Iran: Jetzt Regime Change?
Angesichts der dramatischen Lage in Iran lädt PEN Berlin am Sonntag, dem 18. Januar, zu einer öffentlichen Gesprächsrunde ins Neue Haus des Berliner Ensembles ein. Was passiert gerade in Iran und wie brutal ist die Repression inzwischen? Was kann Deutschland tun, was muss Europa tun und was wird bisher versäumt? Und vor allem: Welche Schritte sind jetzt möglich – politisch, zivilgesellschaftlich, konkret? Darüber diskutieren: Journalistin und Autorin Natalie Amiri, der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann, Mina Khani von der Menschenrechtsorganisation Hengaw, Autorin und Boardmitglied des PEN Berlin Daniela Sepehri mit der Moderatorin Shila Behjat. 18.1., 15.00 Uhr, Berliner Ensemble, Neues Haus, Bertolt-Brecht-Platz 1. Tickets: 5 Euro. Link zum Vorverkauf. MEHR
Türkei: Ein Abend mit İlhan Çomak und Jan Wagner

Wie übersteht man 30 Jahre Gefängnis? Wenn man mit 21 Jahren einem selbst für türkische Verhältnisse aberwitzigen Justizskandal zum Opfer fällt? Im Fall von İlhan Sami Çomak lautet die Antwort darauf: mit Literatur, genauer gesagt mit Lyrik.
Im Fall von İlhan Sami Çomak gehört außerdem zur Antwort: Mit einer Lyrik, der man nicht anmerkt, unter welchen Umständen sie entstanden ist. Zehn Gedichtbände – neun in türkischer und einen in kurdischer Sprache – hat Çomak in seiner Haftzeit veröffentlicht, das Thema Gefängnis spielt darin keine Rolle. Nur in seiner autobiografischen Erzählung »Den Ameisen nicht zertreten« schreibt er: »Dichter zu sein heißt vor allem: beharrlich darum zu ringen, die Bedingungen, denen man unterworfen ist, zu überschreiten.«
Die Geschichte dieses Justizskandals haben Can Dündar (hier) und Deniz Yücel (dort) mal aufgeschrieben. Aber dass Çomak Ende 2024 das Gefängnis nicht als gebrochener und nicht als verbitterter Mensch verlassen hat, hat viel mit der Kraft der Literatur zu tun.
İlhan Sami Çomak ist Mitglied des türkischen und des kurdischen PEN sowie Ehrenmitglied der PEN-Zentren Norwegen, Irland und Wales. Seine Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt und liegen nun mit dem Band »Bring mich fort aus dieser Stille« erstmals auf Deutsch vor.
Durch den Abend führt unser Mitglied, Lyriker und Büchner-Preisträger Jan Wagner.
Buchpremiere: »Bring mich fort aus dieser Stille: Gedichte«
Von und mit İlhan Sami Çomak
8. Januar, 18:30 Uhr
Maxim-Gorki-Theater, Studio Я (Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin)
Auf Deutsch und Türkisch (Simultanübersetzung)
Tickets und Info hier
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Festival: »Wer räumt das jetzt auf?«

Säälchen, Holzmarktstraße 25, 10243 Berlin
Samstag, 29. November 2025
Tickets gibt es hier: Ermäßigt: 15 € | Normal: 20 € | Politischer Preis: 30 €. Mit dem politischen Preis unterstützen Sie die Arbeit des PEN Berlin.
Durch den Tag führt Bascha Mika (Journalistin). Daniela Sepehri, Andrea Landfried und Jayrôme Robinet stellen gefangene Autoren vor.
13.00 Uhr | Eröffnungsrede von Thea Dorn (Schriftstellerin, Sprecherin PEN Berlin)
13.30 Uhr | Macht, Geld, NGO | Podiumsdiskussion
Mit: Jan Fleischhauer (Journalist), Timo Reinfrank (Amadeu-Antonio-Stifung), Ralf Fücks (Zentrum Liberale Moderne), Ulrike Winkelmann (taz-Chefredakteurin) und Holger Marcks (Sozialwissenschaftler). Moderation: Catherine Newmark (Journalistin)
Unter dem Titel »Macht, Geld, NGO« werden der Journalist Jan Fleischhauer, Timo Reinfrank (Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung), Ralf Fücks (Leiter des Zentrums Liberale Moderne), Ulrike Winkelmann (Chefredakteurin der taz) und Holger Marcks (Leiter der Forschungsstelle »Gegen Hass im Netz«) der Frage nachgehen, wie viel Subvention die Subversion verträgt.
14.45 Uhr | What’s Next, America? | Gespräch
Mit: Thomas Meaney (Journalist/Granta) und Nora Krug (Autorin). Moderation: Paul-Henri Campbell (Lyriker). Auf Englisch
Thomas Meaney, der Herausgeber des internationalen Literaturmagazins GRANTA, wird mit der deutsch-amerikanischen Autorin und Illustratorin Nora Krug über die derzeitige Situation in den USA sprechen.
15.30 Uhr | Literatur heute: Kann das weg? | Podiumsdiskussion
Mit: Helge Malchow (Verleger KiWi), Manja Präkels (Schriftstellerin), Kristof Magnusson (Schriftsteller) und Khuê Phạm (Schriftstellerin). Moderation: Insa Wilke (Literaturkritikerin)
Auf dem Panel „Literatur heute: Kann das weg?“ denken der ehemalige Kiwi-Verleger Helge Malchow und die Schrifteller:innen Manja Präkels, Kristof Magnusson und Khuê Phạm darüber nach, wie es um die Literatur gegenwärtig bestellt ist. Hat sie sich gnadenlos überschätzt? Oder gewinnt sie angesichts zunehmender Unfreiheiten an dissidentischer Kraft?
16:45 Uhr | Transnationale Repression: Wo die Macht dich findet | Gespräch
Mit: Basma Mostafa (Journalistin) und Noura Chalati (Reporter ohne Grenzen). Moderation: Jenny Friedrich-Freksa (Chefredakteurin Kulturaustausch). Auf Englisch
Ob Autorin:Innen im Exil wirklich sicher sind oder einen die Macht überall findet, darüber redet Basma Mostafa von Reporter ohne Grenzen mit der Politikwissenschaftlerin und Expertin für Geheimdienste Noura Chalati.
17.30 Uhr | Gibt es ein Recht auf Hass? | Impulsreferate und Publikumsdiskussion
Mit: Wolfgang Kubicki (Rechtsanwalt und Ex-MdB), Renate Künast (Ex-MdB und Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und dem Publikum (Publikum).
Die Grenzen zulässiger Meinungsäußerungen werden immer enger gezogen. Dass die Freiheit des Wortes auch die Freiheit des bescheuerten oder abstoßenden Wortes umfasst, scheint kaum noch aushaltbar zu sein. Ob es allerdings ein „Recht auf Hass?“ gibt, dazu werden Wolfgang Kubicki und Renate Künast Impulsreferate geben und diesem Thema auch juristisch nachgehen.
19:15 Uhr | Georgien: Und was, wenn die Wende scheitert? | Gespräch
Mit: Nino Haratischwili (Autorin). Moderation: Doris Akrap (Journalistin/taz)
Über die aktuelle Lage in Georgien und die Frage „Was ist, wenn die Wende scheitert?“ wird Nino Haratischwili mit der Journalistin Doris Akrap sprechen.
20.00 Uhr | Festrede von Sofi Oksanen (Schriftstellerin)
Diesjährige Festrednerin ist die finnisch-estnische Schriftstellerin Sofi Oksanen. Der Journalist Ijoma Mangold wird in Oksanens Werk einführen.
Zum Abschluss spielt Katharina Franck, die nicht nur als Solo-Künstlerin ein Ereignis ist, sondern auch mit ihrer Band Rainbirds bald wieder auf Tour gehen wird, ein kurzes Konzert.

In Kooperation mit:
Büchertisch:
Hat was: PEN-Berlin-Programm auf der Frankfurter Buchmesse 2025

PEN Berlin ist noch keine vier Jahre alt – und präsentiert bereits sein viertes Programm auf der Frankfurter Buchmesse. Wie schon 2022-2024 haben wir auch in diesem Jahr die Ehre, mit einer Podiumsdiskussion die zentrale Bühne der Frankfurter Buchmesse zu eröffnen. Unter dem Titel »Literatur heute: Kann das weg?« gehen die Schriftsteller:innen Felicitas Hoppe, Marko Martin, Mithu Sanyal und der Verleger Helge Malchow am Mittwochmorgen gemeinsam mit PEN-Berlin-Sprecherin Thea Dorn der Frage nach, wie es um die Literatur gegenwärtig bestellt ist.
Zu diesem Panel auf der Centre Stage (Halle 4.1) laden wir Sie ebenso herzlich ein wie zu den acht weiteren Veranstaltungen, die am Stand von PEN Berlin (3.1 H34) stattfinden. Dort treten u.a. auf: der Prix Goncourt-Preisträger Kamel Daoud, der Soziologe Harald Welzer, der Psychologe Stephan Grünewald sowie die PEN-Berlin-Gründungsmitglieder Christian Berkel und Michel Friedman.
Unser 2025-Programm im Überblick | Auch im Veranstaltungsportal der Frankfurter Buchmesse
Mittwoch, 15. Oktober
11:00 – 12:00 Uhr Eröffnung Centre Stage (Halle 4.1): Literatur heute: Kann das weg?
Hat die Literatur sich gnadenlos überschätzt? Oder gewinnt sie angesichts zunehmender Unfreiheiten an dissidentischer Kraft? Felicitas Hoppe, Helge Malchow, Marko Martin und Mithu Sanyal – Moderation: Thea Dorn.
14:00 – 15:00 Uhr: Wenn die Wahrheit zum Teufel geht
Die philippinische Autorin Patricia Evangelista erklärt, wie Unterdrückung, Ermordung und Verfolgung von Regierungskritikern von der Regierung Dutertes als Kampf gegen Drogenkriminalität geframed wurden. Mit Patricia Evangelista und ihrer Verlegerin und Übersetzerin Zoë Beck spricht Ulrich Gutmair. (auf Englisch)
17:00 – 18:00 Uhr: #freeboualemsansal
Der Friedenspreisträger und französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal sitzt seit fast einem Jahr in Algerien im Gefängnis und wurde wegen einer Meinungsäußerung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Prix-Goncourt-Preisträger Kamel Daoud berichtet über Meinungsfreiheit in Algerien und die Situation seines Freundes Boualem Sansal. Im Gespräch mit der Literaturkritikerin Iris Radisch. (auf Französisch mit dt. Übersetzung).
Donnerstag, 16. Oktober
11:00 – 12:00 Uhr: Kiew, 1919 – Kiew, 2025
Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow spricht mit PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel über die wechselvolle Geschichte seines Landes und drei Jahre Krieg.
15:00 – 16:00 Uhr: Ich krieg die Krise
Über einen inflationär gebrauchten Begriff und was vom aktuellen Krisengefühl zu halten ist, sprechen Stephan Grünewald und Saba-Nur Cheema mit Ijoma Mangold.
Freitag 17. Oktober
11:00 – 12:00 Uhr: Heimat: Haus der Gefühle?
»Heimat« gehört zu den schwierigsten Begriffen der jüngeren deutschen Geschichte. Was bedeutet er heute? Hannah Lühmann und Harald Welzer klären das mit Bascha Mika.
12:15 – 13:15 Uhr: Demokratischer Aufbruch und keiner schaut hin
Die jüngsten Proteste und der Aufbruch in Serbien werden angesichts von Krieg in der Ukraine und Nahost und weltweiten autoritären Umbrüchen schnell übersehen. Marko Vidojković (Serbien) im Gespräch mit Paul-Henri Campbell. (in Englisch)
Samstag 18. Oktober
10:30 – 11:30 Uhr: Sputnik & Goldstrand
Was sind die Narrative unseres Lebens? Wie prägen uns die Familie und unser Kontinent? Quer durch Europa erzählen Katerina Poladjan und Christian Berkel in ihren neuen Büchern von der Selbstfindung, fiktiv und autobiografisch. Es moderiert Lucy Fricke.
15:00 – 16:00 Uhr: Deutscher wird’s nicht
Der eine will Deutschland nicht den Rechten überlassen, der andere hält ein verzweifeltes wie kämpferisches Plädoyer für die Demokratie in unserem Land. Michel Abdollahi und Michel Friedman diskutieren mit Cornelius Pollmer.
Solidaritätsabend für die Ukraine auf dem ilb
Festrede von Wolodymyr Jermolenko, Mitwirkende, Medienberichterstattung
Buchmessen 2025 (Leipzig und Frankfurt)
