Medien

Juni/Juli 2026: Heimatreihe, Andere Reihen, Ali Lmrabet

Zur PEN-Berlin-Heimatreihe

Heimat
Aron Boks (l.) und Deniz Yücel, PEN-Berlin-Heimatreihe, Offenburg, 30.01.2026 | Foto: Herr Fichtner

Berliner Zeitung, Bericht von Susanne Lenz [vorab], 17. Juli 2026: »Der PEN Berlin setzt seine bundesweite Gesprächsreihe zum Thema Heimat fort und lädt vom 10. bis 27. August zu 16 Diskussionsabenden in Sachsen-Anhalt ein. Unter den Leitmotiven ›Ist das noch mein Land?‹ sowie ›Ist das schon mein Land?‹ soll über Zugehörigkeit, Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutiert werden. (…) Der PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel bezeichnet Heimat als einen Begriff, der eng mit dem Bedürfnis nach Sicherheit verbunden sei. Viele gegenwärtige Debatten drehten sich um Ängste vor wirtschaftlichem Niedergang, unkontrollierter Zuwanderung, Rechtsextremismus oder dem Verlust sozialer Sicherheit. Diese politische Dimension des Heimatbegriffs interessiere den PEN ebenso wie dessen persönliche und emotionale Bedeutung.« LINK [€]

OVB-Heimatzeitungen, Bericht [vorab], 18. Juli 2026: »Die Schriftstellervereinigung PEN Berlin tourt vom 10. bis 27. August mit einer Diskussionsreihe durch 16 Orte in Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltungsreihe steht unter dem Motto ›Ist das noch/schon mein Land?‹ In den Mittelpunkt soll der Begriff Heimat gerückt werden. Neben den eingeladenen Gästen soll auch das Publikum die Diskussionen maßgeblich mitgestalten. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Aktuell liegt die AfD in Umfragen vorn. Der Landesverband der Partei wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.« LINK

Heimat
Plakat am Marktplatz von Sangerhausen | Foto: PEN Berlin

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Frank Schedwill [vorab, aus Sangerhausen], 29. Juli 2026: »Das Plakat auf der Litfaßsäule am Markt sorgt für Aufsehen. In knallroten Großbuchstaben wird auf gelbem Hintergrund für eine Veranstaltung geworben, die am 24. August in Sangerhausen stattfindet. ›Ist das noch|schon mein Land?‹ lautet das Motto. (…) Bewusst ist PEN Berlin mit der Reihe auch an Standorten zu Gast, ›die nicht zu unserem klassischen Betätigungsfeld zählen‹, wie [Aron] Boks sagt. ›Wir sind in Theatern und Kulturzentren, aber auch in anderen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt relevanten Einrichtungen: in Bernburg beim Stadtchor, im Stendaler Dom, bei der Jüdischen Gemeinde in Halle und in Sangerhausen beim VfB, einem der größten Sportvereine der Region.‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Plakat am Marktplatz von Sangerhausen | Foto: PEN Berlin

radio eins, Live aus dem Bikini, Marion Brasch im Gespräch mit Aron Boks, 31. Juli 2026: »Aron Boks, In Tübingen hatten wir den berühmtesten schwäbischen Oberbürgermeister der Welt zu Gast, Boris Palmer, und Jens Bisky, Es ging eine halbe Stunde lang nur über Dialekte, über das Sächsische, das Schwäbische, und irgendwann hat Boris Palmer gesagt: Das wird mir jetzt zu harmonisch. Und dann ging es dann doch über Migration, und es ging ein großes Raunen durch den Raum, und es war Feuer drin. (…) Und die Erfahrung vor zwei Jahren in Thüringen war: Je näher die Wahl gerückt ist, desto angespannter wurden die Leute. Ich glaube, dass das existenzieller wird in Sachsen-Anhalt als in Baden-Württemberg.« LINK und AUDIO

Volksstimme, Bericht von Jan Dahms [vorab aus Oschersleben], 31. Juli 2026: »PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel, der die Gesprächsreihe gemeinsam mit dem Schriftsteller Aron Boks organisiert, betont: ›Jeder darf alles sagen.‹ Das Publikum soll sich aktiv an der Diskussion auf dem Podium beteiligen, darf Fragen stellen, seine Meinung äußern, miteinander in den Austausch gehen. Deniz Yücel will freie Meinungsäußerung erlebbar machen Auf die Idee des Miteinander-Reden-Müssens, erzählt der Journalist und Publizist, sei er schon früher gekommen. Nämlich als er vor eineinhalb Jahren in einer Allensbach-Umfrage gelesen habe, dass etwa 40 Prozent der Befragten meinten, dass eine freie Meinungsäußerung in Deutschland nicht möglich sei. ›Dass das aber doch geht, das wollen wir erfahrbar machen.‹ Und das außerhalb der üblichen großstädtischen und kulturellen ›Blasen‹, fügt Deniz Yücel hinzu.« LINK [€] und PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Anja Falgowski [vorab aus Halle], 31. Juli 2026: »Es wird jetzt viel geredet. Nicht mehr nur in Talkshows von geladenen Gästen, sondern mit den ›normalen‹ Menschen. Was bewegt sie, wovor haben sie Angst, was macht ihnen Hoffnung? Auch die Autorenvereinigung PEN Berlin, hervorgegangen aus dem Schriftstellerverband PEN Deutschland, ist dabei. Nicht erst seit kurzem – das von ihr durchgeführte Format gibt es schon länger; bereits vor zwei Jahren – ebenfalls vor Landtagswahlen – sorgte es für Aufsehen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Und nun geht es also nach Sachsen-Anhalt, später dann nach Mecklenburg- Vorpommern und Berlin.« PDF

 

Zur Festnahme von Ali Lmrabet in Marokko

Ali Lmrabet
Ali Lmrabet | Screenshot: YouTube

Börsenblatt, Bericht, 15. Juli 2026: »Am 12. Juli wurde der französisch-marokkanische Journalist Ali Lmrabet bei seiner Einreise am Flughafen Tanger festgenommen und nach Casablanca gebracht. Ali Lmrabet zählt laut PEN Berlin seit Jahrzehnten zu den bekanntesten regierungskritischen Journalisten Marokkos; (…). PEN Berlin verurteilte die Festnahme und forderte seine ›sofortige und bedingungslose Freilassung‹. PEN-Berlin-Boardmitglied Daniela Sepehri erklärte: ›Die marokkanischen Behörden sollen Ali Lmrabet unverzüglich freilassen und davon absehen, das Justizsystem zu instrumentalisieren, um gegen unabhängige Stimmen vorzugehen.‹ Inzwischen wurde Lmrabet nach Angaben von PEN Berlin wieder freigelassen. Die grundsätzliche Sorge um die Pressefreiheit in Marokko bleibe jedoch bestehen.« LINK

Frankfurter Allgemeine, Bericht von Hans-Christian Rößler, 15. Juli 2026: »Die Festnahme ist nach Einschätzung des PEN Berlin Teil einer Kampagne mit dem Ziel, ›die verbliebenen unabhängigen Stimmen in Marokko zum Schweigen zu bringen‹ Auch Reporter ohne Grenzen und die marokkanische Vereinigung für Menschenrechte (AMDH) hatten sich für Lmrabet eingesetzt, der in Barcelona lebt.« LINK [€]

Zur Reihe des PEN Deutschland (Darmstadt)

Frankfurter Allgemeine, Bericht von Andreas Platthaus, 12. Juni 2026: »Es wird viel gemeint an diesem Abend in Nürnberg, in der Ruine der kriegszerstörten Katharinenkirche. Dorthin hat PEN Deutschland eingeladen, zum Auftakt einer Gesprächsreihe namens ›frei & geist‹-Tour, die sich im Laufe eines Jahres in jedem einzelnen Bundesland der Frage widmen soll, was diese Gesellschaft umtreibt.  (…) Moderiert wird ihr erster Abend (wie auch die folgenden; der nächste steht schon am 25. Juni in Halle an) von Mathias Politycki, Schriftsteller mit dezidierten Meinungen und Präsident von PEN Deutschland. Die Gesprächsreihe ist seine Idee – es galt, der vor zwei Jahren durchgeführten aufmerksamkeitsstarken Ostdeutschland-Diskussionsreihe der Konkurrenz von PEN Berlin etwas entgegenzusetzen.« LINK [€]

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Christian Eger, 26. Juni 2026: »[Monika] Maron beklagt, dass nach 1989 die erste – und notwendige – Generation von Westlern im Osten im zweiten Gang nicht Ostler in die Jobs gezogen hätte. ›Das war ein Fehler.‹ Gespaltene Gesellschaft? ›Ich kann es nicht mehr hören‹, sagt [Ilko-Sascha] Kowalczuk. Denn Spaltung sei immer da und immer ein Antrieb. Hier greift [Jürgen] Kaube ein. Es werde heute zu oft von Spaltung gesprochen, sagt er, wo Differenzierung gemeint sei. Nordirland sei eine gespaltene Gesellschaft, die USA. ›Auch die Bundesrepublik in den 50er und 60er Jahren war gespalten‹, sagt er. Nämlich konfessionell. ›Wenn wir Spaltung sagen, müssen wir das Wort auch ernst nehmen.‹ Den Ernst sehe er nicht. Und die Spaltung des PEN-Clubs 2022 in PEN Deutschland und PEN Berlin?, wirft Politicky ein. ›Ich nenne das einen Dissens‹, sagt Kaube.« LINK [€]

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