August 2026: Heimatreihe, Iran, Eva Menasse
Zur PEN-Berlin-Heimatreihe
Volksstimme, 2,1 Millionen − Der Politikpodcast für Sachsen-Anhalt, Gespräch von Lena Bellon mit Deniz Yücel [vorab], 5. August 2026: »Wenn über 40 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes denken, dass in Deutschland die Meinungsfreiheit eingeschränkt sei, dann ist es ein Problem. Entgegenwirken kann man nur, wenn man das tatsächlich erfahrbar macht. Deswegen ist das Publikum bei allen Veranstaltungen als vierter Gast mit angekündigt. Wir sagen: ›Her kann jeder alles sagen, nur nicht in beliebiger Länge und nicht zu beliebiger Zeit‹ – damit möglichst viele Leute zu Wort kommen und alle sich gegenseitig zuhören. Aber wir sagen nicht Meinungsfreiheit und stellen Verbotsschilder auf.« LINK
Deutschlandfunk, Kultur heute, Gespräch von Lucca Pizzato mit Jackie Thomae, 10. August 2026 [vor der Veranstaltung in Bitterfeld-Wolfen]: »Ich habe noch nie − ich bin 1972 geboren − eine so besorgte Zeit erlebt wie derzeit. Und die spannende Frage ist in der Reihe, in der das Publikum einen Gast darstellt, also das Mitmachen unbedingt gewünscht ist, ob die Leute sagen ›Ja, ich bin hier zu Hause, das ist meine Heimat‹ oder ›Nein, das ist nicht mehr mein Land‹ oder ›Ja, das ist schon mein Land, war es lange nicht. Aber ich habe mir das erarbeitet.‹ Das sind spannende Fragen, die wir da beackern werden. Und ich kann überhaupt nicht vorhersagen, wie das stimmungsmäßig so wird. Deshalb freue ich mich darauf.« LINK und AUDIO

Bayern 2, Die Welt am Morgen, Gespräch von Matthias Hacker mit Jackie Thomae [vor der Veranstaltung in Bitterfeld-Wolfen]: »Ich weiß, dass es sehr emotional war, die letzten Veranstaltungen, die der PEN in dieser Reihe gemacht hat, (…) dass es ein Ort war, an dem die Leute sich getraut haben, was zu sagen, zu diskutieren und ganz offen miteinander umzugehen. Also eben nicht dieses ›Wir müssen auch andere Meinungen aushalten‹. Da wird immer dieses große Wort ›Aushalten‹ benutzt. Und sobald dann jemand sagt, was abweicht, gibt es Ärger oder gar einen Shitstorm. Ich glaube, dass diese Veranstaltung genau das nicht macht, dass diese Veranstaltung dafür da ist, dass man das, was andere Leute sagen, erst mal interessant findet.« AUDIO

DLF Kultur, Fazit, Bericht von Ulrich Wittstock aus Bitterfeld-Wolfen, 10. August 2026: »Das war nicht so, dass da jemand aus Berlin kam und den Menschen hier in Bitterfeld-Wolfen erklärt, wie man mit dem Begriff Heimat sinnvoll umzugehen habe. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, das war auch die größte Überraschung für viele: dass die Leute aufgefordert wurden, sich außerhalb der üblichen Denkmuster zu bewegen, also ihren eigenen Denkraum ein bisschen zu erweitern. Und es waren auch Parteigänge der AfD hier, die haben ihre Sichtweise geäußert. (…) Und das ist ja etwas, was hier im Osten immer wieder beklagt wird: diese Sprachlosigkeit, dass man eben nicht mehr in der Familie oder im Freundeskreis über Politik debattiert, sondern schweigt und aus Angst vor Gegenrede gar nichts sagt. Das war heute nicht so.« LINK und AUDIO

MDR Kultur, Kultur am Vormittag, Bericht von Ole Steffen aus Bitterfeld-Wolfen, 11. August 2026: »Das Licht, neonweiß, sehr hell, eher ungebütlich, nicht unbedingt die Atmosphäre eines Kamingesprächs über Heimat. Das sollte der Abend aber offenbar auch gar nicht sein. Vielmehr war er gedacht als ein Dialogformat, bei dem sich wirklich alle sehr aufmerksam zugehört haben. Zunächst haben Deniz Yücel und Jackie Thomae in der ersten halben Stunde ihre Assoziation zum Thema Heimat in den Raum geworfen. (…) Das war bemerkenswert zu erleben, wie diese Öffnung des Dialograums über Heimat plötzlich auch ganz andere Themen zu Tage gefördert hat.« LINK und AUDIO

radio 3, Radio 3 am Morgen, Gespräch von Anja Herzog mit Jackie Thomae aus Bitterfeld-Wolfen, 11. August 2026: »Es ist nichts Pädagogisierendes und es ist auf gar keinen Fall ideologisch, sondern es ist so, dass diese Idee, dass Leute sich draußen treffen und miteinander reden, eben vielleicht Dinge ganz anders darstellt oder auch abfangen kann, die online komplett aus dem Ruder gelaufen sind, auch im Tonfall. Und wenn man nett miteinander redet, merkt man, wie viel das öffnet und wie viel das auch ebnet. Und wenn das gut kommuniziert wird, ist das ein total interessanter Abend für die Leute da vor Ort.« LINK und AUDIO

Tagesspiegel, Bericht von Gerrit Bartels aus Bitterfeld-Wolfen, 11. August 2026: »Ein Herr in einem schwarzen Anzug, der im Publikum bekannt zu sein scheint, verweist auf den Meinungskorridor, in dem er sich befinde, ohne das Wort als solches zu verwenden: ›Man muss auch anderer Meinung sein dürfen.‹ Und dann sagt er: ›Wenn alle Welt jetzt Angst hat vor der Wahl in Sachsen-Anhalt, vor der AfD, können Sie sich nicht auch vorstellen, dass jemand Hoffnung damit verbindet?‹ Im Publikum scheint das eine Einzelmeinung zu sein. Sie wird sogleich damit gekontert, dass ein Begriff wie Heimat von den Parteien instrumentalisiert werde.« LINK [€] und PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Interview von Uwe Kraus mit Deniz Yücel, 11. August 2026: »Wir planen keine Kanzelpredigten und wollen keine Verbotsschilder aufstellen. Es muss doch aber Gründe haben, dass 40 Prozent der Befragten sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, hier im Land, nicht in China, der Türkei und dem Iran! Darum wollen wir Meinungsfreiheit erlebbar machen. Alle sollten sich dabei zuhören. Wir haben bewusst ganz unterschiedliche Leute an unseren Tisch geholt, nicht nur weil wir auch mit öffentlichen Mitteln finanziert werden. Uns ist es wichtig, dass die Teilnehmer aus verschiedenen Milieus kommen und weltanschaulich breit aufgestellt sind. Es gibt darunter durchaus Gäste, die bis vor wenigen Tagen nicht wussten, was der Harz ist.« PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Anja Falgowski aus Dessau, 12. August 2026: »Um Heimat also sollte es gehen, ein Thema, bei dem sich allerlei unterbringen ließe, begründete Yücel im Vorfeld die Wahl. Diese Möglichkeit besteht durchaus, der Begriff ist weit. Tatsächlich wurde es immer dann besonders interessant, wenn sich die Gesprächspartner auf dem Feld ihrer eigenen Expertise – Kopetzky als Autor der ›Harzreise‹ und Stadtrat, Alme als Bundeswehrangehöriger – bewegten. Klug, reflektiert, erklärend und dabei nicht belehrend. Vielleicht war das der Grund dafür, dass der Anteil der Fragen aus dem Publikum den der eigenen Redebeiträge überwog. Und obwohl der PEN Berlin die Gesprächsreihe ganz ausdrücklich nicht als Wahlkampf verstanden wissen will – das ist sie tatsächlich nicht –, politisch wurde es dennoch. Was nicht wundern kann angesichts der bevorstehenden Wahlen im Land.« LINK [€] und PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Marcel Duclaud aus Wittenberg, 15. August 2026: »Carsten Franzke stimmt ein Loblied auf Wittenberg an, eine tolle Stadt, in der nach der Wende vieles aufgebaut wurde: ›Wir haben angepackt und gestaltet. Wir können stolz sein.‹ Allerdings gelte es jetzt, zu verhindern, dass durch ›falsche Wege‹ gefährdet wird, was so mühselig entstanden ist: ›Die Insolvenzen steigen‹, warnt der Geschäftsführer. Lukas Rietzschel spricht von der Landschaft, von der Gerüchen, die ihn in die Heimat ziehen: ›Wir haben keinen ICE, wir sind weit weg, wir haben Ruhe.‹ Im Übrigen sei Görlitz eine wunderschöne Stadt. Von einer erstaunlichen Verklärung der DDR, gerade bei jungen Leuten, spricht der Autor auch. Wenn jemand die DDR zurückhaben wolle, ergänzt Franzke, könne das nur mit Unwissenheit zu tun haben.« PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Beate Reinke aus Weißenfels, 15. August 2026: »Eingeladen hatte die Autorenvereinigung PEN Berlin. (…) In dem Bestreben, viele Kreise zu besuchen, fiel die Wahl auch auf Weißenfels und damit auf einen Ort, den der PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel bisher nur vom Hörensagen kannte. ›Wir kommen nicht aus Berlin, um zu sagen, wo es langgeht‹, betonte der deutsch-türkische Journalist und Publizist gegenüber der MZ. ›Jeder kann hier alles sagen, es folgt kein Aber.‹ Dieser Raum zum offenen Austausch wurde verantwortungsvoll, fair und konstruktiv genutzt. Den Diskurs führten auf dem Podium Martin Papke (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels, und der Schriftsteller und Musiker Sebastian Caspar unter der Moderation der Journalistin Julia Hemmerling.« PDF

Du bist Halle, Bericht, vor der Veranstaltung in Halle, 16. August 2026: »Inhaltlich kreist der Abend um Fragen, die die gesamte Reihe begleiten: Was bedeutet Heimat heute – zwischen persönlichem Sicherheitsgefühl und politischer Aufladung des Begriffs? Wie verändert sich Zugehörigkeit, wenn Ängste vor gesellschaftlichem Wandel wachsen? Und was macht ein spezifisch ostdeutsches – oder in diesem Fall auch ein jüdisches – Heimatgefühl aus? Der Ort der Veranstaltung, die Jüdische Gemeinde Halle, verleiht diesen Fragen an diesem Abend ein besonderes Gewicht.« LINK
Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Margit Herrmann aus Zeitz, 17. August 2026: »Moderiert wurde die Gesprächsrunde von der Journalistin Jessica Quick, die als Ressortleiterin bei der Mitteldeutschen Zeitung arbeitet. Eine besondere Rolle kam dabei den Zuhörern zu: Sie waren ausdrücklich als „dritter Gast“ eingeladen, Fragen zu stellen, zu widersprechen und eigene Erfahrungen einzubringen. (…) So entwickelte sich ein offenes Gespräch über gesellschaftlichen Zusammenhalt, unterschiedliche Perspektiven und die Frage, was Menschen verbindet und was sie auseinanderbringen kann.« LINK und PDF
Nordkurier, Bericht von Sebastian Graulich, vorab aus Neustrelitz, 18. August 2026: »Der Verein PEN Berlin veranstaltet gemeinsam mit dem Kulturquartier am 9. September um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema »Heimat«. (,..) Ziel des Abends ist ein offenes Gespräch darüber, was Heimatverbundenheit und Heimatliebe bedeuten, wie viel Heimat ein Mensch überhaupt braucht und was eine Gesellschaft zusammenhält oder auseinanderdriften lässt. LINK
MDR, artour, Beitrag von Rayk Wieland aus Freyburg, 20. August 2026: »[Deniz Yücel:] ›Wenn über 40 Prozent der Menschen dieses Landes den Eindruck haben, dass man in Deutschland in politischen Dingen seine Meinung nicht frei äußern könne, dann hat die Demokratie ein Problem.‹ (…) [Clemens Meyer:] ›Es ist wichtig, in die sogenannte Provinz zu gehen, die Leute dort zu treffen und ihnen zu zeigen: Es wird nicht nur in Berlin, in Leipzig, in Dresden in Magdeburg Politik gemacht, sondern auch in der Provinz. Wir kommen hierher mit dem PEN, um Meinungen auszuloten, um auch einen Raum zu schaffen, wo Leute sagen können, was sie jetzt gerade denken. Ob uns das jetzt passt auf der Bühne oder dem Moderator oder den anderen Teilnehmenden, ist mir egal. Dass diese Räume geschaffen werden, finde ich enorm wichtig.‹« LINK und VIDEO
Nordkurier, Bericht von Maxi Koglin, vorab vor der Veranstaltung in Demmin, 22. August 2026: »In Demmin diskutieren Vertreter aus Wissenschaft und Kultur über den Heimatbegriff und seine politischen Bezüge. (…) Sicherheit, Wohnraum und Zukunft sind Themen Die Veranstalter kündigen ein Gespräch über persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen an. Dazu zählen Fragen nach Sicherheit im öffentlichen Raum, bezahlbarem Wohnraum und wirtschaftlicher Zukunft.« LINK

Volksstimme, Bericht von Anna Schwanz aus Oschersleben, 25. August 2026: »Gleich zu Beginn wurde deutlich, wie unterschiedlich die persönlichen Zugänge zum Thema Heimat sind. Trümper, gebürtiger Oscherslebener, bezeichnete Deutschland ohne Zögern als sein Land: ›Ich bin in dem Land jetzt fast 71 Jahre lang groß geworden, alt geworden und das ist mein Land, ganz eindeutig.‹ Daran änderten auch die aktuellen Herausforderungen nichts, wie er sagt: ›Es läuft ja nicht alles so, wie man es sich wünschen würde. Von daher müssen wir gemeinsam schauen, wie wir das wieder in den Griff kriegen können.‹ Auch Thea Dorn stimmt zu, dass Deutschland ihre Heimat sei den Weg dorthin beschreibt sie jedoch als holprig. Geboren 1970 bei Frankfurt am Main, sei sie mit einer tiefen Scham aufgewachsen, deutsch zu sein.« LINK [€] und PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Sebastian Möbius aus Sangerhausen, 25. August 2026: »Dass im Friesenstadion angeregt und auch mal lauter diskutiert wird, ist von den Heimspielen des Fußball-Verbandsligisten VfB Sangerhausen bekannt. Am Montagabend wurde der Gastraum der Gaststätte ›Am Friesenstadion‹ aber Schauplatz einer Gesprächsrunde, die fast schon eine Art Bürgerdialog war. Organisiert wurde die Veranstaltung unter dem Titel ›Ist das noch/schon mein Land‹ von der Schriftstellervereinigung PEN aus Berlin. (…) Zwar wurden auch Beispiele der Gäste für Heimat wie ›Wenn ich auf den Kyffhäuser blicken kann, bin ich zu Hause‹ oder ›Das Ortseingangsschild signalisiert mir, dass ich zu Hause, in meiner Heimat bin‹ angeführt, doch der Tenor war eindeutig: Die Art und Weise wie in Sachsen-Anhalt über kontroverse Themen gesprochen wird, sei entscheidend.« LINK [€] und PDF

Nordkurier, Bericht von Jens Griesbach vorab aus Rostock, 26. August 2026: »Mit einer großen Gesprächsreihe durch Deutschland lädt PEN Berlin zu Debatten über Heimat und Demokratie ein. Zwei Gäste aus unterschiedlichen Bereichen treffen aufeinander – und auf das Publikum. Denn hier ist das Publikum nicht Beiwerk, sondern ›der dritte Gast‹: Es diskutiert, widerspricht, ergänzt und prägt den Abend entscheidend mit. Ein offenes Gespräch darüber, was die Gesellschaft zusammenhält und sie auseinanderzureißen droht.« LINK

Volksstimme, Bericht von Cornelia Kaiser aus Kalbe, 26. August 2026: »Über die Sprache, so Valerie Schönian, fühle auch sie sich verbunden. ›Aber man kann ja auch mehrere Heimaten haben‹, meinte die Journalistin und Autorin, die sich sowohl in der Altmark, wo sie geboren wurde, als auch in Magdeburg, wo sie aufwuchs, und in Berlin, wo sie aktuell lebt, zu Hause fühlt. Immer wieder unterstreicht sie öffentlich ihre ostdeutsche Identität. ›Sich als ostdeutsch zu identifizieren, verstehe ich überhaupt nicht‹, so Monika Maron, nach deren Ansicht sich viele nicht richtig mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen würden. ›Mir gerät zu sehr in Vergessenheit, was für ein Schrotthaufen die DDR war‹, so die Frau, die selbst bis 1988 in dem Land, über dessen Umweltsünden sie einst ein Buch geschrieben hat, gelebt hat. Sie findet es fatal, heute ›so zu tun, als wenn der Osten ein Opfer des Westens ist‹.« LINK und PDF

Altmark-Zeitung, Bericht von Hanna Koerdt aus Kalbe, 27. August 2026: »Im Kulturhof der Künstlerstadt Kalbe passierte am Dienstagabend etwas, woran es aktuell in vielen Debatten mangelt: eine Äußerung und Meinung sacken und erst einmal stehen lassen. Zu einer Gesprächsrunde, mit der die Autorenvereinigung PEN Berlin aktuell durch größere und kleinere Orte in Sachsen-Anhalt tourt, waren die Autorin Monika Maron, die Journalistin und Autorin Valerie Schönian sowie Deutschlandfunk-Moderator Niklas Ottersbach eingeladen. Zu hören gab es aber nicht nur ihre Sichtweisen und Gefühle zu dem komplexen Begriff Heimat. Schon der Einstieg machte die Vielfalt der Perspektiven sichtbar. (…) Trotz der Gegensätze blieb der Austausch respektvoll. Gerade darin lag für viele Besucher ein Wert des Abends. Und immer wieder wurde deutlich, dass beide Gesprächspartnerinnen zwar unterschiedliche Antworten auf dieselben Fragen geben, jedoch aus einer gemeinsamen Sorge heraus diskutieren: Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen?« LINK und PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Interview von Sebastian Möbius mit Béla Réthy aus Sangerhausen, 28. August 2026: »Auf die Wichtigkeit des Amateurfußballs angesprochen, sagte Réthy: ›Der Amateurfußball ist die Keimzelle von dem, was später groß wird. Also ein ganz wichtiger Bestandteil. Zudem ist er die Basis für die Spieler und aus meiner Sicht ein Kulturgut.‹ Dass der Amateurfußball auch seine Schattenseiten hat, wissen nicht nur die fußballinteressierten Menschen in Sachsen-Anhalt nach den Ausschlüssen vom FC Ostelbien Dornburg sowie von Eintracht Gladau aufgrund einer nachgewiesenen rechtsextremistischen Ausrichtung. Auch Réthy hat mitbekommen, dass vor allem das Thema Rassismus im Amateurfußball weiterhin ein großes negatives Thema ist. Im Gespräch zeigte er klare Kante und sagte: ›Rassismus ist keine Meinung und auch keine reine Politisierung des Sports. Es ist eine Straftat.‹« LINK und PDF

NDR 1, Gespräch von Judith Pinnow mit Deniz Yücel zum Start in Mecklenburg-Vorpommern, 28. August 2026: »[Pinnow:] ›Was kann ein Land zu meinem Land machen?‹ [Yücel:] ›Ich glaube, das hat viel was mit Gewissheiten zu tun, mit Sicherheiten. Also zum Beispiel die Sicherheit, dass wenn ich gesetzlich krankenversichert bin und einen Facharzt brauche, dass ich dafür nicht drei Monate warten muss. Das Gefühl, wenn ich nachts auf der Straße unterwegs bin, nicht um meine Sicherheit fürchten muss. Natürlich das Gefühl, es gibt hier Möglichkeiten, am Wohlstand teilzuhaben. (…) Deswegen haben wir dieses Thema gewählt. Es gibt immer einen Moment bei den Veranstaltungen, wo wir das Publikum nach einem Lied abfragen und dann auch gemeinsam kurz singen. Das gehört dazu.‹« LINK und AUDIO

Nordkurier, Interview von Patrick Kiefer mit Deniz Yücel zum Start in Mecklenburg-Vorpommern, 31. August 2026: »Unsere Veranstaltung steht allen Bürgern offen. Der Eintritt ist frei und AfD-Wähler sind genauso willkommen wie jeder andere auch. Wir haben keine Angst vor der Meinungsfreiheit und stellen keine Stoppschilder auf. (…) Es sollen möglichst viele zu Wort kommen – und ich hoffe, dass man sich gegenseitig zuhört. Möglicherweise muss man auch mal etwas aushalten, was man nicht hören will. (…) Es geht zivilisiert zu und wir bemühen uns um einen echten Austausch von Standpunkten. Ich stelle aber fest, dass die Fronten teilweise sehr verhärtet sind. Was dem einen Hoffnung macht, bereitet dem anderen Angst.« LINK und PDF
Nordkurier, Bericht von Eleonora Rybalko vorab aus Neubrandenburg, 30. August 2026: »In Neubrandenburg wird am 4. September über das Thema Heimat gesprochen. Zu Gast sind der Schriftsteller und Übersetzer Alhierd Bacharevič und die Musikerin und Autorin Sookee. Bacharevič wurde 1975 in Minsk geboren und lebt heute in Berlin. Seine Bücher sind in Belarus als ›extremistisch‹ eingestuft und verboten. Für seinen Roman ›Europas Hunde‹ erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.« LINK und PDF

radio eins [rbb], radio eins ab drei, Gespräch von Gespräch von Max Spallek mit Aron Boks zum Abschluss der Reihe in Sachsen-Anhalt und zum Start Mecklenburg-Vorpommern, 31. August 2026: »Für mich ist es auch etwas sehr Besonderes: Ich bin ja dieses Jahr auch quasi nach zehn Jahren nach Sachsen-Anhalt zurückgekehrt. Ich habe dieses Bundesland aber jetzt durch diese Reise nochmal ganz anders kennengelernt und vor allen Dingen etwas erlebt: (…) Was sehr spürbar ist, ist dieses Bedürfnis von Menschen, sich einander zu begegnen, sich auszutauschen und auf unterschiedliche Meinungen zu treffen. Es ist wie ein Bedürfnis, was Leute aktiv suchen und einen öffentlichen Raum schaffen wollen. Dafür wollen wir Möglichkeiten geben. (…) Wir glauben daran, dass wir niemandem sagen müssen, wie man darauf zu reagieren hat, weil wir glauben eigentlich, dass das Publikum aufeinander reagieren kann.« LINK und AUDIO
ARD, titel thesen temperamente, Beitrag von Rayk Wieland, aus Kalbe und Freyburg, 30. August 2026: »[Deniz Yücel:] ›Wenn über 40 Prozent der Menschen dieses Landes den Eindruck haben, dass man in Deutschland in politischen Dingen seine Meinung nicht frei äußern könne, dann hat die Demokratie ein Problem.‹ (…) [Clemens Meyer:] ›Ich verfluche meine Heimat manchmal auch und sage, großer Gott im Himmel, was sind das nur für Menschen hier? Und zähle mich natürlich selbst zu denen. Natürlich fragst du dich in deiner Heimat mehr, wie konnten Dinge so kommen, wie sie jetzt sind.‹ [Monika Maron:] ›Ich glaube, dass der Osten für den Westen ja sehr lange nur existiert hat als Stasi, Nazi oder doof. Ich kann mich erinnern, es gab mal eine Wahl, die DVU-Wahl. Darüber habe ich geschrieben: Der Westen nimmt den Osten zum ersten Mal ernst.‹« LINK und VIDEO
Zu neuen Hinrichtungen im Iran

DLF Kultur, Fazit, Gespräch von Britta Bürger mit Daniela Sepehri, 8. August 2026: »Nach den Massakern auf den Straßen im Januar folgt gerade das nächste Massaker, nämlich in den Gefängnissen. Und es betrifft immer stärker die politischen Gefangenen. Wir haben seit Anfang des Jahres mehr als 900 Hinrichtungen, die im Iran vollstreckt worden sind. Dutzende Protestierende, die Anfang des Jahres festgenommen worden sind, in Schnellverfahren und in Scheinverfahren zum Tode verurteilt worden sind. Verfahren, die wenige Minuten gedauert haben. Es wurde vor einiger Zeit auch ein Rapper beispielsweise, ein 22-jähriger Rapper, Mahnam Navab Safavi, zum Tode verurteilt. So wie viele andere Protestierende ebenso. Menschenrechtsorganisationen kommen kaum noch hinterher, die vielen Hinrichtungen zu dokumentieren. Es ist ein regelrechtes Massaker in den Gefängnissen gerade.« LINK und AUDIO
Deutschlandfunk, Meldung, 10. August 2026: »Der PEN Berlin wirft der Bundesregierung vor, dass sie einen ›Tunnelblick auf die Straße von Hormuz‹ hat und zu der Menschenrechtslage im Iran schweigt. Demnach nutzt der Iran die Aufmerksamkeit des Westens auf die wirtschaftliche Lage, um die Repressionen gegen seine Bevölkerung zu verschärfen. Der Schriftstellerverband warnt: ›Das Schweigen zu den massiven Repressionen, den anhaltenden Hinrichtungen und der systematischen Verfolgung von Künstler:innen, Journalist:innen und anderen kritischen Stimmen sendet ein fatales Signal an das Terrorregime in Iran.‹« LINK
Eva Menasse über die PEN-Berlin-Gründung

Tagesspiegel, Interview von Gerrit Bartels mit Eva Menasse, 13. August 2026: »Trotzdem waren die PEN-Berlin-Jahre eine unglaublich interessante Zeit. Ich habe viel gelernt, so viel vielleicht wie seit Grundschulzeiten nicht mehr. Was Politik anbetrifft, Gruppendynamik, Bürokratie, aber vor allem, wie es um den Zeitgeist steht: diese Überhysterisierung von wirklich allem. (…) Ich war schockiert vom inneren Zustand von PEN Deutschland und hatte großen Respekt vor Deniz Yücel, Sophie Sumburane, Konstantin Küspert, Joachim Helfer und den anderen, die ja angetreten sind, den alten Darmstädter PEN zu reformieren. Im Grunde war auch das eine wahre Deutschland-Metapher: Da kommen welche und haben den Willen, die Energie und auch den Humor für eine Reform, aber reflexhaft wird die ganz große Panzerwand errichtet und alles prallt ab. Uns schien damals die Neugründung der einzige Weg, besser jedenfalls als nur ein Massenaustritt, der sich abzuzeichnen begann. So bin ich reingeraten, so kam es zur Gründung von PEN Berlin. Ich halte es weiterhin für richtig, bereue es keineswegs, ich war danach nur sehr erschöpft.« LINK [€] und PDF