nation‹ freizusprechen. Aber dass das angesichts der real existierenden Machtverhältnisse in Algerien offenbar nicht zu haben ist, muss man sagen: Immerhin ist ein kranker, mutiger, nicht mehr ganz junger Mann auf diese Weise freigekommen. Aber selbstverständliche hat es einen bitteren Beigeschmack.« LINK

 

Boualem Sansal
Foto: Dirk Skiba

Pressenotiz vom 12. November 2025
Boualem Sansal endlich in Freiheit

Nach einem Jahr Gefängnis in Algerien ist Boualem Sansal heute sicher in Deutschland angekommen. Wir freuen uns riesig – und sind tief erleichtert! Wir senden Boualem Sansal, seiner Familie und seinen Angehörigen unsere besten Wünsche. Ein besonderer Dank gilt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der seit Monaten diskret, aber entschlossen hinter den Kulissen verhandelt hat – sowie allen, die sich unermüdlich für Boualem Sansals Freilassung eingesetzt haben.

 

Boualem Sansal
Boualem Sansal | Foto: Dirk Skiba | Grafik: PEN Berlin

Pressemitteilung vom 1. Juli 2025
Fünf Jahre Haft für Boualem Sansal bestätigt

Der französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal ist heute vom Berufungsgericht in Algier erneut zu fünf Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Damit wurde das Urteil vom 27. März 2025 bestätigt. PEN Berlin und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilen dieses Urteil erneut mit aller Schärfe. (…) Thea Dorn, PEN-Berlin-Sprecherin, sagte: »Einen Schriftsteller für ein Interview zu verurteilen, in dem er weder gegen den algerischen Staat hetzt noch anderweitig Hass verbreitet, ist ein politischer Skandal. (…) Boualem Sansal gehört nicht ins Gefängnis, sondern verdient den ordre du Mérite nationalMEHR

 

radio 3, Radio 3 am Nachmittag, Frank Schmid im Gespräch mit Thea Dorn, 27. März 2025: »Irgendwie dringt das dann doch immer zu dem, der einsitzt durch, dass da draußen jemand ist, dem das nicht egal ist. Wie zum Beispiel Nawalny in seinem Buch geschrieben hat aus dem Straflager in Russland, ist das erste, was solche Machthaber, die so schurkisch vorgehen, versuchen einem einzureden: Du bist vergessen, du kannst dir verrotten, da draußen kümmert sich keiner mehr um dich. Und erstmal denjenigen, der da sitzt, in dieser Unrechtssituation zu sagen: Nein, nein, du bist nicht vergessen. Das ist eine ganz wichtige Funktion.« LINK und AUDIO

3Sat, Kulturzeit, Bericht von Lotar Schüler, 27. März 2025: »Das Urteil ist gefällt. Fünf Jahre Haft für den algerisch-französischen Schriftsteller Boualem Sansal. Kulturstaatsministerin Claudia Roth: ›Jetzt muss unsere gemeinsame Forderung sein: die unmittelbare und unverzügliche Freilassung eines großartigen Schriftstellers und Intellektuellen.‹ Thea Dorn: ›Es ist ganz wichtig, dass es weiter ein öffentliches Bewusstsein für den Fall gibt. […] Weil das erste was in so einem System passiert, ist dass sie dem Inhaftierten erklären, du bist eh vergessen, für dich interessiert sich keiner mehr, du kannst hier bei uns verrotten.‹« LINK und VIDEO

 

 

Boualem Sansal
Grafik: PEN Berlin | Foto: Dirk Skiba | Grafik: PEN Berlin

Pressemitteilung vom 27. März 2025
Fünf Jahre Haft für Boualem Sansal 

Vor dem Strafgericht in Dar El Beïda bei Algier wurde heute der algerisch-französische Schriftsteller Boualem Sansal zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von etwa 3.500 Euro, verurteilt. Der PEN Berlin verurteilt dieses Urteil aufs Schärfste und fordert die sofortige Freilassung des 80-jährigen Schriftstellers. »Algerien soll – so der Stand der aktuellen Koalitionsverhandlungen – zu einem sicheren Drittstaat erklärt werden«, so Deniz Yücel, Sprecher des PEN Berlin. »Algerien ist nicht sicher, am wenigsten für Menschen, die es wagen, die Machthaber zu kritisieren.« MEHR

 

Boualem Sansal
Grafik: PEN Berlin | Foto: Dirk Skiba

Pressemitteilung vom 20. März 2025
Boualem Sansal drohen zehn Jahre Haft 

Vor dem Strafgericht in Dar El Beïda bei Algier begann heute ein Schnellverfahren gegen den algerisch-französischen Schriftsteller Boualem Sansal. Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre Haft. Das Urteil wird für den 27. März erwartet. »Was wir hier erleben, ist eine Justizfarce«, sagte Deniz Yücel, Sprecher des PEN Berlin. »Es ist zu befürchten, dass das Urteil bereits feststeht, noch ehe dieser Schnellprozess begonnen hat. So handeln Schurkenstaaten.« (….) Wir appellieren an die Bundesregierung, sich entschieden für den Schriftsteller einzusetzen und alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit er sofort freigelassen wird. MEHR

 

Radio 3, Aufzeichnung der Solidaritätsveranstaltung mit Herta Müller, Irina Scherbakowa, Daniel Kehlmann, Liao Yiwu, Kamel Daoud u.a., moderiert von Natascha Freundel, organisiert vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Perlentaucher und dem Merlin Verlag am 7. März 2025 im Deutschen Theater Berlin. Daniel Kehlmann: »Die Polizei kam und war sehr freundlich, konfliktvermeidungsgeschult und zurückhaltend, was, glaube ich, auch daran lag, dass Deniz sofort sehr offen und freundlich auf die Polizei zuging. (…) Es war nach meinem Gefühl ein erfreulich zivilisierter und glaube ich trotzdem hoffentlich zielführender Vorgang, (…) weil das eben aus dem reinen Kulturbereich hinaus und eben dorthin geht, wo man seine Geschäfte machen möchte.« AUDIO [AUSSCHNITT] und LINK [KOMPLETTE VERANSTALTUNG]

Boualem Sansal
Protestaktion des PEN Berlin für Boualem Sansal auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin. Mit Transparent: Alexandru Bulucz, Deniz Yücel, dahinter: Thea Dorn, Birgit Schmitz, Joachim Helfer, 04.03.2025 | Screenshot: PEN Berlin

DLF Kultur, Bericht von Dieter Nürnberger, 4. März 2025: »Mitglieder der Autorenvereinigung PEN Berlin demonstrierten vor dem Algerien-Messestand für die Freilassung von Boualem Sansal, dem französisch-algerischen Schriftsteller, der seit fast drei Wochen im Hungerstreik ist. (…) Für Daniel Kehlmann, einem der erfolgreichsten Romanautoren im deutschsprachigen Raum, ist Solidarität selbstverständlich. [Er] spricht von einem harmlosen Satz mit bösen Folgen: ›Der harmlose Satz war der, dass seiner Meinung nach die Westsahara traditionell eher zu Marokko gehört als zu Algerien. Für einen solchen Satz, eigentlich eine Interpretation historischer Verhältnisse, wo man nun eine Diskussion führen könnte, wenn man Lust hat, wurde er wegen Hochverrates verhaftet und es dauerte eine Weile bis man überhaupt erfuhr, dass er im Gefängnis war.‹« LINK und AUDIO

3sat, Kulturzeit, Bericht von Luis Babst, 4. März 2025: »[Thea Dorn:] ›Dass ein schwerkranker 80-jähriger Mann ohne Anklage im vierten Monat in Haft sitzt, seinem Anwalt wird die Akteneinsicht verwehrt (…) Das ist Verhalten von Schurkenstaaten.‹ (…) Die Demonstrierenden wollen mit ihrem Protest vor einem algerischen Tourismusstand auf den Kontrast zwischen Urlaubsziel und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. (…) Nach einer Weile wird die Polizei gerufen. Sie lässt die Schriftsteller aber weiter demonstrieren. (…) [Daniel Kehlmann:] ›Wir müssen seine Freilassung fordern. So wie übrigens auch die westlichen Regierungen. Macron hat das schon getan. Ich hoffe mir sehr, dass die deutsche Regierung das auch tun wird. Meinungsfreiheit besteht nur, wenn wir sie alle haben. Wenn sie für einige nicht gilt, gilt sie für niemanden.« LINK und VIDEO

rbb, radio3 am Nachmittag, Bericht von Tomas Fitzel, 4. März 2025: »PEN Berlin fordert, dass der algerische Schriftsteller Boualem Sansal freigelassen wird. (…) Deniz Yücel: ›Als ich in türkischer Haft saß, habe ich irgendwann in einer türkischen Zeitung ein Foto gesehen, wie meine Freunde, die sich für mich eingesetzt haben, hier auf der ITB eine ganz ähnliche Protestaktion gemacht haben. Jede Protestaktion hat erst mal einen Adressaten, noch vor den Regierungen – der deutschen Regierung, der betreffenden Regierung –, der allererste Adressat ist immer derjenige, der Kollege, die Kollegin, die im Knast sitzt. Weil das ankommt, weil das zählt, weil das Gefühl, ich werde hier nicht vergessen, wichtig ist. Dieses Gefühl möchten wir Boualem Sansal geben.‹« LINK und AUDIO

 

Boualem Sansal
Boualem Sansal | Foto: Dirk Skiba

Pressemitteilung vom 24. November 2024
Algerien: Freiheit für Boualem Sansal!

Boualem Sansal, der auf Französisch schreibende algerische Schriftsteller und Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels 2011, wurde vor einigen Tagen bei seiner Rückkehr aus Paris am Flughafen von Algier verhaftet. (…) »Die Legitimität eines Staatswesens wird nicht durch öffentliche Kritik untergraben, sondern immer nur durch das Handeln der Mächtigen. Algeriens Freiheit ist die Freiheit unseres Kollegen Boualem Sansal!«, sagte PEN-Berlin-Sprecherin Thea Dorn. MEHR

 

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