Februar 2026: Heimat-Gesprächsreihe: »Ist das noch|schon mein Land?«

Freitag, Beitrag von Christian Baron aus Kaiserslautern und Pirmasens, 24. März 2026: »Deniz Yücel und Aron Broks touren seit Wochen durch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, weil sie jenen ein Forum bieten wollen, die sonst nicht zu Wort kommen, also Menschen außerhalb von Politik, Kultur und Medien, Leuten unterhalb der Chefetagen. Und tatsächlich, die Aufmerksamkeit liegt vor allem auf den Reihen des Publikums. Von zwei Seiten gehen Mikrofone herum. Hier, das betont Broks vorab deutlich, dürfe jeder alles sagen. Dies sei kein Ort für Teilzeitliberale. Erfreulich viele nehmen das Angebot an. (…) Am meisten aber polarisiert ein anderes Thema. Was noch vor wenigen Jahren niemand in einem Theater offen zu sagen gewagt hätte, kommt an diesem frühen Abend gleich in mehreren Statements zum Ausdruck. Sorgen um die Sicherheit in den Städten gehen um, die unverhohlen an Ethnien festgemacht werden. « LINK [€] und PDF

Rheinpfalz, Bericht von Julia Luttenberger aus Pirmasens, 19. März 2026: »Für Marcel Reif, der an vielen Orten gelebt hat, ist Heimat vor allem ein Gefühl. ›Ich habe Heimat nie verortet, sonst wäre ich ja ständig entwurzelt worden‹, sagt er. Heimat sei für ihn die Geborgenheit, die er in seiner Kindheit in Kaiserslautern erlebt habe. Er bekomme Tränen der Rührung in die Augen, wenn er das Pfalzlied höre – so wie wenige Minuten zuvor, als der Kaiserslauterer Autor Christian Baron das Lied schmetterte. (…) Reifs behütete Kindheit sei möglich gewesen, weil sein Vater, ein galizischer Jude, nie über sein Schicksal während der NS-Diktatur gesprochen habe: ›Dadurch bin ich sorglos im Land der Täter aufgewachsen‹, sagt Reif. Heute gibt er eine Botschaft weiter, die ihm sein Vater eindringlich mit auf den Weg gegeben habe: ›Sei ein Mensch.‹« LINK [€] und PDF

Oeffentlicher Anzeiger, Bericht von Josef Nürnberg aus Bad Kreuznach, 19. März 2026: »Moderiert wurde der Abend von Marian Ristow, Redaktionsleiter des Oeffentlichen Anzeigers. Eine gute Wahl, auch weil das Publikum seine Vorstellungen von Heimat darlegen konnte, und Ristow als Kenner der Situation in Kreis und Land der profunde Ansprechpartner war. Dass Wissing und Lux durchaus unterschiedliche Erfahrungen mit Heimat gemacht haben, liegt an deren Biografien. So wuchs Lux in der Zentralukraine auf. Ihre jüdische Familie wollte nach dem Zerfall der Sowjetunion nach Israel auswandern, entschied sich dann dafür, nach Deutschland zu gehen. Über ein Flüchtlingsheim kam die Familie nach Gelsenkirchen. Lux fühlte sich schon in der Ukraine heimatlos. ›Ich fühle mich meistens von Fernweh als von Heimweh angesogen‹, sagte sie. Heimat sei für sie ein stabiles WLAN.« LINK [€] und PDF

Rheinpfalz, Bericht von Matthias Nowack aus Speyer, 17. März 2026: »Für Marjana Gaponenko ist Deutschland längst ›ihr Land‹. Seit rund 25 Jahren lebt sie hier, schreibt ihre Texte auf Deutsch und hat Wurzeln geschlagen. Ihre ursprüngliche Heimat Ukraine bleibt dennoch präsent – und ist gleichzeitig mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden. Spätestens seit der Annexion der Krim habe sich ihr Blick verändert: Heimat sei für sie auch ›ein Zustand, der weh tut‹. (…) Kurt Beck dagegen nähert sich dem Thema über Werte. Für ihn gründet Heimat im Fundament des Grundgesetzes und in der Idee Europas. (…) Die europäische Einigung sei kein Gegenentwurf zur Heimat, sondern ihre Erweiterung. An 41 Abenden im Land wird derzeit über Heimat gesprochen – und damit über nichts Geringeres als die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens.« LINK [€] und PDF

Rheinpfalz, Interview von Julia Luttenberger mit Marcel Reif vor der Veranstaltung in Pirmasens, 16. März 2026: »Ich betrachte Kaiserslautern und die Pfalz, in der ich meine frühe Kindheit verbracht habe, als Provinz. Wobei das für mich noch nie ein Schimpfwort war – es steht für angenehm, überschaubar und behütet. Gerade als junger Mensch, wenn alles in Bewegung ist, hat man gern eine Sicherheit und Geborgenheit. Deswegen habe ich zu Kaiserslautern einen stärkeren Bezug als zu anderen Städten, in denen ich gelebt habe. Wenn ich das Wort Pfalz höre, rührt das bei mir etwas an. (…) Nehmen Sie die Migrationsdebatte, die gerade auf so vielen Ebenen geführt wird. Heimat ist das Fundament, auf dem man darüber nachdenken kann, was auf der menschlichen Ebene passiert. Denn es kommen Menschen, die keine Heimat haben, die ihre Heimat verloren haben oder sie verlassen müssen. Das Thema berührt mich und wenn mich jemand danach fragt, führe ich gern ein Gespräch darüber.« LINK [€] und PDF

Wormser Zeitung, Bericht von Ulrike Schäfer aus Worms, 16. März 2026: »Ja, was ist denn nun Heimat? Zwar spiele die Geografie mit ihren Landschaften und Gebräuchen eine Rolle, führte Malu Dreyer aus, doch für sie sei Heimat vor allem ein emotionaler Raum. „Heimat ist, wo ich mich geborgen fühle“, sagte sie. Doch sei die Gesellschaft vielfältiger geworden. Was Heimat sei, sei nicht mehr so klar. Das verunsichere Menschen. Wie Dreyer empfindet auch Ufuk Çakır, als Kind alevitischer Einwanderer in Neuss geboren, Deutschland als sein Land. (…) „Hier engagiere ich mich, hier mische ich mich ein.“ In der Türkei wäre das nicht möglich, weil die Aleviten dort nicht anerkannt würden. „Unser Lebensmittelpunkt ist hier.“ (…) Was Heimat ausmachen kann, war direkt fühlbar, als Irfan Kandemir, Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde, sich in schönstem rheinhessischem Dialekt als Guntersblumer vorstellte, und erst recht beim fantastischen Buffet, das die Alevitinnen gezaubert hatten.« LINK [€] und PDF

Rheinpfalz, Bericht von Susanne Schütz aus Kaiserslautern, 16. März 2026: »So bunt gemischt wie an diesem Nachmittag ist das Werkstattbühnenpublikum selten. Der Kaiserslauterer Autor Christian Baron sprach mit Soziologieprofessor und Autor Harald Welzer, moderiert von der aus Kaiserslautern stammenden Tagesschau-Journalistin Amelie Marie Weber (…) über nichts weniger als die aktuelle gesellschaftliche Befindlichkeit. Und darüber, wie sich die allgemeine Unzufriedenheit mit nahezu allem überwinden lässt. Ein Grundgedanke von Welzer, der nie akademisch, sondern gern auch flapsig spricht, lautet: ›Wir haben gerade ein politisches Problem, weil Menschen sich nicht genug beheimatet fühlen.‹ (…) Und so ruft eine Besucherin – es gibt mehrere Runden für Wortmeldungen aus dem Publikum, für die auch PEN Berlin-Sprecher Deniz Yücel das Mikrofon umherreicht – schlicht, aber nachdenkenswert dazu auf, mit anderen einfach freundlich umzugehen.« LINK [€] und PDF

Rheinpfalz, Bericht von Rolf Gauweiler aus Landau, 15. März 2026: »An dem Ort, ›an dem ich vom Krieg genesen konnte‹. Klar hat er Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit erlebt, aber vor allem eben „Hilfe, Freundschaft und Beistand“. (…) Als Musiker in seiner Punkband namens Korrekte Drinks kennt Tijan Sila die linke Szene ziemlich gut. Er hat nie verstanden, warum das Wort Heimat dort so oft ›eine Eruption des Ekels‹ hervorruft. Auch wenn in politischen Debatten die Nazis und der Holocaust stets mitbedacht werden sollten, ›muss man nicht über Deutschland sprechen als wäre da ein Poltergeist im Haus‹. Fücks teilt diese Ansicht. Deutsche hätten ›einen Generalverdacht gegen sich selbst‹, konstatiert er und fügt an: ›Es ist nicht verkehrt, eine kritische Vorsicht zu haben. Aber wir sollten uns mehr zutrauen.‹« LINK [€] und PDF


Blick Aktuell, Bericht aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, 15. März 2026: »In Bad Neuenahr-Ahrweiler entwickelte sich ein intensiver Dialog zwischen Podium und Publikum. Mehrere Gäste berichteten von persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Veränderungen. Dabei zeigte sich, dass Heimat für die Menschen sehr unterschiedlich wahrgenommen wird – von konkreten Orten und prägenden Gebäuden bis zu einem abstrakten Gefühl der Zugehörigkeit. (…) Nick Falkner dankte dem PEN Berlin und dem Team um Deniz Yücel für die wichtige Gesprächsreihe im Ahrtal. Er betonte, wie wertvoll Heimat in der Region sei und wie sehr sie sich verändern könne. Offene Gespräche seien essenziell für das gesellschaftliche Miteinander.« LINK und PDF
Nahe-Zeitung [Rhein-Zeitung], Bericht von Thomas Brodbeck aus Idar-Oberstein, 13. März 2026: »Für viel Diskussion sorgte die Äußerung Küsperts, dass er zwar den Kriegsdienst als junger Mann verweigert, sich nun jedoch zum Militärdienst gemeldet habe. ›Deutschland ist zwar nicht das beste Land, das ich mir vorstellen kann, auch habe ich keine große emotionale Bindung zu Deutschland, aber ich glaube, es bietet beispielsweise in Bezug auf Frauen- und LGBTQ-Rechte mehr Freiheiten als Putins Russland.‹ Worte, die mit Applaus honoriert wurden. Schmitt warf ein, dass man sich nicht mit dem Staat identifizieren solle: ›Staatliches Handeln deckt sich gerade im Krieg nicht mit meinen Vorstellungen. Daher wäre ich nicht bereit, irgendwem zu dienen. (…) Viele Anwesende meldeten sich, um ihre Meinung zum Heimatbegriff darzulegen, aber auch um Fragen zu stellen. Dabei ging es weniger darum, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, vielmehr hatte man die Chance zuzuhören, sich ohne Angst zu äußern und auch unbequeme Positionen zu vertreten.‹« LINK und PDF

Rheinpfalz, Bericht von Lena Pauline Drumm aus Kusel, 12. März 2026: »Neben [Manuel] Andrack und [Artur] Becker kam das Publikum als dritter Gast zu Wort. Andreas Becker, Betreiber des Veranstaltungsorts, erzählte von Vorurteilen, dass auf dem Land keine Popkultur stattfinden würde. Das Kinett versuche jedoch, seiner Heimat mit internationalen Künstlern neue Blickwinkel zu eröffnen. Eine weitere Frau aus den Stuhlreihen definierte Heimat als Ort, an dem sie sich einfach wohlfühle – wo vielleicht derselbe Dialekt gesprochen werde. Außerdem mache das Treffen Gleichgesinnter eine Region für sie zur Heimat. Viele Anwesende berichteten von der Schwierigkeit, den Begriff zu fassen, und sprachen im Plural von mehreren Heimaten, da auch der Migrationshintergrund das Heimatverständnis stark beeinflussen könne.« LINK [€] und PDF

Mainzer Allgemeine, Interview von Jens Kleindienst mit Deniz Yücel, 10. März 2026: »Mit dem PEN setzen wir uns für Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit ein – und wollen mit den Menschen darüber ins Gespräch kommen. Es geht um den öffentlichen Raum, er wird hierzulande durch verschiedene Faktoren eingeengt. Seine Meinung zu sagen und Widerspruch auszuhalten, das ist für eine Demokratie existenziell. (…) Deshalb ziehen wir von Ort zu Ort. (…) In Mainz, wo wir bei der Jüdischen Gemeinde zu Gast sind, wird das wegen des grassierenden Antisemitismus sicher ein Thema sein. Viele Juden in Deutschland fragen sich seit dem 7. Oktober: Ist das noch mein Land? Die gleiche Frage stellen sich aber auch viele Menschen in Deutschland mit arabischen Wurzeln, weil sie sich einem permanenten Verdacht ausgesetzt sehen, wenn sie über Gaza reden. Übrigens wollten wir auch in einer Ditib-Moschee Station machen, aber das wurde nach langem Hin und Her leider nichts.‹« LINK [€] und PDF


Rhein-Zeitung, Bericht von Eberhard Thomas Müller aus Bad-Neuenahr-Ahrweiler, 9. März 2026: »Mit Nick Falkner, Gründer der Stiftung Ahrtal, dem Soziologen Dr. Nils Kumkar und Moderatorin Celina de Cuveland, Redakteurin der Rhein-Zeitung, auf dem Podium begab sich die Veranstaltung ›Hallo Rheinland-Pfalz, reden wir über Heimat‹ auf Spurensuche. (…) Die Zuschauer machten sich Sorgen um die Heimat, so Nick Falkner: ›Im Ahrtal habe ich mir viel Sorgen gemacht, dass junge Menschen abwandern und dass man historische Gebäude abreißt. Und wenn wieder was passiert: Haben wir Schutzräume, Sirenen?‹ Eine Flut, ein Krieg könnte die Heimat binnen einer Nacht zerstören, mahnte Falkner. (…) Dieser drohende Verlust, die Sorge, so Nils Kumkar, spüle das Reden über Heimat nach oben: ›Wenn man sich zu Hause fühlt, sagt man nicht Heimat.‹ Der Begriff ›Heimat‹ steht für Nils Kumkar auch für die heile Zeit vor der Katastrophe. ›Die Geborgenheit steht auf dem Spiel. Deshalb reagieren Leute so bissig. Wenn über Sorglosigkeit geredet wird, ist die nicht mehr selbstverständlich. Die Sorglosigkeit ist futsch.‹ (…) Kumkar griff den Wortbeitrag zum von der Flut zerstörten und noch nicht wiederhergestellten Thermalbad auf: ›Es ist der Verlust und die Frage, was besser sein könnte. Oft stehen hinter dem Begriff Heimat ganz konkrete Probleme.‹« LINK und PDF
Bonner General-Anzeiger, Bericht von Victor Francke aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, 9. März 2026: »Geborgenheit, Vertrautheit, Verbundenheit: Heimat hat viele Gesichter und emotionale Verwurzelungen, so viel wurde an dem Abend klar. Es ist mehr als ein Gebiet mit geografischen Grenzen, mehr als ein Zuhause und bloßer Lebensmittelpunkt, mehr als ein Ort. ›Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt‹, meinte eine Diskutantin. ›Heimat ist da, wo ich einmal sterben möchte‹, ergänzte ein anderer Besucher.« LINK und PDF

Schwäbische Zeitung, Beitrag von Silke Strauch-Hartmann, 8. März 2026: »Das Gebiet um das große Binnengewässer ist Heimat für vieles und viele, Heimat also auch im Sinne von Gefühl. (…) Heimat nicht als Vaterland – eher schon als Muttersprache. So auch für Theresia Walser, die Dialekt als Sprache ihrer Kindheit sieht, wie sie in einem Gespräch über Heimat des PEN Berlin in Friedrichshafen kürzlich sagte. Der Philosoph Hans Mayer, später bekannt als Jean Améry, musste im Zweiten Weltkrieg emigrieren. ›Man muss Heimat haben, um sie nicht nötig zu haben›, ist seine Erfahrung. Améry schrieb: ›So wie man die Muttersprache erlernt, ohne ihre Grammatik zu kennen, so erfährt man die heimische Umwelt. Muttersprache und Heimatwelt wachsen mit uns, wachsen in uns hinein und werden so zur Vertrautheit, die uns Sicherheit verbürgt.‹« LINK

Autohaus.de, Bericht aus Diez, 6. März 2026: »Die vom Autohaus S&R etablierte ›S&R Kulturbühne‹ hat eine der abwechslungsreichsten Wochen ihrer jüngeren Geschichte erlebt. Zwischen gesellschaftspolitischem Austausch, regionaler Pop‑Kultur und bayerischem Kabarett zeigte das Haus, wie breit es kulturelle Impulse setzen kann. Zum Auftakt lud der PEN Berlin zu einer offenen Debatte über die Frage ›Was bedeutet Heimat heute?‹. Die Autorinnen und Autoren Deniz Yücel, Jürgen Kaube, Ursula Krechel und Lars Hennemann diskutierten gemeinsam mit dem Publikum über Identität und Zugehörigkeit – ein Abend, der bewusst die klassische Trennung zwischen Bühne und Saal auflöste und intensive Gespräche ermöglichte.« LINK
Wormser Zeitung, Vorbericht von Franziska Vollstedt, 6. März 2026: »All das lasse sich bündeln als ›Angst vor dem Verlust des Vertrauten, vor dem Verlust von Heimat‹. (…) PEN Berlin habe sich bewusst für verschiedene Orte des gesellschaftlichen Lebens entschieden, um möglichst verschiedene Menschen und Perspektiven zusammenzubringen. Neben Literaturhäusern und Theatern gehören für Yücel auch Kirchen, Synagogen oder Moscheen dazu.« LINK und PDF

Rhein-Lahn-Zeitung, Bericht von Elmar Hering aus Wissen, 5. März 2026: »Andreas Rödder bedauerte die ›Ideologisierung von Heimat‹ und erinnerte an die Phase vor 2015, als sich Deutschland entspannt mit seinem Wesen als Einwanderungsland auseinandergesetzt habe. Yannic Federer richtete den Blick derweil noch weiter zurück, für ihn gehören auch Kolonialismus und Nazizeit zur vielschichtigen Heimatdiskussion. Politische Vereinnahmung, biologistische Abgrenzungen und Migrationsforderungen sind keine neuen Forderungen. Zum Schluss fand die Diskussion zu einer Art appellierender Definition: ›Heimat ist, wenn wir es gemeinsam schaffen, dass wir uns gemeinsam heimisch fühlen‹, schloss Federer.« LINK und PDF

AK-Kurier, Bericht von Klaus Köhnen aus Wissen, 4. März 2026: »Prof. Dr. Andreas Rödder, der in Wissen geboren wurde, beschrieb seine Sicht auf den Begriff ›Heimat‹ mit dem Hinweis darauf, dass es diesen nur im Deutschen gebe und er sich kaum übersetzen ließe. Manchmal wünsche er ›anderen‹ Ländern, sie hätten einen ähnlichen Begriff. (…) Yannic Han Biao Federer, ein Schriftsteller mit chinesisch-indonesisch-deutschen Wurzeln, beschrieb den Begriff zunächst als Haus, dass er auch als ›Heim‹ bezeichnete. (…) Durch die Diskussionsbeiträge aus dem Publikum, rund 50 Besucher waren erschienen, wurde die Diskussion dann, wie die Diskutanten und die Moderatorin feststellten, wieder in die politische ›Schiene‹ verschoben. LINK und PDF

SWR 3, Kultur am Mittag, Bericht von Clemens Sarholz aus Koblenz, 3. März 2026: »Die Positionen stehen nebeneinander. Das ist das Prinzip dieser Gesprächsreihe, erklärt der Journalist Deniz Yücel: (…) ›Wir schaffen einen Diskussionsraum, in dem wir keine Verbotsschilder aufstellen. Hier kann jeder alles sagen, nur nicht in beliebiger Länge und nicht zum beliebigen Zeitpunkt, damit möglichst viele zu Wort kommen und immer nur einer spricht und alle anderen dem zuhören.‹ (…) In Koblenz geht es an dem Abend nicht darum, Recht zu behalten, sondern darum, nebeneinander sprechen zu können. (…) [Publikumsstimmen:] ›Ach, das war eigentlich sehr befruchtend, die verschiedenen Aspekte zu hören und verschiedene Meinungen zu hören.‹ ›Ich finde es richtig cool, dass unterschiedliche Themen und Ansichten zur Sprache kommen, ohne dass es verletzend oder unangemessen wäre.‹ ›Sehr interessant, sehr vielfältig von den Äußerungen, sowohl im Podium als noch mehr natürlich aus dem Publikum.‹« AUDIO

Rhein-Zeitung, Bericht von Dirk Eberz aus Diez, 3. März 2026: »Der Veranstalter nehmen einen großen Anlauf (…) Und sie treffen einen Nerv. Oftmals als bloße Volkstümelei abgetan, ist den Menschen in der Region ihre Heimat wichtig. Ganz im Sinne der Reihe ›Ist das noch/schon unser Land?‹ Die Antwort an diesem lebhaften Abend lautet: jein. Unter den Zuschauern melden sich auch erstaunlich viele Zuhörer mit innerdeutschem Migrationshintergrund zu Wort – Bayern, Ostfriesen, Sauerländer. Der eine oder andere ist immer ein Zugezogener geblieben. Gerade auf dem Land. Heimat kann also auch ausgrenzen. Auf dem hochkarätig besetzten Podium entwickelt sich im Anschluss ein Diskurs auf hohem intellektuellem Niveau. Auf der alten Hebebühne des benachbarten Autohauses haben neben Moderator Lars Hennemann, Chefredakteur unserer Zeitung, die Schriftstellerin Ursula Krechel und FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube Platz genommen, um den ›Heimat‹-Begriff aus ihrer persönlichen Sicht zu sezieren.« LINK [€]

Trierischer Volksfreund, Vorbericht von Katharina De Mos zu den Veranstaltungen in der Region Mosel/Eifel, 1. März 2026: »Ziel der Diskussionen ist es, in einer Zeit der Unsicherheit, in einer Zeit, in der viele Menschen den Verlust von Sicherheit, von Vertrautem, von Heimat fürchten, wirklich miteinander ins Gespräch zu kommen. Und andere Ansichten und Widersprüche einfach mal auszuhalten. ›Kommunikation ist die Grundlage dafür, dass Demokratie überhaupt funktioniert‹, sagt Yücel. Neben den Podiumsgästen steht daher das Publikum im Zentrum der Abende, das sich mit seinen eigenen Gedanken ›ohne Angst vor der freien Rede‹ einbringen soll. ›Wir stellen keine Verbotsschilder auf‹, verspricht der Journalist. Aber warum das Thema Heimat? ›Heimat, das ein interessanter, ein schöner Begriff, auch ein weiter Begriff‹, sagt Yücel. Zum einen könne man diesen persönlich auslegen oder philosophisch. ›Auf der einen Seite ist Heimat aber auch ein hochpolitischer Begriff.‹« LINK [€] und PDF