37 x in Ostdeutschland: »Das wird man ja wohl noch sagen dürfen«

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Pressemitteilung vom 1. Juli 2024: Unter dem Titel »Das wird man ja wohl noch sagen dürfen – Gespräche über Demokratie und Meinungsfreiheit« organisiert PEN Berlin im Vorfeld der Landtagswahlen eine Veranstaltungsreihe in Sachsen, Thüringen und Brandenburg: 37 Veranstaltungen, von Annaberg bis Perleberg, von Ilmenau bis Zwickau. Mit 118 Mitwirkenden von Pinar Atalay bis Juli Zeh, von Dirk Oschmann bis Monika Maron. Und immer mit dem Publikum.

Überblick über alle 37 Veranstaltungen
Detaillierte Informationen zu den Mitwirkenden in Sachsen, Thüringen und Brandenburg
Und vor allem: die Pressemitteilung, aus der deutlich wird, warum wir das machen und wie das Ganze funktionieren soll


Julian Assange: Endlich, aber

Pressemitteilung vom 25. Juni 2024: »Endlich – Julian Assange, der am längsten in Unfreiheit befindliche politische Gefangene der westlichen Welt, ist frei und auf dem Weg in seine Heimat Australien. 
 
Mit größtmöglicher Erleichterung begrüßt PEN Berlin die Freilassung seines Ehrenmitglieds. Die Entscheidung der US-Justizbehörden nach 14 Jahren Unrecht zu einem angemessenen Umgang mit Whistleblowern zurückzufinden, war seit Jahren überfällig, die Verfolgung des Journalisten und Wikileaks-Gründers unter dubioser Beihilfe von Schweden und Großbritannien ähnelte einer modernen Hexenjagd.« MEHR
 

 Iranischer Rapper Toomaj Salehi: Todesstrafe aufgehoben

Im April diesen Jahres wurde der iranische Rapper Toomaj Salehi, Ehrenmitglied des PEN Berlin, durch ein Gericht zum Tode verurteilt. Das hatte nicht nur in Deutschland zu Protesten geführt, der PEN Berlin hatte in einer Pressemitteilung seine sofortige Freilassung gefordert. Unter Berufung auf seinen Anwalt Amir Raisian berichtet nun der Guardian von der Aufhebung der Todesstrafe gegen den Künstler: »Iran’s supreme court has overturned the death sentence imposed on the rapper Toomaj Salehi, his lawyer said. The decision comes in the middle of Iran’s presidential election campaign but seems unrelated to the fierce public debates under way about Iran’s future direction, including the rights of women not to wear the hijab if they wish. ›Salehi’s death sentence was overturned,‹ the rapper’s lawyer, Amir Raisian, said in a post on X, adding that the supreme court had ordered a retrial.« MEHR

 

100 Jahre PEN Deutschland: Grußwort von Alexandru Bulucz

Alexandru Bulucz, Board-Mitglied von PEN Berlin, auf der Tagung des PEN Deutschland (Darmstadt) im Juni 2024 in Hamburg. Foto: privat

Grußwort auf der Tagung des PEN Deutschland (Darmstadt) in Hamburg: »Ja, es gab einen Bruch im deutschen PEN vor zwei Jahren, aber von heute aus betrachtet, kann man doch vor allem die Vorteile sehen: Mehr Engagement, fast verdoppelte Mitgliederzahl in Deutschland, Sie wachsen, wir wachsen, und immer mehr Menschen sind mit den von mir soeben anzitierten PEN-Idealen vertraut. PEN Deutschland und PEN Berlin sind keine eineiigen Zwillinge, sie sind überhaupt keine Zwillinge, sie sind Geschwister, Brüder. Der ›Bruderkonflikt‹ ist, um es unseren Vereinigungen entsprechend literarisch zu sagen, eines der ältesten Motive in der Literatur. Aber man kann es auch ganz anders fassen: Meine Arbeit als Board-Mitglied des PEN Berlin besteht nicht in einer Abgrenzung von PEN Deutschland. (…) Ich bin hier bei Ihnen, um Ihnen zu gratulieren und die Gemeinsamkeiten und den Konsens unserer zwei PENs zu betonen.« MEHR

 


Podiumsveranstaltung: Antisemitismus im Kulturbetrieb?

Teresa Koloma Beck, Deniz Yücel, Moderator Jens Balzer und Joe Chialo
Bericht von Rosa Budde über die Podiumsdiskussion »Antisemitismus im Kulturbetrieb?« beim Berliner Bücherfest, taz, 10. Juni 2024:
»Deniz Yücel bezeichnete die Antidiskriminierungsklausel als ›Übersprungshandlung‹. Das Problem sei nicht nur die strenge IHRA-Definition, sondern auch dass andere Begriffe wie Vielfalt oder Queerfeindlichkeit zu schwammig formuliert worden seien. Es sei ein Fehler, den Anspruch an Verwaltungsorgane zu stellen, sie sollten über Einzelfälle entscheiden. Mit Blick auf künftige Wahlen sieht Yücel die Gefahr, dass ähnliche Klauseln einmal zu anderen Werten, wie etwa Heimattreue, verpflichten könnten. Außerdem sieht er ein generelles Missverhältnis zwischen vehementer Kritik am Kulturbetrieb und der Realpolitik, etwa wenn Bundeskanzler Olaf Scholz den türkischen Präsidenten und Hamas-Sympathisanten Erdoğan empfängt. Irgendwann wurde es Chialo zu viel der Kritik an seiner Antidiskriminierungsklausel: ›Wir haben sie zurückgezogen, wir haben es verstanden. Wartet doch erst mal auf die neue Klausel.‹« MEHR

Was uns verbindet? Online-Gespräche zur Überwindung von Polarisierung

Eva von Redecker Foto: Sophie Brand 
Was können wir gegen Spaltungen und Konflikte in der Gesellschaft und im Diskurs tun?
1. Geteilte Werte, ungeteilte Aufmerksamkeit? Welche Bedeutung haben »westliche« Werte, religiöse Werte, »deutsche« Werte heute?
Dienstag, 14. Mai, 20 Uhr 
Expertin: Regina Ammicht Quinn (Professorin für Ethik) | Moderation: Tanja Dückers (Schriftstellerin)
2. Reizworte »Woke, Intersektional und Postkolonialismus«. (Wie) können wir mit Sprache die Welt verbessern?
Dienstag, 11. Juni,  20 Uhr 
Expertin: Dr. Eva von Redecker (Philosophin) | Moderation: Dr. Asmus Trautsch (Philosoph)

Todesurteil im Iran: Freiheit für Toomaj Salehi!

 

Pressemitteilung vom 25. April 2024: Zum Todesurteil von Toomaj Salehi: Der PEN Berlin schließt sich der Forderung der Bundestagsabgeordnete Ye-One Rhie, die eine »politische Patenschaft« für den Rapper übernommen hat, an: »Mullahs des Iran, nehmen Sie die Todesstrafe für Salehi zurück und lassen Sie die Anklage fallen! Und hören Sie endlich auf zu foltern. Gewähren Sie Meinungsfreiheit. Wir hören die kritischen Worte Ihrer Staatsbürger umso lauter, je mehr Sie versuchen, diese brutal zu unterdrücken«, sagte PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel.

Toomaj Salehi ist Ehrenmitglied des PEN Berlin. Wegen seiner regimekritischen Texte wurde er im Oktober 2022 im Zuge der Mahsa-Amini-Proteste verhaftet, ein Jahr später auf Kaution freigelassen und kurz darauf erneut verhaftet.« MEHR

 


PEN Berlin in Bled: Literatur auf dem Balkan, Menschenrechte in Pakistan

V.l.n.r.: Uli Rothfuss und Najem Wali (Vorstand PEN Deutschland), Tanja Tuma (Generalsekretärin PEN International) und Sophie Sumburane (PEN Berlin)

Im slowenischen Bled nahm PEN Berlin Board-Mitglied Sophie Sumburane von 15. bis 18. April am 56. PEN Meeting des International Writers‘ for Peace Committee teil. Bei Aprilwetter am See gab es unter anderem Round-Table-Gespräche zu »The Consequences of Catastrophe for Peace: Writer’s Response« und »Multiculturality and Dialogue in Balkan Literature«  sowie neue Informationen zur gegenwärtigen Lage der Menschenrechte in Pakistan.

Dabei entstand dieses freundliche Bild mit Tanja Tuma, der interimistischen Generalsekretärin von PEN International und den Abgesandten unserer Schwesterorganisation PEN Deutschland.

 

 

 


Lesung in Köln: Zeichen setzen. Gegen Antisemitismus

 

Die Regionalgruppe West des PEN Berlin lädt in Zusammenarbeit mit der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem Literaturhaus Köln ein: Montag, 29. April, 19 Uhr | Literaturhaus Köln | Großer Griechenmarkt 39

Mit der Lesung von Texten jüdischer Autor:innen möchten die Auftretenden ein Zeichen gegen Antisemitismus sowie für Solidarität und ein friedliches Miteinander in Deutschland setzen.
 
Es lesen: Markus Berges, Dietlind Falk, Jörg Phil Friedrich, Andreas Graf, Julia Grinberg, Tamara Labas, Barbara Peveling, Mithu Melanie Sanyal, Simone Scharbert, Gundula Schiffer und Angela Steidele.
 

Julian Assange: Nicht gewonnen, bloß nicht verloren

Julian Assange

Pressemitteilung vom 26. März 2024: Zur Entscheidung des britischen High Courts, Julian Assanges Auslieferung an die USA vorerst zu stoppen: »›Julian Assange konnte heute nicht gewinnen; für ihn ging es nur darum, nicht zu verlieren – wie so oft in den vergangenen 13 Jahren‹, sagte Menasse. (…) Der PEN Berlin erinnert daran, dass Julian Assange wegen der Veröffentlichungen von WikiLeaks seit über 13 Jahren in Unfreiheit lebt. Für die Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan, die WikiLeaks aufgedeckt hatte, musste sich hingegen bis heute niemand vor einem Gericht verantworten.« MEHR

 

 


Podiumsdiskussion Protestbauern, Bauernproteste

V.l.n.r.: Doris Akrap, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Nataša Kramberger, Karen Duve, Cem Özdemir

Bericht von Christoph Kapalschinski über die Podiumsdiskussion »Protestbauern, Bauernproteste« im Humboldt Forum, Welt, 6. März 2024: »Da konnte die Wahl-Brandenburgerin Duve noch so wettern – etwa gegen Bauern, die Unterstützung forderten für Probleme mit dem Klimawandel, den sie selbst mitverursachten. (…) ›Mir kommt der Bauernverband immer vor wie ein ungezogenes Monsterkind, das seit Jahrzehnten kein Nein gehört hat‹, schimpfte die 62-Jährige. Daher müsse endlich ein Keil zwischen die Bauernfunktionäre und die Landwirte getrieben werden. Das allerdings ist so ziemlich das Gegenteil der politischen Taktik Özdemirs. (…) Was ›diese Regierung‹ geschafft habe sei ›große Staatskunst‹, ätzte der Minister über die Kabinettskollegen: Die zerstrittenen Bauernfraktionen seien ›für einen Moment alle geeint wegen des Agrardiesels‹. (…) Zudem habe die Ampel versäumt, vor den Beschlüssen mit den Landwirten zu sprechen. ›So bringt man die Leute dazu, Klimaschutz zu hassen‹, warnte Özdemir.« MEHR [€]


Nach dem Todestrakt: Die Frauenrechtlerin Sareh Sedighi-Hamadani

 

Bericht von Claudia Kuhland über Sareh Sedighi-Hamadani, WDR, Westart, 27. Februar 2024: »Zuvor war sie anderthalb Jahre im Iran im Gefängnis. Am 4. September 2022 wurde sie zum Tode verurteilt. Ihr Verbrechen: Sie kämpfte für die Rechte von LGBTQ-Personen und ist selbst lesbisch. Vor einem Jahr, am 18. März 2023, kam sie auf Kaution frei – vermutlich das Ergebnis einer internationalen Kampagne, an der auch der PEN Berlin beteiligt war. Jetzt engagiert sich Sareh Sedighi-Hamadani im Exil gegen das iranische Terrorregime.« VIDEO

 

 


Julian Assange: Der Dreyfus unseres Jahrhunderts

Julian Assange

Pressemitteilung vom 20. Februar 2024: Zur drohenden Auslieferung von Julian Assange an die USA: »Der Fall Assange ist ein Akt der Justizwillkür und bereits jetzt eine schwere Niederlage für die freiheitliche Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa. Trotz all der weltweiten Proteste, trotz der Eingeständnisse führender Politiker wie Annalena Baerbock (›schwerwiegende Verstöße gegen grundlegende Freiheitsrechte der Europäischen Menschenrechtskonvention‹), trotz all seiner Preise und Ehrenmitgliedschaften (auch im PEN Berlin) scheint sich das Schicksal von Julian Assange wie eine Naturkatastrophe vor aller Augen zu vollziehen. (…) Im Umgang mit dem Wikileaks-Gründer und Journalisten Julian Assange erweist sich, wie viel dem Westen seine Werte im Ernstfall tatsächlich wert sind.« MEHR


Ronya Othmann ausgeladen: Gegen das Canceln, für das Gespräch – immer, überall

Ronya Othmann

Pressemitteilung vom 18. Februar 2024: »PEN Berlin kritisiert scharf, dass die Schriftstellerin und Kolumnistin, unsere ehemalige Board-Kollegin Ronya Othmann vom Karachi-Literaturfestival ausgeladen wurde. Der Ausladung voraus ging eine Social-Media-Kampagne sowie ein offener Brief mit über 400 Unterzeichnern, in dem Othmann »zionistische und islamophobe Positionen« vorgeworfen wurden. Irritierend, ja befremdlich ist es, dass sich unter den Unterzeichnern zahlreiche Autoren und Intellektuelle finden, die Meinungsfreiheit für sich selbst jederzeit in Anspruch nehmen würden. (…) ›Als PEN sind wir davon überzeugt, dass über alle politischen Differenzen hinweg Gespräch und Austausch möglich bleiben muss‹, sagte PEN-Berlin-Sprecherin Eva Menasse. Zu jeder ernsthaften Debatte gehöre unabdingbar die Bereitschaft, Positionen nicht nur auszuhalten, die der eigenen diametral entgegenstehen – sondern sie überhaupt erst einmal anzuhören: ›Sonst verkümmert jedes Gespräch zum Selbstgespräch.‹« MEHR


Beitrag von Deniz Yücel: »Bekenntniszwang und moralischer Rigorismus«

Deniz Yücel auf der Lesung »Nie wieder ist jetzt« am 10. November 2023 im Deutschen Theater

Über die Berliner Antisemitismus-Klausel, die Behauptung vom »dröhnenden Schweigen des Kulturbetriebs« und Übersprungshandlungen im Kampf gegen Antisemitismus: »Ja, man kann die Glaubwürdigkeit von Leuten anzweifeln, die stets zur Stelle sind, wenn es gilt, Rassismus anzuprangern, denen aber nichts dazu einfiel, dass auf deutschen Straßen der Massenmord der Hamas gefeiert wurde. Und man kann darauf bestehen, dass, wer über Israelhass nicht reden möchte, auch vom Judenhass schweigen solle, wie Jean Améry bereits 1969 den vermeintlich ›ehrbaren Antisemitismus‹ beklagte, der im Gewand des Antizionismus daherkomme. Auf einem anderen Blatt steht indes, ob der Rechtsstaat derlei politische Bekenntnisse abverlangen darf, zumal politische Fragen Auslegungssache sind, während Verwaltungsakte ›inhaltlich hinreichend bestimmt‹ sein müssen. (…) Man verteidigt den Rechtsstaat nicht, indem man ihn abschafft, wie man die offene Gesellschaft nicht bewahrt, indem man sie einengt.« GANZER BEITRAG


Lesung in Hamburg: »Nie wieder ist jetzt – Texte gegen Antisemitismus«

Katharina Hagena liest Heinrich Heine. Foto: Michael Kohls

NDR Kultur, Journal, Gespräch von Katja Weise mit Katharina Hagena, 16. Januar 2024: »Eigentlich war es auch vom PEN Berlin initiiert. Wir Hamburger Mitglieder des PEN Berlin haben gesagt: ›Wir sind die zweitgrößte Stadt – es kann ja wohl nicht sein, dass wir so eine Veranstaltung nicht hinbekommen.‹ Daraufhin haben wir angefangen, uns die Leute zusammenzusuchen. Was uns von den anderen beiden Lesungen unterschiedet, ist, dass wir den Anspruch oder den Wunsch hatten, mit dem Jüdischen Salon am Grindel zusammenzuarbeiten, nicht nur über das jüdische Leben oder das Jüdischsein zu sprechen, sondern auch mit jüdischen Menschen im Gespräch zu bleiben. Darüber sind wir besonders glücklich.« LINK und AUDIO

 


Lyriker, Mitgründer, Freund: Wir trauern um Harry Oberländer

Foto: Alex Englert

Wir trauern um unser Gründungsmitglied Harry Oberländer, der, wie nun bekannt wurde, im Alter von 73 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben ist.
Wir erinnern uns an den Dichter, Übersetzer und Literaturvermittler als engagiertes Mitglied, das aus voller Überzeugung den neuen deutschen PEN mit Wort und Tat unterstützte. Er begrüßte die Gründung eines »deutlich verjüngten PEN, für den das Wort ›divers‹ kein wuterregendes Fremdwort ist und der sich als Non-Governmental Organisation für Rede- und Publikationsfreiheit und die Unterstützung verfolgter Autor:innen sieht«, – das schrieb er nach der Gründungsversammlung des PEN Berlin, zu der er aus seiner hessischen Heimat angereist war. MEHR

 


Alexandru Bulucz im Gespräch: »Die gesellschaftspolitische Debatte mitgestalten«

Alexandru Bulucz spricht auf dem PEN-Berlin-Kongress über die in China verschleppte uigurische Ethnologin Rahile Davut  Foto: Ali Ghandtschi

MDR Kultur, Gespräch mit Alexandru Bulucz, 20. Dezember 2023: »Ein weiterer deutscher PEN wurde deshalb nötig, weil die Zeit, in der wir leben, konfliktreich ist und ihre eigenen Bedürfnisse hat, auf die man flexibel reagieren muss. 18 Monate nach der Gründung des PEN Berlin kann man deutlich einige Unterschiede ausmachen zum deutschen PEN in Darmstadt: vor allem die Bereitschaft, die gesellschaftspolitische Debatte mitzugestalten. Das hat sich in letzten Wochen gezeigt (…) Es gab zwei Resolutionen, die sich einander ergänzen: eine zur ›Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland, Israel und überall‹ und eine ›Gegen gesellschaftliche Polarisierung und illiberale Tendenzen im Kulturbetrieb‹. (…) Wir unterstreichen mit der letzten die Notwendigkeit, den Begriff der Meinungsfreiheit möglich weit zu fassen. Das ist wiederum etwas, das so viele Komplexe tangiert in Deutschland mit seiner besonderen Geschichte.« AUDIO

 

Festrede von A. L. Kennedy: »Tut mir leid, dass alles scheiße ist«

A.L. Kennedy. Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Festrede von A.L. Kennedy auf dem Kongress des PEN Berlin, 16. Dezember 2023: »Als PEN 1921 in Großbritannien gegründet wurde, waren autoritäre Bewegungen genauso im Aufwind wie heute. (…) Eine Gruppe prominenter Schreibender unternahm etwas, um Autor:innen zu verteidigen – professionelle Lügner:innen, wenn Sie so wollen. Ich glaube, das taten sie wegen der zentralen Wahrheiten unseres Tuns: Alle Menschen sind Menschen, alle haben eine Stimme, die Welt ist kompliziert und braucht Barmherzigkeit, ein gutes Leben findet den Weg, indem es das naheliegende Liebevolle tut. Es klingt schwach, ungewohnt, sogar seltsam, wenn ich es so ausspreche – aber Liebe ist die stärkste Kraft. Es gereicht Großbritannien zur ewigen Schande, dass PEN, würde die Organisation heute gegründet, kräftezehrend kontrovers wäre, als ausländische Seuche verdammt würde, als Beispiel einer selbstherrlichen intellektuellen Elite.« GANZE REDE

 

Eröffnungsrede von Deniz Yücel: »Tätige Verzweiflung oder: Behind the Scenes of PEN Berlin« 

Blick aus dem Festsaal Kreuzberg auf Deniz Yücels Eröffnungsrede. Foto: Ali Ghandtschi

Deniz Yücel Eröffnungsrede beim Kongress »Mit dem Kopf durch die Wände« am 16. Dezember 2023: »Auch wenn das oft verwechselt wird, geht der Streit in Deutschland ja zum Glück nicht um die Frage ›Israel-Boykott: ja oder nein?‹, sondern darum, wie man mit Künstlern umgehen soll, die die BDS-Kampagne unterstützen. (…) Weil wir im Zweifel immer dafür sind, Debattenräume so weit wie möglich offen zu halten. Weil die Freiheit des Wortes auch die Freiheit des dummen, des verstörenden, gar des vermeintlich skandalösen Wortes umfasst. Weil wir mit unserem letztjährigen Festredner Ayad Akhtar gegen jedes ›Klima digitaler Einschüchterung‹ sind. Weil wir Cancel Culture nicht nur dann ablehnen, wenn‘s uns gerade in den Kram passt. Aus all diesen Gründen lehnen wir, das Leitungsgremium des PEN Berlin, einen pauschalen Boykott von allem und jedem, der irgendwie als ›BDS-nah‹ etikettiert wird, ab. Und darum lehnen wir auch BDS ab. Ist doch logisch, oder?« GANZE REDE

 

Rede von Ursula Krechel: »Noch immer für die Freiheit des Wortes« 

Ursula Krechel

Rede von Ursula Krechel auf dem Kongress des PEN Berlin 16. Dezember 2023: »Alles nimmt ab: den Parteien laufen die Mitglieder weg, die Kirchen stehen starr vor Schreck vor den gigantischen Austrittszahlen, Sportvereine klagen, dass sich Menschen nicht mehr an einen Verein binden wollen, ebenso die Freiwilligen Feuerwehren, dass nur noch wenige ehrenamtliche Funktionen ausüben wollen – an der Feuerspritze oder im brennenden Haus. Sollen andere sich doch die Finger und die Schnauze verbrennen. Und da stehen wir: Lauter ehrenamtliche Menschen mit einem Beruf, vor dem uns unsere Eltern gewarnt haben. SchriftstellerInnen, die sich freiwillig zusammengeschlossen haben, Arbeitsgruppen gründen, die versuchen, Bedrängten Schutz zu bieten. Zweigstellen in aller Welt, quotenstark, divers, Superperformer.« GANZE REDE

 

 

Streitgespräch Adrian Daub vs. Susan Neiman: »Wie geht woke, wo geht’s nach links?« 

Adrian Daub (li.), Susan Neiman, im Hintergrund: Moderator Jan Feddersen. Fotos [m]: Ali Ghandtschi 

Impulsreferate auf dem Kongress »Mit dem Kopf durch die Wände« des PEN Berlin 16. Dezember 2023

»Ein rechter Kampfbegriff: woke« von Adrian Daub: »Der Verdacht drängt sich auf, dass es das Objekt der Erregung über Woke so gar nicht gibt, oder wenn, dann nur in der Erregung darüber. Wirklich scharf ist an den Charakteristiken nur die Kritik, die Ablehnung.« GANZES REFERAT

»Ein antiuniversalistisches Denken: woke« von Susan Neiman: »Wie schwer es in bestimmten Fällen auch sein mag, Gerechtigkeit und Machtansprüche auseinanderzuhalten, ist die prinzipielle Unterscheidung Grundlage des linksliberalen Denkens.« GANZES REFERAT

 

 

Mitgliederversammlung: Neue Mitglieder im Verein und im Board, Resolutionen

Boardbeats mit Doris Akrap und Simone Buchholz. Foto: Ali Ali Ghandtschi

Pressemitteilung, 16. Dezember 2023: »Die Autorenvereinigung PEN Berlin hat am Freitag an der Humboldt Universität zu Berlin ihre zweite Mitgliederversammlung in Präsenz abgehalten. Die Versammlung wählte 68 neue Mitglieder hinzu, davon 43 Frauen. In den PEN Berlin aufgenommen wurden unter anderem die Schriftsteller:innen Nava Ebrahimi, Deborah Feldman, Charlotte Gneuß, Navid Kermani und Fiston Mwanza Mujila, die Dramatikerin Sivan Ben Yishai, der Lyriker Martin Piekar, die Publizisten Hamed Abdel-Samad, Bernd Stegemann und Sophie Passmann, der Historiker Per Leo und der Philosoph Omri Boehm. Damit wächst der Verein auf rund 650 Mitglieder und auf einen Frauenanteil von 49 Prozent.« GANZE PRESSEMITTEILUNG

 

 

Resolution des PEN Berlin: »Solidarität mit Jüd:innen in Deutschland, Israel und überall«

Resolution der Mitgliederversammlung des PEN Berlin, 15. Dezember 2023: »Der PEN Berlin distanziert sich von der Positionierung des PEN International zum Terrorangriff vom 7. Oktober 2023, da sie in unseren Augen nicht mit den Werten des PEN vereinbar ist. Die Erklärung des PEN International lässt keine Empathie für die israelischen Opfer erkennen und verortet die Ursache für die Taten der Hamas nicht in deren eigener politischer Zielsetzung, sondern in der Politik Israels. Da der PEN International durch seine Verlautbarungen den Eindruck erweckt, für alle Mitglieder zu sprechen, anstatt die Mitglieder für sich sprechen zu lassen, halten wir eine Klärung für notwendig. Diese kommt sehr spät, dafür bitten wir all jene um Entschuldigung, die sich als Betroffene zurecht allein gelassen fühlen.« GANZE RESOLUTION

 

Resolution: »Gegen gesellschaftliche Polarisierung und illiberale Tendenzen im Kulturbetrieb«

Resolution der Mitgliederversammlung, 15. Dezember 2023: »Für uns Schreibende ergibt sich eine besondere Verpflichtung: Größtmögliche Toleranz gegenüber anderen Meinungen, Standpunkten und Perspektiven. Und besondere Sorgfalt in der eigenen Wortwahl. Das erfordert die Mäßigung, nicht jeder als falsch empfundenen Aussage, nicht jeder schiefen Formulierung sofort geharnischt entgegentreten zu wollen. Es erfordert, einzelne Worte nicht zu roten Linien zu machen, an denen sich angeblich Gut und Böse scheiden. Es erfordert die Geduld, zuzuhören und manchmal die Selbstbeherrschung, lieber nicht zu antworten. Ein friedliches Zusammenleben kann nicht gelingen ohne die Bereitschaft zur Toleranz. Demokratischer Dialog bedeutet, die Meinung des anderen für legitim zu halten, auch wenn man sie nicht teilt.« GANZE RESOLUTION


Beitrag von Eva Menasse: »Würden Sie Hannah Arendt als Vereinskollegin akzeptieren?«

Eva Menasse auf einer Veranstaltung  des PEN Berlin auf der Frankfurter Buchmesse, Oktober 2023. Foto: Ali Ghandtschi

Beitrag von Eva Menasse in der Zeit Nr. 53/2023, 13. Dezember 2023: »Der ›nicht unbedeutende Historiker‹ Ernst Piper (Berliner Zeitung) ist wegen meiner politischen Ansichten und derer eines einfachen Mitglieds, der Philosophin Susan Neiman, per Facebook-Verlautbarung ausgetreten. Eine gemeinsame Vereinszugehörigkeit wurde ihm unerträglich; für diesen ›Mut‹ und diese ›klare Haltung‹ hat er online fast tausend Likes bekommen. Mit etwas innerem Abstand ist das bloß eine kleine deutsche Übertragungssatire. (…) Jemand wie Piper könnte sich zumindest fragen, warum er diesem Verein beigetreten ist, wenn die einzige Aktivität in einem krachenden Austritt beshtand. Warum er nie das Gespräch suchte. Vor allem aber, ob er die größte Piper-Autorin Hannah Arendt, die Menachem Begin und dessen Partei immerhin mal in einem offenen Brief mit Terror, Faschismus und Nazismus verglich, als Vereinskollegin akzeptieren würde, wenn es ihm bei Susan Neiman nicht gelingt.« GANZER BEITRAG [€]


Deniz Yücel im Interview: »Wir sind keine Gesinnungsgemeinschaft«

Boardmitglieder Sophie Sumburane, Eva Menasse, Deniz Yücel sowie Kulturstaatsministerin Claudia Roth auf der Israel-Veranstaltung  des PEN Berlin, Frankfurter Buchmesse, Oktober 2023. Foto: Ali Ghandtschi

Interview von Axel Rahmlow mit PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel, Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 7. Dezember 2023: »Wir haben eine Veranstaltung gemacht gleich am Mittwochvormittag auf großer Bühne in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse, am Tag nach der Eröffnungsrede von Slavoj Žižek. Der Titel unserer Veranstaltung lautete: ›In Sorge um Israel.‹ Das möchte ich sagen, weil dieser allein dieser Titel etwas über den Charakter dieser Veranstaltung sagt. (…) Aber wir haben diesen Verein nicht als Gesinnungsgemeinschaft gegründet, wir haben sehr viel Wert gelegt auf Gründerinnen und Gründer, die in jeder erdenklichen Hinsicht divers sind, auch in politischer. (…): Es stimmt, wir haben keine Erklärung abgegeben: ›Der PEN Berlin steht an der Seite Israels.‹ Und mit Verlaub: Ich hätte eine solche Erklärung für hochnotpeinlich gehalten. Es gibt von diesem Verein keine einzige Erklärung in diese Richtung, auch nicht zum Thema Ukraine.« GANZES INTERVIEW

 


Eva Menasse und Deniz Yücel im Interview: »Warum ist Meinungsstreit ein Problem?«

Eva Menasse und Deniz Yücel bei der Gründung des PEN Berlin im Juni 2022

Berliner Zeitung: Warum positioniert sich der PEN Berlin nicht klar sichtbar für Israel?
Deniz Yücel: Das tun wir doch, man muss es nur sehen wollen. (…) Reine Bekenntnispolitik fand ich immer befremdlich: Schnauzbärtige Männer sitzen im Pfeifenrauch und verkünden mit heiligem Ernst: ›Das deutsche PEN-Zentrum lehnt den Nato-Doppelbeschluss ab und fordert den Weltfrieden.‹ Das hat etwas Wichtigtuerisches und Lächerliches. (…).«
Berliner Zeitung:
»Der Name A.L. Kennedy wirkt wegen ihrer Haltung zum BDS wie eine Provokation. Ist das bewusst provozierend gesetzt?«
Eva Menasse:
»(…) Der Kongress ist lang geplant; die Einladung an A.L. Kennedy wurde vor über einem halben Jahr ausgesprochen. (…) Aber auch in diesem Zusammenhang gilt: Wenn wir uns als offene Gesellschaft ernst nehmen, müssen wir sie erst reden lassen und ihr zuhören, bevor wir sie kritisieren.« GANZES INTERVIEW


Iranischer Rapper erneut verhaftet: Lasst unser Ehrenmitglied Toomaj Salehi frei!

Toomaj Salehi

Pressemitteilung vom 3. Dezember 2023: Der iranische Rapper Toomaj Salehi wurde am 30. November in Teheran von bewaffneten Polizisten auf offener Straße verprügelt und an einen unbekannten Ort verbracht. Zuvor hatte er auf Social Media ein Video veröffentlicht, in dem er über die Folter berichtet, die ihm während seiner vorherigen elfmonatigen Haft angetan wurde. Das iranische Regime beschuldigt ihn, in dem Video falsche Aussagen gemacht und Hetze betrieben zu haben. (…) Deniz Yücel Sprecher des PEN Berlin, erklärt: ›Während die Welt auf Israel und Gaza blickt, richtet die islamistische Diktatur immer mehr Regimegegner hin.‹« MEHR

 
 

Causa Sharon Dodua Otoo: PEN Berlin mahnt zu Augenmaß im Kulturbetrieb

Pressemitteilung vom 29. November 2023: »Nun wird ein weiterer Literaturpreis ›ausgesetzt‹, nämlich der Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum an die britisch-deutsche Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo. Ihr wird vorgeworfen, zwei Statements von ›Artists for Palestine UK‹ unterschrieben zu haben. (…) Eva Menasse, Sprecherin von PEN Berlin, stellt dazu fest: ›PEN Berlin spricht sich grundsätzlich gegen jeden politisch motivierten Boykott von Kunst und Kultur aus. Der Ansatz von BDS ist falsch und mit den Werten der PEN Charta unvereinbar. Ebenso falsch aber ist, diesen verfehlten Ansatz nun gegen seine Anhänger zu wenden. Angesichts der sich in den letzten Wochen häufenden Fälle erinnern wir die kulturellen Institutionen in Deutschland dringend an ihre Sorgfaltspflicht gegenüber anerkannten Künstler:innen.‹« MEHR
 
 

Zum Urteil des Landgerichts München: Kriminalisierung der Letzten Generation geht zu weit

Foto: adobeStock – MiReh 565272394
Pressemitteilung vom 23. November 2023: »Das Landgericht München I hat die Klimaschutzgruppe Letzte Generation als kriminelle Vereinigung eingestuft. Zu dieser rechtskräftigen Entscheidung erklärte Deniz Yücel, Sprecher des PEN Berlin: ›Man muss die Letzte Generation nicht mögen. Man kann ihre drastischen Warnungen vor einer drohenden Klimakatastrophe teilen oder für überzogene Apokalyptik halten. Man kann einige ihrer Forderungen wie die Einrichtung eines ›Klimarates‹ für antidemokratisch halten und ihr vorwerfen, mit ihren Straßenblockaden und anderen Aktionen dafür gesorgt zu haben, dass die gesellschaftliche Zustimmung für klimapolitische Maßnahmen heute niedriger ist als noch vor einigen Jahren. Ihr – stets friedlicher – Protest darf aber nicht auf diese Weise kriminalisiert werden.‹« MEHR
 
 
 

Nie wieder ist jetzt: Lesungen gegen Antisemitismus

Anna Yeliz Schentke bei ihrer Eröffnungsgsrede

Lesung am 19. November in Frankfurt

Lesung »Nie wieder ist jetzt – Texte gegen Antisemitismus« im Künstlerhaus Mousonturm mit Stephan Anpalagan, Eva Demski, Özlem Dündar, Yannic Han Biao Federer, Arno Frank, Juan Guse, Kathrin Röggla und Anna Yeliz Schentke 

Bericht in der Frankfurter Allgemeinen von Florian Balke, 20. November 2023: »Nach dem Angriff der Hamas auf Israel und der zögerlichen Solidarität des deutschen Kulturbetriebs hat der PEN Berlin eine Lesung in der Hauptstadt organisiert, die nun, mit leicht veränderter Textauswahl und neun anderen Autoren, in Frankfurt wiederholt wurde.« LINK [€]

 

Fotow: Herta Müller, Seyran Ateş während der Lesung

Lesung am 10. November 2023 in Berlin

Lesung »Nie wieder ist jetzt – Texte gegen Antisemitismus« im Deutschen Theater mit Seyran Ateş, Ralf Bönt, Nora Bossong, Thea Dorn, Michel Friedman, Joachim Helfer, Katja Lange-Müller, Ulrich Matthes, Herta Müller, Düzen Tekkal und Marko Martin 

Eröffnungsgsrede von Joachim Helfer: »Wo Jüdinnen und Juden nicht sicher und frei von Angst leben können, kann bald niemand mehr sicher und frei von Angst leben. Judenhass war und ist immer Hass auf die Freiheit, die Toleranz, die Pluralität. Wir lassen uns als Demokraten nicht in Stämme spalten, sondern wir stehen zusammen für die universellen Rechte und Freiheiten aller Menschen.« GANZE REDE


Deniz Yücel: »Wer über Israelhass nicht reden will, sollte vom Antisemitismus schweigen«

Rede auf der Gedenkveranstaltung zum 85. Jahrestag der Reichspogromnacht in Hamburg: »Luisa Neubauer hat eben ausgeführt, was die Zivilgesellschaft tun kann. Aber es gibt Dinge, die die Zivilgesellschaft nicht tun kann: zum Beispiel diese als Moschee getarnte Vertretung des iranischen Regimes, das Islamische Zentrum, schließen. Frau Staatssekretärin [Juliane Seifert, Bundesinnenministerium], Sie haben eben gesagt, dass es nicht bei Worten bleiben darf und Taten folgen müssen. Sehr richtig. Darum will ich die Bundesregierung einladen und auffordern: Machen Sie diese als Moschee getarnte Vertretung des Mullah-Regimes, ohne das die Hamas nicht dieser Terrorapparat hätte werden können, der sie heute ist, endlich dicht!« GANZE REDE


Beitrag von Sophie Sumburane: Für den PEN Berlin in Kiew

Bericht von Sophie Sumburane in der taz, 4. November 2023: »Nicht mehr in Kiew, aber im Donbas sterben noch heute täglich Menschen, ohne ein Vor oder ein Zurück, in den Schützengräben, beim Treten auf Mienen, im Artillerie-Feuer. Ein Krieg, der hierzulande großes Entsetzen auslöste, doch nun, überlagert von zahlreichen anderen Krisen und Kriegen in der Welt, immer mehr aus dem Fokus rückt, immer weniger präsent ist. Auch aus diesem Grund hat die Schrift­stel­le­r*in­nen­ver­ei­ni­gung PEN der U­kraine eine Delegation von europäischen PEN-Zentren nach Kiew eingeladen. Der Einladung gefolgt sind Ver­tre­te­r*in­nen europäischer PEN-Zentren: Ann-Margit Austena aus Norwegen, Per Christian Ohr-gaard aus Dänemark, Peter Mickwitz aus Finnland, Henrik Sjöberg aus Schweden, Faruk Sehic aus Bosnien und Herzegowina, Stefan Todorovic aus Montenegro und eben ich vom PEN Berlin.« MEHR 


Lesung auf der Frankfurter Buchmesse: Adania Shibli

Aus aktuellem Anlass: Lesung aus Adania Shiblis Roman »Eine Nebensache«

Eröffnungsgsrede von Deniz Yücel: »Allerdings teilen wir auch nicht die Ansicht, dass palästinensische Stimmen in Deutschland nicht gehört würden (…). Was fehlt, sind palästinische Stimmen – Intellektuelle, Künstler, Aktivisten – (…) die die Wortführerschaft nicht den, ob religiösen oder säkularen Radikalen auf der Straße überlassen.« MEHR 

Grußwort von Adania Shibli: »Aus meinem traurigen Schweigen heraus danke ich ihnen, euch und dem Publikum. Diese Zuwendung bestätigt mir, dass Literatur für viele von uns eine Lebensader ist.« MEHR


PEN Berlin auf der Frankfurter Buchmesse

5 Tage, 16 Veranstaltungen, 50 Autor:innen: Und mit freundlicher Unterstützung der Frankfurter Buchmesse GmbH.

Zitate, Schnipsel und Fotos von allen Veranstaltungen

Medienberichte über Veranstaltungen des PEN Berlin

Videoaufzeichnung des Podiumsgesprächs »In Sorge um Israel«

Videoaufzeichnung des Podiumsgesprächs »Hoffnung für Russland: Irgendwer, irgendwie, irgendwann?«

 


PEN Berlin unterstützt Seyran Ates: Unsere Salman Rushdie

Pressemitteilung vom 20. Oktober 2023: »Nachdem Anschlagspläne eines Ablegers der Terrormiliz ›Islamischer Staat‹ auf die progressive Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin aufgedeckt wurden, erklärt PEN Berlin Solidarität mit seinem Gründungsmitglied Seyran Ateş. ›Zum Glück konnten die Mörder rechtzeitig aufgehalten werden‹, sagte PEN Berlin-Sprecher Deniz Yücel. ›Zehn Tage nach dem grauenhaften Massaker der Hamas in Israel erinnert diese Meldung daran, dass der islamistische Terrorismus auch in Deutschland die offene Gesellschaft bedroht.‹ (…) ›In Deutschland gibt es niemanden, deren Leben seit so langer Zeit von Islamisten bedroht wird wie Seyran Ateş.‹« MEHR

 


Keine Nebensache: Preis an Adania Shibli verleihen!

Pressemitteilung vom 12. Oktober 2023: »Nach dem bestialischen Angriff von Hamas-Terroristen auf Israel mehren sich in deutschen Medien Stimmen, die angesichts dieser Verbrechen die geplante Auszeichnung für Adania Shibli auf der Frankfurter Buchmesse als ›unerträglich‹ oder ›Taktlosigkeit‹ bezeichnen. Selbstverständlich ist diese Kritik legitim. Doch sie muss sich auch ihrerseits kritisieren lassen. Dazu hielt PEN-Berlin-Sprecherin Eva Menasse fest: ›Kein Buch wird anders, besser, schlechter oder gefährlicher, weil sich die Nachrichtenlage ändert. Entweder ist ein Buch preiswürdig oder nicht. Die schon vor Wochen getroffene Entscheidung der Jury für Shibli war nach meinem Dafürhalten eine sehr gute. Ihr den Preis zu entziehen, wäre politisch wie literarisch grundfalsch.‹« MEHR


Goethe-Institute: Spar mir nicht so!

Pressemitteilung vom 9. Oktober 2023: »Dass die Goethe-Institute (Jahresbudget derzeit 239 Millionen Euro) sparen müssen, ist keine Überraschung. Nach Jahren von Pandemie und kriegsbedingter Energiekrise trifft es auch die traditionell breit aufgestellte deutsche Auslandskulturarbeit. Dass, wie kürzlich bekanntgegeben wurde, von 159 Goethe-Instituten weltweit neun geschlossen werden müssen, dafür aber in anderen Weltgegenden (etwa in Polen, der Republik Moldau und im Südpazifik) sogar neue eröffnet werden sollen, mutet an wie eine umsichtige, schonende Maßnahme – aber nur auf den allerersten Blick. Bereits auf den zweiten handelt es sich um eine schlecht durchdachte, noch schlechter kommunizierte Entscheidung mit verheerender Außenwirkung.« MEHR
 

Parlamentswahl in der Slowakei: Wir haben Ján Kuciak nicht vergessen

Pressemitteilung vom 2. Oktober 2023: »PEN Berlin ist beunruhigt über die Lage der Meinungsfreiheit in der Slowakei, nachdem der linkspopulistische Politiker Robert Fico am Sonntag erneut als Sieger aus der Parlamentswahl hervorgegangen ist. ›Niemand sollte vergessen, dass Fico im Zuge der Proteste nach der bestialischen Ermordung des Journalisten Ján Kuciak und seiner Lebensgefährtin Martina Kušnírová zurücktreten musste‹, sagte PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel. Trotz zahlreicher Hinweise auf die Verwicklung höchster Stellen innerhalb der damaligen Fico-Regierung wurden die Hintergründe des Doppelmordes nie aufgeklärt. ›Dass das für ein knappes Viertel der Slowakinnen und Slowaken offenbar keine Rolle mehr spielt, ist erschütternd, sagte Yücel.« MEHR


Why the hell not: PEN Berlin jetzt Mitglied von PEN International!

Pressemitteilung vom 28. September 2023: »Eine gute Nachricht: PEN Berlin ist offizielles Mitglied der internationalen PEN-Familie! Auf der diesjährigen Generalversammlung (…) erhielt PEN Berlin die erforderliche Zweidrittelmehrheit. ›Wir freuen uns riesig‹, sagte Eva Menasse, Sprecherin des PEN Berlin. ›Das ist auch eine Anerkennung unserer Arbeit der letzten 15 Monate – bei der Unterstützung verfolgter Autorinnen und Autoren wie bei unserem Einsatz für die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit. Wir danken dem Board und dem Büro von PEN International, allen voran Tanja Tuma, Beatrice Lamwaka, Danson Kahyana, Präsident Burhan Sönmez und der wunderbaren Olha Mukha. Und wir danken den PEN-Zentren aus aller Welt, vom ugandischen zum ukrainischen, vom us-amerikanischen über den slowenischen zum kurdischen, für ihr Vertrauen.‹« MEHR
 

Kürzung von Kultursendungen beim Bayerischen Rundfunk PEN Berlin protestiert!

Credit: AndyLeungHK

Pressemitteilung vom 30. Juli 2023: »Der BR will seine Formate ›kulturWelt‹, ›Diwan: Das Büchermagazin‹, ›Kulturjournal: Kritik Dialog Essay‹, ›Nachtstudio‹, ›radioTexte – die Lesungen‹ streichen, zudem Hörspiele in Eigenproduktion. Die Kürzungen betreffen wöchentlich sieben Stunden Sendezeit, senderintern sprechen Kritiker davon, dass die ›Kultur zum reinen Nischenprodukt werde‹. Das berichtet die Münchner Abendzeitung. PEN Berlin protestiert dagegen entschieden. (…) Das freie Wort gerät noch weiter unter Druck, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr, wie es seine verfassungsmäßige Aufgabe ist, seinem Bildungsauftrag nachkommt.  Wer Kulturangebote drastisch kürzt, erschwert damit auch den Zugang zu Fakten und zur Vielfalt der Argumente. « MEHR

 


Kultur- und Medienverbände verurteilen diffamierende Filmreihe über Osman Kavala

Osman Kavala

Pressemitteilung vom 21. Juni 2023: »Das KulturForum Türkei Deutschland, PEN International, das PEN-Zentrum Deutschland, PEN Berlin, die Akademie der Künste und Reporter ohne Grenzen sind zutiefst besorgt über die Ausstrahlung einer Filmreihe auf dem Streamingdienst des türkischen Staatsenders TRT, die eine diskreditierende und herabsetzende Darstellung des Kulturförderers und Intellektuellen Osman Kavala zeigt. Dies geschieht trotz der Tatsache, dass Kavala in der Türkei aufgrund fadenscheiniger Anschuldigungen unrechtmäßig zu einer lebenslangen Isolationshaft verurteilt wurde – ein Urteil, das noch nicht einmal rechtskräftig ist.«  MEHR

 

 


Yavuz Ekinci in Berlin angekommen

Deniz Yücel (PEN Berlin), Yavuz Ekinci und Deniz Utlu (Schriftsteller) am LCB

Pressemitteilung vom 20. Juni 2023: »Gestern ist der bekannte türkisch-kurdische Schriftsteller Yavuz Ekinci in Berlin gelandet. (…) Der Autor stand in der Türkei mehrfach wegen einzelner Tweets vor Gericht und wurde deswegen zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Ekincis Roman ›Traumsplitter‹ – bei der Frankfurter Buchmesse 2014 noch am Stand des türkischen Kulturministeriums präsentiert – wurde vor Kurzem wegen angeblicher ›Terrorpropaganda für die PKK‹ beschlagnahmt. Den Ausgang der türkischen Wahlen kommentierte Ekinci in der FAZ so: ›Ich hatte von einem Land geträumt, in dem es keine Beute und keine Jäger mehr gibt, aber heute bin ich mit dem beklemmenden Gefühl aufgewacht, Beute zu sein.‹« MEHR

 


Kakwenza Rukirabashaija mit Václav-Havel-Preis geehrt

Rukirabashaija, Yücel, Tagung von PEN International, Uppsala, September 2022

Pressemitteilung vom 14. Juni 2023: »PEN Berlin gratuliert herzlich seinem soeben zugewählten Mitglied Kakwenza Rukirabashaija, der heute in Oslo mit dem ›Václav-Havel-Preis für kreativen Dissens‹ geehrt wurde. Der 35-jährige Rechtsanwalt und Schriftsteller ist wegen seiner satirischen Romane in seiner Heimat Uganda eine Berühmtheit. In Büchern wie ›Banana Republic‹ und ›The Greedy Barbarian‹ nimmt er die politischen Missstände des Landes auf Korn. Das brachte ihm mehrfach Haft und Misshandlung ein. Nachdem er im Februar 2022 vom Geheimdienst verschleppt und erneut schwer gefoltert wurde, entschloss er sich zur Flucht in ein Nachbarland. Dem deutschen PEN Zentrum unter seinem damaligen Präsidenten und heutigen Sprecher von PEN Berlin, Deniz Yücel, gelang es, den Schriftsteller nach Deutschland in Sicherheit zu bringen.« MEHR


Erster Geburtstag, jetzt fast 600 Mitglieder

Pressemitteilung vom 10. Juni 2023: »Zum ersten Geburtstag veranstaltete der Verein eine digitale Mitgliederversammlung und wählte 85 neue Mitglieder hinzu, darunter die Schriftstellerinnen Esther Kinsky und Tanja Schwarz, die Journalisten Stephan Lebert und Harald Martenstein, die Sachbuchautor:innen Katja Kullmann und Gerd Koenen, die Verleger:innen Nicole Bartels, Felicitas von Lovenberg und Karsten Kredel sowie etliche Kolleg:innen mit einer anderen als der deutschen Muttersprache: Filipp Dzyadko (Russland), Tomer Dotan-Dreyfus (Israel), Tien-Chi Martin Liao (China), Ali Fathollah-Nejad (Iran), und Sam Zamrik (Syrien). Damit wächst PEN Berlin, der stolz ist auf seine in jeder Hinsicht vielfältige Mitgliedschaft, auf nahezu 600 Mitglieder. Im Herbst strebt der Verein die Aufnahme in den Dachverband PEN International an.« MEHR

 

 

 

 


Über uns

PEN Berlin.
Wir stehen im Wort.

Wir wollen einen neuen PEN.
Einen zeitgemäßen und diversen PEN, in dem sich auf Deutsch schreibende oder in Deutschland lebende Schriftsteller:innen und Übersetzer:innen aller literarischen und publizistischen Genres zusammenfinden.
Einen PEN von und für Kolleg:innen, die sich für Meinungsfreiheit und einen offenen Diskurs einsetzen, ohne Präsident:innen und andere Titel, mit einem paritätischen Board an der Spitze.
Einen PEN, der sich im Sinne der Charta des internationalen PEN gegen jede Form von Menschenhass wendet, dessen Mitglieder sich in den Dienst der Meinungsfreiheit stellen und die gemeinsam für eine bessere Zukunft eintreten.
Im Geiste unserer Namensgeberin Berlin, der Vielsprachigen, der Stadt, die heute für Offenheit und für die Überwindung von Grenzen steht, nennen wir uns PEN Berlin – eine NGO, die sich den Idealen der Aufklärung, der Meinungsvielfalt, der Toleranz und der Solidarität verpflichtet.
Denn die Freiheit des Wortes ist weltweit bedrohter als jemals zuvor. Immer mehr Autor:innen fürchten um ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit. Unser Fokus wird deshalb auf der materiellen und ideellen Unterstützung verfolgter Kolleg:innen liegen.
Wir brauchen diesen neuen PEN, um dem Wort, der Literatur, der Poesie und jedem anderen textbasierten Genre den Raum zu geben, der notwendig ist, um sich frei zu entfalten.
Und wir brauchen diesen neuen PEN, der gemeinsam und unabhängig von Herkunft und Haltung Missstände anprangert und denjenigen hilft, die in ihrer freien Meinungsäußerung bedroht werden.
Uns sind alle willkommen, die mit dem Wort arbeiten und bereit sind, sich uns bei diesem Vorhaben anzuschließen.
Wir stehen im Wort.
Darum haben wir zum 10. Juni 2022 den PEN Berlin gegründet. Derzeit (Ende 2023) hat der PEN Berlin etwa 650 Mitglieder.

 

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