Archiv 2025

Mai 2025 (Potter, Sansal, Kulturboykott, Peyman Farahavar, Türkei-Kampagne)

Zu den Morddrohungen gegen den »taz«-Journalisten Nicholas Potter

Frankfurter Allgemeine, Bericht von Antea Obinja, 21. Mai 2025: »Nicholas Potter berichtet über Antisemitismus, Rechtsextremismus und Radikalisierung, aber auch über den Nahostkonflikt und die propalästinensischen Proteste und wird seit Jahren im Netz für seine Arbeit angefeindet. Im vergangenen Jahr wurden Sticker mit seinem Gesicht in Berlin verteilt, die Plakate stellen auch für ihn eine neue Qualität der Bedrohung dar. Laut der Schriftstellervereinigung PEN Berlin sei darauf zu lesen, Potter könne ›bluten wie jeder andere auch‹ und ›erniedrigt und eliminiert werden‹. Für den Journalisten ein ›eindeutiger Mordaufruf‹. So sehen das auch die taz und der PEN Berlin.« LINK

 

Zum inhaftierten Schriftsteller Boualem Sansal

Börsenblatt, Bericht, 16. Mai 2025: »Heute vor sechs Monaten, am 16. November 2024, wurde der algerische Schriftsteller und Friedenspreisträger Boualem Sansal am Flughafen in Algier verhaftet und Ende März zu fünf Jahren Haft verurteilt – für eine schlichte Meinungsäußerung.« LINK

WDR 3, Die Kulturnachrichten, 16. Mai 2025: »Im Fall des in Algerien zu fünf Jahren Haft verurteilten algerischen Schriftstellers Boualem Sansal richteten sich Akteur:innen der deutschen Buchbranche an die neue Bundesregrierung »Die deutsche Buchbranche hat an die neue Bundesregierung appelliert, sich für die Freilassung von Boualem Sansal einzusetzen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie die Schriftstellerverbände PEN Deutschland und PEN Berlin betonen in einer gemeinsam Erklärung, es gebe keine Rechtsgrundlage für die Inhaftierung des Schriftstellers in Algerien.« LINK

 

Zu BDS und Kulturboykott 

Tonspion, Bericht, 12. Mai 2025: »Für den PEN Berlin steht fest: Kulturboykott ist immer falsch – unabhängig von Richtung, Anlass oder politischem Kontext. Diese Haltung beruft sich direkt auf die Gründungsprinzipien des weltweiten PEN-Netzwerks, das 1920 als Reaktion auf die propagandistische Instrumentalisierung von Literatur im Ersten Weltkrieg entstand. Ziel war es von Anfang an, auch in Zeiten von Krieg und Unrecht den Dialog zwischen Schriftsteller*innen aufrechtzuerhalten. Menasse bringt es so auf den Punkt: „Wenn man ganz grundsätzlich gegen Kulturboykott ist, dann darf man auch Menschen nicht boykottieren, die schon einmal für Kulturboykott unterschrieben haben.“ Das bedeutet: Eine Ablehnung politischer Sanktionen im Kulturbereich gilt sowohl für pro-israelische als auch für pro-palästinensische Stimmen, für Kritikerinnen der israelischen Regierung ebenso wie für Unterstützerinnen des BDS.« LINK

 

Zum Todesurteil gegen den iranischen Dichter Peyman Farahavar

Peyman Farahavar
Peyman Farahavar | Foto: Archiv

Frankfurter Allgemeine, Bericht von Andreas Platthaus, 7. Mai 2025: »Am vergangenen Donnerstag ist Farahavar in einem Schnellverfahren, das im berüchtigten Lakan-Gefängnis in der nordiranischen Stadt Rasht abgehalten wurde, zum Tod verurteilt worden – das Lakan-Gefängnis ist bekannt als Hinrichtungsstätte. (…) Darüber hat PEN Berlin in einer Erklärung informiert, für die sich die Autorenorganisation auf die iranische Menschenrechtsorganisation Hengaw beruft. (…) Hengaw zufolge wurde das Urteil von einem ›Revolutionsgericht‹ gesprochen, das dem Angeklagten ›bewaffneten Aufstand‹ und ›Krieg gegen Gott‹ vorgeworfen habe. In seinen politischen Gedichten setze sich Peyman Farahavar für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit ein.« LINK

taz, Bericht, 9. Mai 2025: »Peyman Farahavar kritisierte die Abholzung von Wäldern seiner Heimatregion. Dafür wurde der iranische Dichter nun zum Tode verurteilt. (…) Der deutsche Schriftstellerverband PEN zeigte sich ›zutiefst erschüttert‹ über das Todesurteil. PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel sagte: ›Das Todesurteil gegen einen Dichter, der nichts anderes getan hat, als Umweltzerstörung und Korruption anzuprangern, entlarvt den iranischen Machtapparat als das, was er ist: ein System organisierter Barbarei.‹« LINK

DLF Kultur, Fazit, Gespräch von Andrea Gerk mit Daniela Sepehri, 7. Mai 2025: »« LINK und AUDIO

 

Zur Türkei Kampagne »Journalismus ist kein Verbrechen − Und nicht umsonst«

PEN BerlinTürkei-Kampagne
Grafik: Ballhaus West

Frankfurter Rundschau, Beitrag von Bascha Mika, 9. Mai 2025: »Alljährlich dokumentiert Reporter ohne Grenzen (Reporters sans frontières, RSF) Verstöße gegen die Presse- und Informationsfreiheit weltweit. Zum 3. Mai, dem Tag der Pressefreiheit, legt die internationale Nichtregierungsorganisation regelmäßig ihr Ranking vor. Und von Jahr zu Jahr ist das Ergebnis schockierender. (…) In der Türkei zum Beispiel – das Land belegt im tiefroten Bereich den Rang 159 – lassen sich auch große Wirtschaftsunternehmen von Erdogans Regime unter Druck setzen und schalten aus Furcht vor Repressalien keine Werbung in regierungskritischen Publikationen. Nicht zufällig haben deutsche Journalisten-Organisationen unter Führung des PEN Berlin gerade eine Spendenkampagne gestartet, um unabhängigen Medien in der Türkei finanziell zu helfen.« LINK

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