Februar 2026 (Heimat-Gesprächsreihe: »Ist das noch|schon mein Land?«)

Stuttgarter Zeitung, Bericht von Volker Jost aus Stuttgart, 26. Februar 2026: »Etwa die Hälfte der Stuttgarterinnen und Stuttgarter habe einen Migrationshintergrund wie sie. Aber im prall gefüllten Literaturhaussaal meinte die Bürgerin viel biodeutsches Stuttgart-West-Halbhöhen-Milieu zu erkennen. (…) Das Publikum [lieferte] die wichtige Bodenhaftung und lebenswirkliche Ausgestaltung zum theoretischen Überbau: Eine Frau, deren Eltern aus Ostpreußen geflohen waren, fragt sich noch heute, wer sie eigentlich ist. (…) Ein junger Mann mit türkisch-deutschen Wurzeln, der Lehramt studiert, erzählte, dass er sich nie als Deutscher fühlen kann, weil Deutschland ihm das nicht spiegele. (…) Und so zeigte sich in den Wortmeldungen nicht nur ein überraschend diverses Stuttgarter Publikum jenseits der klischeehaften Halbhöhe – was Eva Menasse und Özge Inan erleichtert hat – sondern auch ein kaleidoskopartiges Bild dessen, was Heimat ausmacht.« LINK [€] und PDF

Eßlinger Zeitung [Stuttgarter Nachrichten], Bericht von Johannes M. Fischer aus Esslingen, 25. Februar 2026: »Für [Georg Restle] ist Heimat ein Sehnsuchtsort, der sich in der Gefühlswelt abspielt. Ein Beispiel aus Köln zeigt, wie schwierig der Begriff ist. Kölner identifizieren sich Restles Beobachtung nach stark mit ihrer Stadt. Die Kölner Identität manifestiert sich unter anderem in zahlreichen Liedern. Auf der Textebene gehe das Liedgut allerdings weit auseinander, so Restle: Mal sind Kölner alle, die in der Stadt leben, also auch die Hinzugezogenen, und mal sind Kölner nur die, die dort geboren wurden. Mit diesem Beispiel war das anschießende Gespräch zwischen Publikum und Podium vorgezeichnet: Heimat funktioniert als exklusiver und als integrierender Begriff. (…) Wie Restle hält [Jovana Reisinger] eine kritische Distanz zum Heimatbegriff und warnt vor einem nostalgischen, verkitschten Weltbild, das ein vereinfachtes sozialromantisches Leben vorgaukelt.« LINK und PDF

Bonner General-Anzeiger, Vorbericht von Volker Jost zur Veranstaltung in Ahrweiler, 25. Februar 2026: »Unterstützt wird der Abend von der Stiftung Ahrtal. (…) Für die Verantwortlichen passt der Besuch des PEN Berlin gut in die eigene Arbeit. Nick Falkner sagt: ›Heimat ist kein festes Bild, sondern entsteht dort, wo Menschen miteinander sprechen, zuhören und Verantwortung füreinander übernehmen. Gerade im Ahrtal wissen wir, wie wichtig Zusammenhalt und offene Gespräche für unsere gemeinsame Zukunft sind.‹« LINK [€] und PDF

Rheinpfalz, Interview von Yannick Dillinger mit Deniz Yücel, 23. Februar 2026: »Ich erlebe ein Land, in dem das ehrenamtliche Engagement wichtig ist. Aber auch eines, in dem Ängste eine Rolle spielen. Was für den einen die Angst vor Zuwanderung ist, ist für den anderen die Angst vor der AfD.« LINK [€] und PDF
Badische Neueste Nachrichten, Vorbericht von Sven Scherz-Schade zur Veranstaltung in Karlsruhe, 23. Februar 2026: »Die Besonderheit des Formats liegt beim Publikum. Es ist der ›dritte Gast‹ des Abends. Fragen, Einwände und persönliche Erfahrungen sollen eingebracht werden. Was ist heute noch ›so wie früher‹ an Deutschland? Und was hat sich so verändert, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich selbstverständlich zu Hause fühlen? In einer Zeit, in der der Begriff Heimat politisch aufgeladen ist, verspricht der Abend im KOHI keine einfachen Antworten, wohl aber eine lebendige Debatte.« PDF

Südwest Presse, Bericht von Peter Ertle aus Tübingen, 23. Februar 2026: »Zustimmung aus dem Publikum kommt von einem Herrn, der nicht versteht, warum man für Migranten mehr täte als für solche wie ihn, der schon sein Leben lang hier lebe. Und von einer Frau, die berichtet, erst vor einer Woche aus Hamburg nach Tübingen gezogen zu sein, in Hamburg habe die Familie es nicht mehr ausgehalten, wegen der zunehmenden Übergriffe von Migranten und der zunehmenden AfD-Wähler im eigenen Bekanntenkreis. Andere beleuchten den sozialen Hintergrund und die Kriegstraumata der Geflüchteten, es sei doch fatal, wenn man ausgerechnet jetzt an psychologischer Betreuung für Migranten spare. (…) So ging das hin und her. Ohne ein lautes Wort, ohne Polemik, ohne sich ins Wort zu fallen. Eine kleine, geglückte demokratische Selbstverständigung.« LINK [€] und PDF

Südkurier, Bericht von Ina Klietz aus Villingen-Schwenningen, 23. Februar 2026: »›Heimat ist da, wo ich sicher bin‹, erklärte Simone Buchholz. Allerdings: ›Sicherheit als Frau ist relativ in einer Gesellschaft, in der für Frauen der gefährlichste Ort das Zuhause ist‹, schränkte die Autorin ein. Dem hielt Steffen Mayer die aktuelle Kriminalstatistik entgegen, die einen Rückgang der Delikte im öffentlichen und privaten Bereich aufweist. Dies bestätigte der Gemeinde- und Kreisrat Bernd Lohmiller. ›Auf der Möglingshöhe passiert heute viel weniger als früher‹, erklärte der pensionierte Polizeibeamte. (…) Bei der Reflexion über den Unterschied von ›Heimat‹ und ›Zuhause‹ waren sich die Teilnehmer einig: ›Fasnet ist Heimat‹, beschrieb Elisabeth Viereck das Gefühl der Gemeinschaft beim Umzug in den Narrenhochburgen.« LINK [€] und PDF

Pforzheimer Zeitung, Bericht von Robin Daniel Frommer aus Pforzheim, 20. Februar 2026. »Mit jeder Fragerunde wurden Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede deutlich. Werte wie Liebe und Gemeinschaft, Heimat in Bezug auf Pforzheim, Ehrenamt und Sprache, das Zuhause bei Menschen, aber auch (…) verlorenes Vertrauen in den Sozialstaat und in die Demokratie wurden aus teils unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. Nach dem Podium kamen die Beiträge aus dem Publikum: Sigrid Baumgärtner verwahrte sich gegen Cotars Losung: ›Sozialstaat absägen. Damit kann ich Heimat nicht verbinden.‹ Eine junge Dame mit Migrationshintergrund fügte hinzu: ›Jeder braucht einen guten Staat.‹ (…) Gerhard Baral mahnte: ›Wenn man Integration wirklich will, dann müssen wir alles dafür tun, dass Sprachkurse und Arbeitsmöglichkeiten sofort angeboten werden.‹« LINK [€] und PDF

Singener Wochenblatt, Bericht von Sebastian Ridder aus Konstanz, 19. Februar 2026. »Auch den Umgang mit der AfD kritisierten einige Besucher hinsichtlich abgelehnter Dialoge und medialer Berichterstattung über die Partei, schließlich sei eine allgemeine Unzufriedenheit im Land spürbar (…) Konstanz Sozialbürgermeister Andreas Osner sagte hingegen, dass die AfD seiner Meinung nach noch zu gut behandelt würde. In dieser Diskussion musste dann auch Deniz Yücel das Wort ergreifen (…). Er betonte, dass die Veranstaltung gegen niemanden und für keine Partei oder Szene stattfindet, er den Austausch begrüße und ihn genauso haben wollen würde, wenn AfD-Wähler oder -Politiker anwesend wären. Das Zuhören und generelle Aussprechen der Ängste um das eigene Land, zeigten, Wünsche und einen Grundriss von einer Heimat, der beim gegenseitigen Zuhören einen kann.« LINK und PDF
Pforzheimer Zeitung, Interview von Katharina Lindt mit Deniz Yücel, 18. Februar 2026. »Politik sollte weniger reden und mehr gestalten. Ich erwarte von der Politik, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir nicht ein viertes Jahr in Folge eine Rezession erleben. Wenn die Politik ihre Hausaufgaben besser machen würde, die Wirtschaft dann läuft, die Gesundheitsversorgung funktioniert und öffentliche Infrastruktur verlässlich ist, wäre das ein größerer Beitrag dazu, dass sich die Leute in ihrer Heimat wieder heimelig fühlen. Politiker können über Heimat sinnieren, wenn sie in den Ruhestand gegangen sind, aber nicht vorher.« LINK [€]

Fränkische Nachrichten, Bericht von Linda Hener aus Bad Mergentheim, 18. Februar 2026. »›Was hat sich in der Welt verändert? Das Ortsleben, das einmal vertraut war, das man von früher kennt, versteht man nicht mehr – die Heimat zerrinnt von innen‹, stellt Fritz Kuhn (…) im Austausch mit dem Publikum fest. (…) Begonnen hatte der Abend mit einem Frage-Spiel. Aron Boks (…) bittet das Publikum bei Fragen wie ›Für wen ist Baden-Württemberg Heimat?‹, ›Wer hat eine zweite Heimat?‹ oder ›Wer sorgt sich um die Demokratie?‹ um Handzeichen. Hände gehen hoch – mal zögerlich, dann wieder schnell und entschieden. Mal folgt ein Lachen im Saal, dann Verwunderung. Es ist spürbar: Das Publikum mit mehr als 220 Interessierten ist gespannt auf die Veranstaltung im Evangelischen Gemeindezentrum in Bad Mergentheim.« LINK [€] und PDF

Badische Zeitung, Bericht von Katharina Kubon aus Lörrach, 17. Februar 2026. »Das Narrenschiff Annerösli hatte beim Lörracher Umzug wie immer prominente Gäste an Bord: Neben Oberbürgermeister, Pfarrer und anderen war da in diesem Jahr allerdings jemand, den hatte vermutlich keiner auf dem Schirm. Unter gelb, rot und grün gestreifter Pudelmütze und dazu farblich passenden Handschuhen und Schal steckte kein Geringerer als der Journalist und Publizist Deniz Yücel. (…) Zustande gekommen ist dieser Besuch durch die Verbindung zur Narrengilde. Die hat die Veranstaltung ›Hallo Lörrach, reden wir über Heimat‹ von PEN Berlin, die Anfang des Monats in Lörrach Halt gemacht hatte, unterstützt.« LINK [€] und PDF

Badische Zeitung, Bericht von Jürgen Reuß aus Freiburg, 15. Februar 2026. »Erst als Lühmann den Brandenburger Kiefernduft ins Spiel brachte, konnten alle heimatliche Assoziationen beisteuern. Ist Heimat vor allem Sinnlichkeit? Der Duft von Kartoffelfeldern oder Wurstspezialitäten? ›Dass ich Rügenwalder Teewurst liebe, heißt nicht, dass ich meinen Sohn dafür in den Krieg schicken würde‹, hielt eine Publikumsstimme zur Frage der Verteidigungsfähig- und -willigkeit dagegen. Und was ist mit dem als Kind nach Deutschland gekommenen Staatsbürger, der nach 40-jährigem Bemühen fragt: ›Wie lange soll ich mich denn noch integrieren?‹« LINK [€] und PDF

Hohenloher Tagblatt [Südwest Presse], Kommentar von Birgit Trinkle aus Crailsheim, 14. Februar 2026. »Es war grundlegend falsch, Begriffe wie Heimat und Verwurzelung anderen zu überlassen, die sie zu Brandsätzen umgebaut haben. Auch das ist eine Erkenntnis aus diesem Abend. Und nicht zuletzt: Heimat ist der Ort, für den man sich mitverantwortlich fühlt. Nicht der Ort, der einem gehört. Sondern der, für den man einsteht. Das lässt sich klein denken: die Straße, der Verein, die Krebsberatungsstelle. Und es lässt sich groß denken: die liberale Demokratie.« LINK [€] und PDF

Hohenloher Tagblatt [Südwest Presse], Bericht von Birgit Trinkle aus Crailsheim, 14. Februar 2026. »[Peter Unfried] bringt den Begriff ins Spiel, der den Abend trägt: das ›Wohnzimmer der Gesellschaft‹. Er meint damit keine Couchlandschaft, sondern öffentliche oder halböffentliche Räume, in denen Menschen ohne feste Rolle zusammenkommen. Ein Café. Ein Vereinsheim. Ein Kulturwerk. Die Demokratie und das Heimatgefühl, sagt Unfried, brauche solche Orte. Ein Gefühl von Geborgenheit, eine Basis, von der aus man streiten könne. (…) Deutlich wird aber auch, dass der Staat in der Pflicht ist, ganz gleich, ob bei Rente oder Bahn: ›Da muss ernsthaft was in Bewegung geschoben werden.‹ Eine ältere Zuhörerin meldet sich. Sie habe in der DDR gelebt, sagt sie. Dort sei Heimat auch benutzt worden – vor allem zur Abgrenzung von anderen. (…). Vielleicht ist das das eigentliche Wohnzimmer, das hier gebaut wird. Nicht der Ort, an dem alle einer Meinung sind. Sondern der Ort, an dem man unterschiedlicher Meinung sein darf, ohne sich zu verlieren. Wo man über Heimat spricht, ohne jemanden auszuschließen. Wo ein Journalist aus Berlin und eine Schriftstellerin aus Hall, eine Frau aus der DDR und ein Mann aus Hohenlohe einander zuhören.« LINK [€] und PDF
Fränkische Nachrichten, Interview von Dilan Salatan mit Deniz Yücel, 13. Februar 2026. »Es ist üblich, dass das Publikum am Schluss noch mitgenommen wird. Bei uns ist das anders. Zwei Leute eröffnen das Gespräch, aber dann ist das Publikum gefragt. Es muss keine Fragen stellen, es darf seine Ansichten mitteilen, miteinander diskutieren. Jeder kann alles sagen. Wenn jemand etwas sagen sollte, das ich persönlich für Unsinn halte, dann vertraue ich darauf, dass jemand anderes widersprechen wird. Und ich hoffe, dass der Widerspruch der Sache gilt, denn mit Etikettierungen kommen wir nicht weit. Wir stellen keine Verbotsschilder auf. Wir predigen nicht Meinungsfreiheit und Streitkultur, wir versuchen, sie zu leben.« LINK [€] und PDF

Schwäbische Zeitung, Bericht von Sven Koukal aus Ulm, 13. Februar 2026. »Kern des Abends war jener Heimat-Begriff, der entgegen der Duden-Definition sehr viel individueller scheint. Der aus Ulm stammende Ayata erklärte auf die Frage, ob für ihn Heimat mit einem Land verbunden ist: ›Ich brauche kein Land, ich will ein gutes Leben!‹ Abdollahi schob ein, dass es für ihn ›völlig irrelevant‹ sei, wo er sich verorte: ›Ich bin jetzt einfach da.‹ (…) Unterschiedlich jedoch waren die Meinungen, was denn eigentlich Heimat für einen selbst jeweils bedeutet. So ist es der eigene Wohnbezirk für den einen, deutscher Schlager für den anderen und für die dritte wiederum Kässpätzle. Es ist für die eine die Meinungsfreiheit, die Heimat bedeutet, für die andere ist es das soziale Umfeld, die eigene Familie. LINK und PDF

Heidenheimer Zeitung, Bericht von Jens Eber aus Heidenheim, 12. Februar 2026. »Heimat – das muss nicht das Elternhaus sein, ein vertrautes Panorama oder der Ort, an dem man geboren wurde. Ein Gefühl von Heimat kann auch beim Anblick rauchender Schornsteine, aufragender und unaufhörlich wummernder Fabrikhallen entstehen. Sprich: In Heidenheim kann auch Voith ein Stück Heimat stiften, wie am Mittwochabend in der Stadtbibliothek deutlich wurde. Auf Einladung der Autorenvereinigung PEN Berlin diskutierte die Journalistin Carolin Gasteiger (Süddeutsche Zeitung) mit der Voith-Konzernsprecherin Katharina Agüera und dem in Schnaitheim aufgewachsenen Schriftsteller Patrick Findeis über Heimat. Vor allem aber diskutierte ein guter Teil der rund einhundert Besucherinnen und Besucher engagiert mit.« LINK [€]

Südwest Presse, Bericht von Udo Eberl aus Ulm, 11. Februar 2026. »Ayata, Schriftsteller und Campaigner, betonte, er brauche kein Land als Heimatverortung, denn er sei damit aufgewachsen, ›nicht Teil von etwas zu sein‹. Immerhin fühle er sich im Stadion von Liverpool zugehörig. Für etliche Ulmer, mit denen er das Abitur gemacht habe, gehöre er dagegen nicht mehr dazu: ›Du bist keiner mehr von uns‹, habe einer beim Abi-Treffen gesagt. ›Du bisch so kähl und arrogant. Du schwätzt jetzt Hochdeutsch.‹ Abdollahi antwortete auf die Frage, ob der Begriff Heimat für ihn ein negativ belasteter sei, dass man die Instrumentalisierung und Politisierung des Begriffs nicht den Rechten überlas-sen dürfe. (…) Viele Besuchende im Roxy füllten für sich den Begriff Heimat mit Emotionen und sozialen Faktoren — Essen, Freunde, Familie.« LINK [€] und PDF

Südwest Presse, Bericht von Annerose Fischer-Bucher aus Göppingen, 11. Februar 2026. »[Landesbischof Ernst-Wilhelm] Gohl sah einen Mangel an Bereitschaft zuzuhören. Als Christ habe er sich klar gegen die AfD positioniert, weil das Menschenbild der AfD mit dem christlichen nicht vereinbar sei. (…) [Dana von] Suffrin kritisierte eine überkorrekte Sprache, die sie nicht mehr hören könne, denn diese habe die Gesellschaft noch aggressiver gemacht. Die anschließenden Statements der Besucher bezogen sich auf eine Menge unsortierter Punkte: auf die Migration in Göppingen. Auf das Auseinanderdriften an den politischen Rändern. Das Vermissen einer streitbaren Kirche und Kritik am Rückzug auf soziale Themen. Kritik daran, dass alles schlecht geredet werde. (…) Die Versorgungsstruktur habe sich geändert. Ein Hinweis auf ›Göppingen nazifrei‹ gegen frühere Nazi-Aufmärsche in der Stadt. (…) Bei Heimat gebe es auch dunkle Seiten. (…) Märklin sei ohne Migranten nicht vorstellbar.« LINK [€] und PDF

Schwäbische Zeitung, Bericht des Schützenvereins Laiz aus Sigmaringen, 11. Februar 2026. »Veranstalter PEN-Berlin, Mitglieder des Schützenvereins Laiz und ein kleiner Kreis von interessierten Bürgern, erzeugten in der Wirtsstube des Vereins ›Wohnzimmerfeeling‹. Themen wie Heimat noch/schon, Angst vor Demokratieverlust, Jugend und Verein, Leben auf dem Land im Vergleich zur Großstadt sowie tägliche Krisenängste bestimmen den Abend. Nach 2 Stunden intensiven Gesprächen, konnte danach zwischen Publikum und Veranstalter weiter diskutiert werden. (…) Deniz Yücel und seine Tourmanager konnten dann am nächsten Tag, zusammen mit Oberschützenmeister Franz Kapfinger, das Sportschießen mit dem Luftgewehr kennen lernen. Für alle war es eine gelungene Veranstaltung. LINK und PDF

Heimspiel [Stadionmagazin des SC Freiburg], Interview von Uli Fuchs mit Deniz Yücel, 10. Februar 2026: »Es muss nicht immer Streit sein, und der Erfolg bemisst sich nicht daran, wieviele AfD-Wähler zu einer Veranstaltung kommen. Es ist ein Angebot an alle, und selbst in einem Kreis von Leuten, die modern sind, aufgeklärt, nicht nationalistisch, eher links der Mitte, kann, wie ich finde, eine Diskussion über Heimat ein wichtiges Thema sein. Anders gesagt: So wie Bruce Springsteen unlängst Donald Trump wegen der ICE-Übergriffe abgemeiert hat, so eine Rede wäre, glaube ich, ohne einen positiven Bezug zu seiner Stadt und seinem Land einfach nicht möglich.« LINK und PDF
Schwarzwälder Bote [Stuttgarter Nachrichten], Vorbericht von Roland Stöß zur Veranstaltung in Calw, 10. Februar 2026: »Florian Fuchs, Vorsitzender des Kleinkunstvereins Kleine Bühne, äußerte sich begeistert: ›Wenn PEN Berlin, also die wichtigste Schriftstellervereinigung im Land, bei uns anfragt, ob wir eine Podiumsdiskussion zum Thema ›Heimat‹ abhalten wollen, dann sagen wir natürlich nicht nein. Wir, das ist die Kleine Bühne und unser Kooperationspartner VHS, sind unheimlich stolz, dass der PEN Berlin, insbesondere Deniz Yücel gerade bei uns nachgefragt haben.‹« LINK und PDF

Südkurier, Bericht von Anette Bengelsdorf aus Friedrichshafen, 9. Februar 2026: »Was macht Heimat aus? Ein Teilnehmer aus dem Publikum gab zu bedenken, dass Heimat ein dehnbarer Begriff sei. Früher habe man sie schon auf dem Weg ins Nachbardorf verlassen. Heute erst, wenn man Deutschland verlässt. Noch weiter fasste eine andere Teilnehmerin den Begriff. Sie erinnerte sich an ein Interview mit dem Astronauten Alexander Gerst. Als der nach einer ISS-Mission in der kasachischen Steppe gelandet sei, habe sich das für ihn wie Heimat angefühlt, obwohl er zuvor nie an diesem Ort gewesen sei. (…) Theresia Walser sieht in der Heimatsehnsucht eine große Enttäuschung. Sie sei die Suche nach einer Heimat, die man nie so finden würde, wie man sie sich wünscht. Die Linde von früher – gefällt; das Bild des Löwen auf der Gasthauswand – übermalt. Verlust, sagte sie, spiele eine große Rolle. LINK [€] und PDF

Heidenheimer Zeitung, Vorbericht von Jens Eber zur Veranstaltung in Heidenheim, 6. Februar 2026: »Für manche Menschen hat der Begriff Heimat den Beiklang des Gemütlichen, des Gefühligen und Wohligen, andere verbinden Heimat mit Enge und dem Muff des allzu Vertrauten. Wieder andere definieren Heimat schlicht als den Ort, der auf ihrer Geburtsurkunde steht. Welche Definition man auch wählt – Heimat dürfte für jeden einen anderen Klang haben und andere Bilder im Kopf erzeugen. Gleich mehrere dieser individuellen Begriffe von Heimat werden am Mittwoch (…) in der Stadtbibliothek Heidenheim zu hören sein. (…) Deniz Yücel erklärt im Gespräch mit der HZ, warum PEN Berlin diese Gesprächsreihe (…) vor der Landtagswahl anbietet: ›Vor der Wahl ist es ein guter Moment, weil die Menschen gerade jetzt politisch interessiert sind‹, sagt Yücel, es handle sich aber nicht um eine unmittelbar politische Veranstaltung.« LINK [€] und PDF
Rhein-Zeitung, Beitrag von Lars Hennemann, vorab zu den Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz, 6. Februar 2026: »Was darf man eigentlich in Deutschland noch sagen? Und ist das eigentlich noch das Land, in dem ich gern lebe? Fragen, die wir als Gesellschaft seit einigen Jahren in zunehmender Intensität miteinander diskutieren. Nicht nur in Zeiten des Wahlkampfes, in diesen allerdings noch einmal ganz besonders. (…) Spannend und wirklich wichtig ist, was ab diesem Punkt passiert: Schaffen wir es noch, uns auf einen Kompromiss zu einigen oder uns wenigstens weiter zu respektieren, auch in der Unterschiedlichkeit von Standpunkten? Um das zu ergründen (…) lädt die Schriftsteller- und Autorenvereinigung PEN Berlin zu einer landesweiten Veranstaltungsreihe mit dem Titel ›Reden wir über Heimat‹ ein.« LINK und PDF
Nahe-Zeitung [Rhein-Zeitung], Beitrag von Vera Müller, vorab zur Veranstaltung in Idar-Oberstein, 6. Februar 2026: »Die Veranstaltungsreihe ist als offene Podiumsdiskussion angelegt und setzt bewusst auf einen lebendigen Austausch zwischen Podium und Publikum. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie viel Heimat braucht der Mensch? Was gefährdet dieses Gefühl? Und wie kann Zu-sammenleben im Plural gelingen? Ziel ist es nicht, fertige Antworten zu liefern, sondern zu-zuhören und gemeinsam zu streiten – sachlich und fair.« LINK und PDF

Südkurier, Bericht von Marcus Golling aus Konstanz, 5. Februar 2026: »Dass Heimat heute anders diskutiert wird als noch vor wenigen Jahren, wird deutlich, als das Publikum zum eigentlichen Akteur des Abends wird. (…) Als Fazit können die Besucher des K9 nach Hause nehmen: Heimat ist auch da, wo man offen reden kann. Zugleich zeigt der Abend, dass die Gäste den Begriff Heimat nicht denen überlassen wollen, die damit allzu leicht Schindluder treiben, wie Besucher Franz Baumgartner mit Blick auf die deutsche und österreichische Geschichte warnt. ›Ein Zuhause ist wichtig‹, hatte die nun gar nicht zur Heimattümelei neigende Miku Sophie Kühmel gesagt. Und für diese gut zwei Stunden schien für die Runde auch das K9 ein vorübergehendes Zuhause. Was, wie der Abend zeigte, nicht wenig wäre.« LINK [€] und PDF

Südwest Presse, Vorbericht von Marcus Golling zur Veranstaltung in Ulm, 5. Februar 2026: »Am Dienstag heißt es im Roxy ›Hallo Ulm, reden wir über Heimat‹ – mit einer besonderen Konstellation: Laut PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel ist es der einzige Abend der Reihe, an dem alle drei Podiumsgäste einen Migrationshintergrund haben. Vor allem aber sind sie Menschen mit besonderen Geschichten. (…) Wie er selbst, komme [Imran] Ayata aus dem linken Milieu der 90er-Jahre, ›wo man mit dem Begriff Heimat nichts zu tun haben wollte‹, sagt der PEN-Sprecher. Klar, lange her, aber auch interessant: Bei den ersten Abenden der Reihe sei der Begriff in den Diskussionen kaum grundsätzlich hinterfragt worden, so Yücel. Der zweite ›sehr interessante Gesprächspartner‹ ist Michel Abdollahi. (…) Sein jüngstes Buch Es ist unser Land –Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen wurde 2025 veröffentlicht. ›Das war eine Bewerbung für unsere Reihe‹, sagt Yücel.« LINK und PDF

Gmünder Tagespost, Bericht von Michael Länge aus Schwäbisch Gmünd, 3. Februar 2026: »Der VHS-Saal ist brechend voll. Deniz Yücel bringt eigenhändig weitere Stühle. (…) Ob es für ihn Europa als Heimatgefühl gebe, will [Tim] Schleider. ›Europa als Idee, die für Freiheit steht, für den Schutz des Individuums, für Aufklärung‹, dies bejaht [Richard] Arnold und ergänzt: ›Aktuell wird mir bewusst, wie stark diese Idee ist in einer Welt, in der es nur um Stärke und Aufteilung geht.‹ Der Ton in ihren Texten habe sich geändert, sagt Schleider zu [Dilek] Güngör, sie spüre mehr dem Fremdheitsgefühl nach. ›Fremdheitsgefühl ist nicht auf Sprache, Hautfarbe oder Herkunft zu reduzieren‹, sagt dazu Güngör. (…) Arnold begrüßt Initiativen des Landes für mehr Sprachförderung und spricht sich für mindestens ein Kindergartenpflichtjahr aus. Hier werden einmal mehr Güngörs andere Erfahrungen erkennbar: ›Gute Noten zu schreiben, hilft nicht, ändert nichts‹, sagt sie in Bezug aufs Dazugehören. LINK [€] und PDF
3sat, Kulturzeit, Beitrag von Dorothea Dörner aus Lörrach und Studiogespräch von Cécile Schortmann mit Julia Ruhs, 3. Februar 2026: »Was ist Heimat? Darüber diskutierten in Lörrach die beiden Journalistinnen Julia Ruhs vom Bayerischen Rundfunk und Doris Akrap von der taz in Berlin. [Akrap:] ›Als Kind (…) dachte ich, Heimat ist da, wo Heidi wohnt.‹ (…) In der aufgeladenen politischen Situation ist der Heimatbegriff eng mit dem Thema Migration verknüpft. [Ruhs:] ›Ich glaube, viele haben Angst, dass sie ihre Kultur verlieren, (…) dass das Land fremder für einen selber wird.‹« LINK und VIDEO

Badische Zeitung, Bericht von Alexandra Günzschel aus Lörrach, 3. Februar 2026. »›Ja, Deutschland ist mein Land‹, diese Frage konnte Doris Akrap, die in Hessen als jugoslawische Staatsbürgerin geboren wurde, klar beantworten – auch wenn es mit Dalmatien noch eine andere Heimat für sie gibt, über die sie einen von persönlichen Erfahrungen inspirierten Reiseführer verfasst hat. Stolz könne Deutschland vor allem auf seinen gut funktionierenden Rechtsstaat sein, erklärte sie – dies sei eine oft unterschätzte Errungenschaft.Heimat‹ ist. Dies sei ›noch‹ ihr Land, erklärte dagegen Julia Ruhs. Auch vor dem Hintergrund des aktuellen Falls in einer U-Bahn-Station in Hamburg, bei der ein Mann aus dem Südsudan bei seinem Suizid eine 18-Jährige mit in den Tod riss, sprach sie von zunehmenden Gefühlen der Unsicherheit.« LINK [€] und PDF

Südkurier, Interview von Jann-Luca Künßberg mit Deniz Yücel, 2. Februar 2026. »Im Begriff der Heimat verdichtet sich vieles, das gerade die politischen Diskussionen in Deutschland bestimmt. Nach meiner Beobachtung sind da sehr viele Ängste im Spiel. Angst vor wirtschaftlichem Niedergang, vor unkontrollierter Zuwanderung, vor dem Erstarken des Rechtsextremismus usw. Das alles sind Ängste vor dem Verlust von Sicherheit. Und Heimat ist nichts anderes als Sicherheit. (…) Ich glaube, dass Angst in allen gesellschaftlichen Kreisen verbreitet ist, auch in allen politischen Kreisen. Nehmen wir das Beispiel Ludwigshafen, wo ein Bürgermeisterkandidat der AfD nicht zur Wahl zugelassen worden ist. Das geht in der Tendenz dahin, im Namen der Verteidigung der Demokratie die Demokratie abzuschaffen. (…) Aus Angst um die Demokratie.« LINK [€] und PDF
Schwäbische Zeitung, Vorbericht zum Abend in Friedrichshafen, 2. Februar 2026. »Ziel ist es, in einer Zeit zunehmender Sorgen um Freiheit und Demokratie, den gesellschaftlichen Diskurs zu fördern. ›Wir möchten über Heimat sprechen. Unter dem gebrochenen Motto Ist das noch mein Land? bis zu Ist das schon mein Land? Zu Gast sind wir in Theatern, Kulturzentren und Einrichtungen, die für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig sind‹, erklärt Aron Boks von PEN Berlin.« PDF

Badische Zeitung, Bericht von Juliana Eiland-Jung aus Offenburg, 2. Februar 2026. »Zaimoglu insistierte auf Individualität, blieb aber skeptisch gegenüber wohlklingenden Worten wie Heimat, nannte ›Identität‹ eine ›langweilige Sache‹, bei der man ›schnell beim Stammesdenken‹ lande, und kritisierte die Kategorisierung ›Migrationshintergrund‹ als inhaltsleer. Dennoch könne er begeistert sagen: ›Deutschland ist mein Land‹. Annette Müller betonte mehrfach, dass niemand aus seiner Herkunft Besitzansprüche ableiten könne. (…) Viele der Anwesenden besorgte weniger die Migration, als der erstarkende Rechtsextremismus. Aus dem Publikum wurde die AfD als ›Symptom, und nicht als Krankheit‹ bezeichnet.« LINK [€]