Heimat-Reihe: Medienberichte

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Heimat-Gesprächsreihe »Ist das noch|schon mein Land?«
Medienberichte und Interviews

 

MDR, artour, Beitrag von Rayk Wieland aus Freyburg, 20. August 2026: »[Deniz Yücel:] ›Wenn über 40 Prozent der Menschen dieses Landes den Eindruck haben, dass man in Deutschland in politischen Dingen seine Meinung nicht frei äußern könne, dann hat die Demokratie ein Problem.‹ (…) [Clemens Meyer:] ›Es ist wichtig, in die sogenannte Provinz zu gehen, die Leute dort zu treffen und ihnen zu zeigen: Es wird nicht nur in Berlin, in Leipzig, in Dresden in Magdeburg Politik gemacht, sondern auch in der Provinz. Wir kommen hierher mit dem PEN, um Meinungen auszuloten, um auch einen Raum zu schaffen, wo Leute sagen können, was sie jetzt gerade denken. Ob uns das jetzt passt auf der Bühne oder dem Moderator oder den anderen Teilnehmenden, ist mir egal. Dass diese Räume geschaffen werden, finde ich enorm wichtig.‹«

[weitere Berichte, hier noch nicht vollständig]

Heimat
Cem-Odos Güler (Mod.), Thorsten Alme & Steffen Kopetzky (v.l.n.r.). Dessau, Altes Theater, 12.08.2026 | Foto: Thomas Ruttke

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Anja Falgowski aus Dessau, 12. August 2026: »Um Heimat also sollte es gehen, ein Thema, bei dem sich allerlei unterbringen ließe, begründete Yücel im Vorfeld die Wahl. Diese Möglichkeit besteht durchaus, der Begriff ist weit. Aber tatsächlich wurde es immer dann besonders interessant, wenn sich die Gesprächspartner auf dem Feld ihrer eigenen Expertise – Kopetzky als Autor der „Harzreise“ und Stadtrat, Alme als Bundeswehrangehöriger – bewegten. Klug, reflektiert, erklärend und dabei nicht belehrend. Vielleicht war das der Grund dafür, dass der Anteil der Fragen aus dem Publikum den der eigenen Redebeiträge überwog. Und obwohl der PEN Berlin die Gesprächsreihe ganz ausdrücklich nicht als Wahlkampf verstanden wissen will – das ist sie tatsächlich nicht –, politisch wurde es dennoch. Was nicht wundern kann angesichts der bevorstehenden Wahlen im Land.« LINK [€] und PDF

Tagesspiegel, Bericht von Gerrit Bartels aus Bitterfeld-Wolfen, 11. August 2026: »Ein Herr in einem schwarzen Anzug, der im Publikum bekannt zu sein scheint, verweist auf den Meinungskorridor, in dem er sich befinde, ohne das Wort als solches zu verwenden: ›Man muss auch anderer Meinung sein dürfen.‹ Und dann sagt er: ›Wenn alle Welt jetzt Angst hat vor der Wahl in Sachsen-Anhalt, vor der AfD, können Sie sich nicht auch vorstellen, dass jemand Hoffnung damit verbindet?‹ Im Publikum scheint das eine Einzelmeinung zu sein. Sie wird sogleich damit gekontert, dass ein Begriff wie Heimat von den Parteien instrumentalisiert werde. Und es wird beklagt, dass es in der Fußgängerzone in Bitterfeld häufig Stände der AfD gebe, an denen man sich mit deren Mitgliedern auseinandersetzen kann, aber nur selten welche von anderen Parteien.« LINK [€] und PDF

radio 3, Radio 3 am Morgen, Gespräch von Anja Herzog mit Jackie Thomae aus Bitterfeld-Wolfen, 11. August 2026: »Es ist nichts Pädagogisierendes und es ist auf gar keinen Fall ideologisch, sondern es ist so, dass diese Idee, dass Leute sich draußen treffen und miteinander reden, eben vielleicht Dinge ganz anders darstellt oder auch abfangen kann, die online komplett aus dem Ruder gelaufen sind, auch im Tonfall. Und wenn man nett miteinander redet, merkt man, wie viel das öffnet und wie viel das auch ebnet. Und wenn das gut kommuniziert wird, ist das ein total interessanter Abend für die Leute da vor Ort.« LINK und AUDIO

Heimat
Jackie Thomae am Rand der Veranstaltung in Bitterfeld-Wolfen, 10.08.2026 | Foto: PEN Berlin

MDR Kultur, Kultur am Vormittag, Bericht von Ole Steffen aus Bitterfeld-Wolfen, 11. August 2026: »Das Licht, neonweiß, sehr hell, eher ungebütlich, nicht unbedingt die Atmosphäre eines Kamingesprächs über Heimat. Das sollte der Abend aber offenbar auch gar nicht sein. Vielmehr war er gedacht als ein Dialogformat, bei dem sich wirklich alle sehr aufmerksam zugehört haben. Zunächst haben Deniz Yücel und Jackie Thomae in der ersten halben Stunde ihre Assoziation zum Thema Heimat in den Raum geworfen. (…) Das war bemerkenswert zu erleben, wie diese Öffnung des Dialograums über Heimat plötzlich auch ganz andere Themen zu Tage gefördert hat.« LINK und AUDIO

Heimat
Jackie Thomae, Deniz Yücel, Lydia Jakobi (Mod.). Bitterfeld-Wolfen, 10.08.2026 | Foto: PEN Berlin

DLF Kultur, Fazit, Bericht von Ulrich Wittstock aus Bitterfeld-Wolfen, 10. August 2026: »Das war nicht so, dass da jemand aus Berlin kam und den Menschen hier in Bitterfeld-Wolfen erklärt, wie man mit dem Begriff Heimat sinnvoll umzugehen habe. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, das war auch die größte Überraschung für viele: dass die Leute aufgefordert wurden, sich außerhalb der üblichen Denkmuster zu bewegen, also ihren eigenen Denkraum ein bisschen zu erweitern. Und es waren auch Parteigänge der AfD hier, die haben ihre Sichtweise geäußert. (…) Und das ist ja etwas, was hier im Osten immer wieder beklagt wird: diese Sprachlosigkeit, dass man eben nicht mehr in der Familie oder im Freundeskreis über Politik debattiert, sondern schweigt und aus Angst vor Gegenrede gar nichts sagt. Das war heute nicht so.« LINK und AUDIO

Heimat
Plakat in Bitterfeld-Wolfen, 10.08.2026 | Foto: PEN Berlin

Bayern 2, Die Welt am Morgen, Gespräch von Matthias Hacker mit Jackie Thomae [vor der Veranstaltung in Bitterfeld-Wolfen]: »Ich weiß, dass es sehr emotional war, die letzten Veranstaltungen, die der PEN in dieser Reihe gemacht hat, (…) dass es ein Ort war, an dem die Leute sich getraut haben, was zu sagen, zu diskutieren und ganz offen miteinander umzugehen. Also eben nicht dieses ›Wir müssen auch andere Meinungen aushalten‹. Da wird immer dieses große Wort ›Aushalten‹ benutzt. Und sobald dann jemand sagt, was abweicht, gibt es Ärger oder gar einen Shitstorm. Ich glaube, dass diese Veranstaltung genau das nicht macht, dass diese Veranstaltung dafür da ist, dass man das, was andere Leute sagen, erst mal interessant findet.« AUDIO

Deutschlandfunk, Kultur heute, Gespräch von Lucca Pizzato mit Jackie Thomae, 10. August 2026 [vor der Veranstaltung in Bitterfeld-Wolfen]: »Ich habe noch nie − ich bin 1972 geboren − eine so besorgte Zeit erlebt wie derzeit. Und die spannende Frage ist in der Reihe, in der das Publikum einen Gast darstellt, also das Mitmachen unbedingt gewünscht ist, ob die Leute sagen ›Ja, ich bin hier zu Hause, das ist meine Heimat‹ oder ›Nein, das ist nicht mehr mein Land‹ oder ›Ja, das ist schon mein Land, war es lange nicht. Aber ich habe mir das erarbeitet.‹ Das sind spannende Fragen, die wir da beackern werden. Und ich kann überhaupt nicht vorhersagen, wie das stimmungsmäßig so wird. Deshalb freue ich mich darauf.« LINK und AUDIO

Volksstimme, 2,1 Millionen − Der Politikpodcast für Sachsen-Anhalt, Gespräch von Lena Bellon mit Deniz Yücel [vorab], 5. August 2026: »Wenn über 40 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes denken, dass in Deutschland die Meinungsfreiheit eingeschränkt sei, dann ist es ein Problem. Entgegenwirken kann man nur, wenn man das tatsächlich erfahrbar macht. Deswegen ist das Publikum bei allen Veranstaltungen als vierter Gast mit angekündigt. Wir sagen: ›Her kann jeder alles sagen, nur nicht in beliebiger Länge und nicht zu beliebiger Zeit‹ – damit möglichst viele Leute zu Wort kommen und alle sich gegenseitig zuhören. Aber wir sagen nicht Meinungsfreiheit und stellen Verbotsschilder auf.« LINK

I

 

Heimat
Aron Boks (l.) und Deniz Yücel, PEN-Berlin-Heimatreihe, Offenburg, 30.01.2026 | Foto: Herr Fichtner

Volksstimme, Bericht von Jan Dahms [vorab aus Oschersleben], 31. Juli 2026: »PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel, der die Gesprächsreihe gemeinsam mit dem Schriftsteller Aron Boks organisiert, betont: ›Jeder darf alles sagen.‹ Das Publikum soll sich aktiv an der Diskussion auf dem Podium beteiligen, darf Fragen stellen, seine Meinung äußern, miteinander in den Austausch gehen. Deniz Yücel will freie Meinungsäußerung erlebbar machen Auf die Idee des Miteinander-Reden-Müssens, erzählt der Journalist und Publizist, sei er schon früher gekommen. Nämlich als er vor eineinhalb Jahren in einer Allensbach-Umfrage gelesen habe, dass etwa 40 Prozent der Befragten meinten, dass eine freie Meinungsäußerung in Deutschland nicht möglich sei. ›Dass das aber doch geht, das wollen wir erfahrbar machen.‹ Und das außerhalb der üblichen großstädtischen und kulturellen ›Blasen‹, fügt Deniz Yücel hinzu.« LINK [€] und PDF

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Anja Falgowski [vorab aus Halle], 31. Juli 2026: »Es wird jetzt viel geredet. Nicht mehr nur in Talkshows von geladenen Gästen, sondern mit den ›normalen‹ Menschen. Was bewegt sie, wovor haben sie Angst, was macht ihnen Hoffnung? Auch die Autorenvereinigung PEN Berlin, hervorgegangen aus dem Schriftstellerverband PEN Deutschland, ist dabei. Nicht erst seit kurzem – das von ihr durchgeführte Format gibt es schon länger; bereits vor zwei Jahren – ebenfalls vor Landtagswahlen – sorgte es für Aufsehen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Und nun geht es also nach Sachsen-Anhalt, später dann nach Mecklenburg- Vorpommern und Berlin.« PDF

Heimat
Plakat am Marktplatz von Sangerhausen | Foto: PEN Berlin

radio eins, Live aus dem Bikini, Marion Brasch im Gespräch mit Aron Boks, 31. Juli 2026: »Aron Boks, In Tübingen hatten wir den berühmtesten schwäbischen Oberbürgermeister der Welt zu Gast, Boris Palmer, und Jens Bisky, Es ging eine halbe Stunde lang nur über Dialekte, über das Sächsische, das Schwäbische, und irgendwann hat Boris Palmer gesagt: Das wird mir jetzt zu harmonisch. Und dann ging es dann doch über Migration, und es ging ein großes Raunen durch den Raum, und es war Feuer drin. (…) Und die Erfahrung vor zwei Jahren in Thüringen war: Je näher die Wahl gerückt ist, desto angespannter wurden die Leute. Ich glaube, dass das existenzieller wird in Sachsen-Anhalt als in Baden-Württemberg.« LINK und AUDIO

Heimat
Plakat am Marktplatz von Sangerhausen | Foto: PEN Berlin

Mitteldeutsche Zeitung, Bericht von Frank Schedwill [vorab, aus Sangerhausen], 29. Juli 2026: »Das Plakat auf der Litfaßsäule am Markt sorgt für Aufsehen. In knallroten Großbuchstaben wird auf gelbem Hintergrund für eine Veranstaltung geworben, die am 24. August in Sangerhausen stattfindet. ›Ist das noch|schon mein Land?‹ lautet das Motto. (…) Bewusst ist PEN Berlin mit der Reihe auch an Standorten zu Gast, ›die nicht zu unserem klassischen Betätigungsfeld zählen‹, wie [Aron] Boks sagt. ›Wir sind in Theatern und Kulturzentren, aber auch in anderen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt relevanten Einrichtungen: in Bernburg beim Stadtchor, im Stendaler Dom, bei der Jüdischen Gemeinde in Halle und in Sangerhausen beim VfB, einem der größten Sportvereine der Region.‹« LINK [€] und PDF

OVB-Heimatzeitungen, Bericht [vorab], 18. Juli 2026: »Die Schriftstellervereinigung PEN Berlin tourt vom 10. bis 27. August mit einer Diskussionsreihe durch 16 Orte in Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltungsreihe steht unter dem Motto ›Ist das noch/schon mein Land?‹ In den Mittelpunkt soll der Begriff Heimat gerückt werden. Neben den eingeladenen Gästen soll auch das Publikum die Diskussionen maßgeblich mitgestalten. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Aktuell liegt die AfD in Umfragen vorn. Der Landesverband der Partei wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.« LINK

Berliner Zeitung, Bericht von Susanne Lenz [vorab], 17. Juli 2026: »Der PEN Berlin setzt seine bundesweite Gesprächsreihe zum Thema Heimat fort und lädt vom 10. bis 27. August zu 16 Diskussionsabenden in Sachsen-Anhalt ein. Unter den Leitmotiven ›Ist das noch mein Land?‹ sowie ›Ist das schon mein Land?‹ soll über Zugehörigkeit, Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutiert werden. (…) Der PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel bezeichnet Heimat als einen Begriff, der eng mit dem Bedürfnis nach Sicherheit verbunden sei. Viele gegenwärtige Debatten drehten sich um Ängste vor wirtschaftlichem Niedergang, unkontrollierter Zuwanderung, Rechtsextremismus oder dem Verlust sozialer Sicherheit. Diese politische Dimension des Heimatbegriffs interessiere den PEN ebenso wie dessen persönliche und emotionale Bedeutung.« LINK [€]

PEN Berlin
Agnieszka Bormann , Oliver Reinhard (Mod.), Marko Martin. Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz, 05.05.2026 | Foto: PEN Berlin

MDR Kultur, Gespräch von Annett Mautner mit Deniz Yücel, 5. Mai 2026: »Im Großen und Ganzen habe ich den Eindruck, dass man im Osten eher dazu neigt, Argumente auszutauschen und nicht Empörung. Also diesen Satz: ›Das und das ist sowieso -istisch‹, und damit eine Meinungsäußerung für illegitim, für unzulässig zu erklären – dieser Hang ist im Osten weniger ausgeprägt. Hier kommt eher: ›Das stimmt doch gar nicht, was du da sagst.‹ Ich finde, das ist eine ganz andere Gesprächsgrundlage. Hier geht es um die Kraft des besseren Arguments. Das ist im Osten, scheint mir, stärker ausgeprägt und das finde ich sehr sympathisch. Im Westen ist man sehr viel schneller bei Empörung, dabei, bestimmte Sachen für unzulässig, für illegitim zu erklären. LINK und AUDIO

PEN Berlin
Maxi Obexer, Sabine Schicketanz (Mod.), Jens-Peter Golde. Museum Neuruppin, 30.04.2026 | Foto: PEN Berlin

Sächsische Zeitung, Interview von Oliver Reinhard mit Deniz Yücel, 3. Mai 2026: »Es gibt die Ansicht, dass Heimat dort sei, wo man sich wohlfühlt. Ich schließe das nicht aus, aber es genügt mir nicht. Bei unserer Veranstaltung in Heidelberg sagte die italienische Schriftstellerin Francesca Melandri: Heimat ist das Gegenteil von Einsamkeit. Und in Stuttgart sagte Eva Menasse: Heimat ist der Ort, für den man sich auch schämt. Ich glaube, beides trifft zu. (…) Und es gibt auch nicht nur positive ›Heimat‹-Zuschreibungen. Ich finde, dass ›Heimat‹ ganz schön unheimlich werden und einem Angst machen kann. So war es bei mir, als ich nach dem Militärputsch 2016 trotzdem in Istanbul geblieben bin und haufenweise türkische Kollegen verhaftet wurden, auch Freunde von mir. Andere haben mich gewarnt: Du fällst auf.« LINK [€] und PDF

In-Neuruppin.de, Bericht von Volkmar Heuer-Strathmann, 1. Mai 2026: »Die seit über dreißig Jahren in Berlin lebende Autorin Maxi Obexer (…) hasst Nationalismus. (…) Und sie verknüpft Heimatgefühle mit Verantwortung und Engagement. (…) Jens-Peter Golde, bekennender Ostdeutscher mit DDR-Laufbahn und lange Zeit Bürgermeister in und von Neuruppin, brachte außer Oststolz die europäische Identität ins Gespräch. Gleichzeitig insistiert er darauf, dass Heimatgefühle ihre Grundlage in guter Nachbarschaft hätten, im Vereinsleben, in der Stadtkultur, im Alltag eben und nicht im Bücherschrank. (…) Auf zwei ganz verschiedenen Ebenen sah eine Zuhörerin die beiden Exponierten. Über den Begriff der Verantwortung konnte allerdings eine Verbindung hergestellt werden.« LINK

PEN Berlin
Michael Helbing, Elisabeth Kaiser, Romina Nikolić (v.l.n.r.). Greiz, 10aRium, 29.04.2026 | Foto: PEN Berlin

dpa, Bericht, übernommen u.a. von ntv.de, 28. April 2026: »Der Publizist Deniz Yücel sieht unterschiedliche Diskussionskulturen in Ost- und Westdeutschland. Er habe die Erfahrung gemacht, ›dass der Hang zur Empörung im Westen viel höher ist. Im Osten geht man eher ins Argumentieren‹, sagte Yücel der Thüringer Allgemeinen. Yücel ist Sprecher der Autorenvereinigung PEN Berlin. Die Vereinigung lädt derzeit zu einer Reihe von Abendveranstaltungen, bei der Prominente und Bürger über Heimat sprechen. Insgesamt sieht Yücel eine Polarisierung in der Gesellschaft. ›Unsere Idee ist, diese Polarisierung Abend für Abend ein Stück aufzuheben‹, so Yücel. ›Die Menschen können miteinander reden, und auch wenn hart diskutiert wird, ist ein Austausch von Argumenten möglich. Oft bedanken sich am Ende Teilnehmer dafür, dass wir diesen Raum geschaffen haben.‹« LINK

Thüringer Allgemeine, Interview von Elena Rauch mit Deniz Yücel [vor der Veranstaltung in Greiz] 25. April 2026: »Es gibt eine Idee von Heimat als Idyll, in dem man sich wohlfühlt. Doch Heimat kann auch ganz schön unheimlich sein. Es ist schwierig, ihr zu entrinnen, und ich will das auch gar nicht. Die andere Seite von Heimat, die gerade nicht behaglich, schön und demokratisch ist, empfinde ich als Verantwortung dafür, dass diese Heimat ein besserer Ort wird. (…) Ich glaube, dass zum Begriff Heimat auch der Moment von Verlust gehört. Der Verlust von Kindheit, der Verlust des Blicks auf die Welt, der nie wieder so sein wird, wie man ihn als Kind hatte. Insofern schwingt im Begriff Heimat auch eine nicht erfüllbare Sehnsucht mit. Zwischen dieser Sehnsucht nach einem Ort in einer Zeit und einer sich verändernden Welt liegt eine Spannung.« LINK [€] und PDF

epd, Bericht, übernommen u.a. von Evangelisch.de, 23. April 2026: »Die Schriftstellervereinigung PEN Berlin tourt mit einer Gesprächsreihe durch Ostdeutschland. Unter dem Titel ›Ist das noch|schon mein Land?‹ solle es bei den öffentlichen Diskussionen um Heimat gehen, kündigte PEN Berlin am Donnerstag an. Erste Station ist am Mittwoch das ostthüringische Greiz. (…) Diskutiert werden solle darüber, was Heimat ist, wie viel Heimat der Mensch braucht, was erforderlich ist, um sich zu beheimaten, was das Heimatgefühl gefährdet und wie Heimat im Plural geht.« LINK

Heimat
Christian Baron, Harald Welzer & Amelie Marie Weber (Mod.) (v.l.n.r.). Kaiserslautern, Pfalztheater, 14.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Freitag, Beitrag von Christian Baron aus Kaiserslautern und Pirmasens, 24. März 2026: »Deniz Yücel und Aron Broks touren seit Wochen durch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, weil sie jenen ein Forum bieten wollen, die sonst nicht zu Wort kommen, also Menschen außerhalb von Politik, Kultur und Medien, Leuten unterhalb der Chefetagen. Und tatsächlich, die Aufmerksamkeit liegt vor allem auf den Reihen des Publikums. Von zwei Seiten gehen Mikrofone herum. Hier, das betont Broks vorab deutlich, dürfe jeder alles sagen. Dies sei kein Ort für Teilzeitliberale. Erfreulich viele nehmen das Angebot an. (…) Am meisten aber polarisiert ein anderes Thema. Was noch vor wenigen Jahren niemand in einem Theater offen zu sagen gewagt hätte, kommt an diesem frühen Abend gleich in mehreren Statements zum Ausdruck. Sorgen um die Sicherheit in den Städten gehen um, die unverhohlen an Ethnien festgemacht werden. « LINK [€] und PDF

Heimat
Lucy Fricke, Marcel Reif, Mladen Gladić, Aron Boks (v.l.n.r.), Pirmasens, Forum Alte Post, 18.03.2026 | Foto: Martin Seebald

Rheinpfalz, Bericht von Julia Luttenberger aus Pirmasens, 19. März 2026: »Für Marcel Reif, der an vielen Orten gelebt hat, ist Heimat vor allem ein Gefühl. ›Ich habe Heimat nie verortet, sonst wäre ich ja ständig entwurzelt worden‹, sagt er. Heimat sei für ihn die Geborgenheit, die er in seiner Kindheit in Kaiserslautern erlebt habe. Er bekomme Tränen der Rührung in die Augen, wenn er das Pfalzlied höre – so wie wenige Minuten zuvor, als der Kaiserslauterer Autor Christian Baron das Lied schmetterte. (…) Reifs behütete Kindheit sei möglich gewesen, weil sein Vater, ein galizischer Jude, nie über sein Schicksal während der NS-Diktatur gesprochen habe: ›Dadurch bin ich sorglos im Land der Täter aufgewachsen‹, sagt Reif. Heute gibt er eine Botschaft weiter, die ihm sein Vater eindringlich mit auf den Weg gegeben habe: ›Sei ein Mensch.‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Marian Ristow (Mod.), Volker Wissing, Lana Lux (v.l.n.r,.), Bad Kreuznach, AJK Kulturzentrum, 17.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Oeffentlicher Anzeiger, Bericht von Josef Nürnberg aus Bad Kreuznach, 19. März 2026: »Moderiert wurde der Abend von Marian Ristow, Redaktionsleiter des Oeffentlichen Anzeigers. Eine gute Wahl, auch weil das Publikum seine Vorstellungen von Heimat darlegen konnte, und Ristow als Kenner der Situation in Kreis und Land der profunde Ansprechpartner war. Dass Wissing und Lux durchaus unterschiedliche Erfahrungen mit Heimat gemacht haben, liegt an deren Biografien. So wuchs Lux in der Zentralukraine auf. Ihre jüdische Familie wollte nach dem Zerfall der Sowjetunion nach Israel auswandern, entschied sich dann dafür, nach Deutschland zu gehen. Über ein Flüchtlingsheim kam die Familie nach Gelsenkirchen. Lux fühlte sich schon in der Ukraine heimatlos. ›Ich fühle mich meistens von Fernweh als von Heimweh angesogen‹, sagte sie. Heimat sei für sie ein stabiles WLAN.« LINK [€] und PDF

Heimat
Christoph Lode (Mod.), Marjana Gaponenko & Kurt Beck (v.l.n.r.). Speyer, Brilliant Spaces, 16.03.2026 | Foto: Klaus Landry

Rheinpfalz, Bericht von Matthias Nowack aus Speyer, 17. März 2026: »Für Marjana Gaponenko ist Deutschland längst ›ihr Land‹. Seit rund 25 Jahren lebt sie hier, schreibt ihre Texte auf Deutsch und hat Wurzeln geschlagen. Ihre ursprüngliche Heimat Ukraine bleibt dennoch präsent – und ist gleichzeitig mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden. Spätestens seit der Annexion der Krim habe sich ihr Blick verändert: Heimat sei für sie auch ›ein Zustand, der weh tut‹. (…) Kurt Beck dagegen nähert sich dem Thema über Werte. Für ihn gründet Heimat im Fundament des Grundgesetzes und in der Idee Europas. (…) Die europäische Einigung sei kein Gegenentwurf zur Heimat, sondern ihre Erweiterung. An 41 Abenden im Land wird derzeit über Heimat gesprochen – und damit über nichts Geringeres als die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens.« LINK [€] und PDF

Heimat
Marcel Reif. Pirmasens, Forum Alte Post, 18.03.2026 | Foto: Martin Seebald

Rheinpfalz, Interview von Julia Luttenberger mit Marcel Reif vor der Veranstaltung in Pirmasens, 16. März 2026: »Ich betrachte Kaiserslautern und die Pfalz, in der ich meine frühe Kindheit verbracht habe, als Provinz. Wobei das für mich noch nie ein Schimpfwort war – es steht für angenehm, überschaubar und behütet. Gerade als junger Mensch, wenn alles in Bewegung ist, hat man gern eine Sicherheit und Geborgenheit. Deswegen habe ich zu Kaiserslautern einen stärkeren Bezug als zu anderen Städten, in denen ich gelebt habe. Wenn ich das Wort Pfalz höre, rührt das bei mir etwas an. (…) Nehmen Sie die Migrationsdebatte, die gerade auf so vielen Ebenen geführt wird. Heimat ist das Fundament, auf dem man darüber nachdenken kann, was auf der menschlichen Ebene passiert. Denn es kommen Menschen, die keine Heimat haben, die ihre Heimat verloren haben oder sie verlassen müssen. Das Thema berührt mich und wenn mich jemand danach fragt, führe ich gern ein Gespräch darüber.« LINK [€] und PDF

Heimat
Ufuk Çakır, Friedrich Roeingh (Mod.) & Malu Dreyer. Alevitische Gemeinde Worms, 15.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Wormser Zeitung, Bericht von Ulrike Schäfer aus Worms, 16. März 2026: »Ja, was ist denn nun Heimat? Zwar spiele die Geografie mit ihren Landschaften und Gebräuchen eine Rolle, führte Malu Dreyer aus, doch für sie sei Heimat vor allem ein emotionaler Raum. ›Heimat ist, wo ich mich geborgen fühle‹, sagte sie. Doch sei die Gesellschaft vielfältiger geworden. Was Heimat sei, sei nicht mehr so klar. Das verunsichere Menschen. Wie Dreyer empfindet auch Ufuk Çakır, als Kind alevitischer Einwanderer in Neuss geboren, Deutschland als sein Land. (…) ›Hier engagiere ich mich, hier mische ich mich ein.‹ In der Türkei wäre das nicht möglich, weil die Aleviten dort nicht anerkannt würden. ›Unser Lebensmittelpunkt ist hier.‹ (…) Was Heimat ausmachen kann, war direkt fühlbar, als Irfan Kandemir, Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde, sich in schönstem rheinhessischem Dialekt als Guntersblumer vorstellte, und erst recht beim fantastischen Buffet, das die Alevitinnen gezaubert hatten.« LINK [€] und PDF

Heimat
Arno Frank, Dagmar Dettmer (Mod.) & Jürgen Wiebicke (v.l.n.r.). Prüm, Konvikt, 06.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Rheinpfalz, Bericht von Susanne Schütz aus Kaiserslautern, 16. März 2026: »So bunt gemischt wie an diesem Nachmittag ist das Werkstattbühnenpublikum selten. Der Kaiserslauterer Autor Christian Baron sprach mit Soziologieprofessor und Autor Harald Welzer, moderiert von der aus Kaiserslautern stammenden Tagesschau-Journalistin Amelie Marie Weber (…) über nichts weniger als die aktuelle gesellschaftliche Befindlichkeit. Und darüber, wie sich die allgemeine Unzufriedenheit mit nahezu allem überwinden lässt. Ein Grundgedanke von Welzer, der nie akademisch, sondern gern auch flapsig spricht, lautet: ›Wir haben gerade ein politisches Problem, weil Menschen sich nicht genug beheimatet fühlen.‹ (…) Und so ruft eine Besucherin – es gibt mehrere Runden für Wortmeldungen aus dem Publikum, für die auch PEN Berlin-Sprecher Deniz Yücel das Mikrofon umherreicht – schlicht, aber nachdenkenswert dazu auf, mit anderen einfach freundlich umzugehen.« LINK [€] und PDF

Heimat
Beppo, Ralf Fücks, Tijan Sila & Ruth Fuentes (Mod.) (v.l.n.r.). Landau/Pfalz, Altes Kaufhaus, 13.03.2026 | Foto: Gudrun Itt

Rheinpfalz, Bericht von Rolf Gauweiler aus Landau, 15. März 2026: »An dem Ort, ›an dem ich vom Krieg genesen konnte‹. Klar hat er Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit erlebt, aber vor allem eben ›Hilfe, Freundschaft und Beistand‹. (…) Als Musiker in seiner Punkband namens Korrekte Drinks kennt Tijan Sila die linke Szene ziemlich gut. Er hat nie verstanden, warum das Wort Heimat dort so oft ›eine Eruption des Ekels‹ hervorruft. Auch wenn in politischen Debatten die Nazis und der Holocaust stets mitbedacht werden sollten, ›muss man nicht über Deutschland sprechen als wäre da ein Poltergeist im Haus‹. Fücks teilt diese Ansicht. Deutsche hätten ›einen Generalverdacht gegen sich selbst‹, konstatiert er und fügt an: ›Es ist nicht verkehrt, eine kritische Vorsicht zu haben. Aber wir sollten uns mehr zutrauen.‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Arianit Besiri, Birgit Schmitz (Mod.) & Daniela Dröscher (v.l.n.r.). Morbach, Café Heimat, 09.03.2026 | Foto: PEN Berlin
Heimat
Konstantin Küspert, Lukas Herzog (Mod.) & Wolfgang M. Schmitt (v.l.n.r.). Idar-Oberstein, Göttenbach Aula, 10.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Blick Aktuell, Bericht aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, 15. März 2026: »In Bad Neuenahr-Ahrweiler entwickelte sich ein intensiver Dialog zwischen Podium und Publikum. Mehrere Gäste berichteten von persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Veränderungen. Dabei zeigte sich, dass Heimat für die Menschen sehr unterschiedlich wahrgenommen wird – von konkreten Orten und prägenden Gebäuden bis zu einem abstrakten Gefühl der Zugehörigkeit. (…) Nick Falkner dankte dem PEN Berlin und dem Team um Deniz Yücel für die wichtige Gesprächsreihe im Ahrtal. Er betonte, wie wertvoll Heimat in der Region sei und wie sehr sie sich verändern könne. Offene Gespräche seien essenziell für das gesellschaftliche Miteinander.« LINK und PDF

Nahe-Zeitung [Rhein-Zeitung], Bericht von Thomas Brodbeck aus Idar-Oberstein, 13. März 2026: »Für viel Diskussion sorgte die Äußerung Küsperts, dass er zwar den Kriegsdienst als junger Mann verweigert, sich nun jedoch zum Militärdienst gemeldet habe. ›Deutschland ist zwar nicht das beste Land, das ich mir vorstellen kann, auch habe ich keine große emotionale Bindung zu Deutschland, aber ich glaube, es bietet beispielsweise in Bezug auf Frauen- und LGBTQ-Rechte mehr Freiheiten als Putins Russland.‹ Worte, die mit Applaus honoriert wurden. Schmitt warf ein, dass man sich nicht mit dem Staat identifizieren solle: ›Staatliches Handeln deckt sich gerade im Krieg nicht mit meinen Vorstellungen. Daher wäre ich nicht bereit, irgendwem zu dienen. (…) Viele Anwesende meldeten sich, um ihre Meinung zum Heimatbegriff darzulegen, aber auch um Fragen zu stellen. Dabei ging es weniger darum, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, vielmehr hatte man die Chance zuzuhören, sich ohne Angst zu äußern und auch unbequeme Positionen zu vertreten.‹« LINK und PDF

Heimat
Manuel Andrack, Artur Becker & Alexandra Dietz (Mod.) (v.l.n.r.). Kusel, Kinett, 11.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Rheinpfalz, Bericht von Lena Pauline Drumm aus Kusel, 12. März 2026: »Neben [Manuel] Andrack und [Artur] Becker kam das Publikum als dritter Gast zu Wort. Andreas Becker, Betreiber des Veranstaltungsorts, erzählte von Vorurteilen, dass auf dem Land keine Popkultur stattfinden würde. Das Kinett versuche jedoch, seiner Heimat mit internationalen Künstlern neue Blickwinkel zu eröffnen. Eine weitere Frau aus den Stuhlreihen definierte Heimat als Ort, an dem sie sich einfach wohlfühle – wo vielleicht derselbe Dialekt gesprochen werde. Außerdem mache das Treffen Gleichgesinnter eine Region für sie zur Heimat. Viele Anwesende berichteten von der Schwierigkeit, den Begriff zu fassen, und sprachen im Plural von mehreren Heimaten, da auch der Migrationshintergrund das Heimatverständnis stark beeinflussen könne.« LINK [€] und PDF

Heimat
Philipp Peyman Engel, Daniel-Dylan Böhmer (Mod.) & Hamed Abdel-Samad (v.l.n.r.). Jüdische Gemeinde Mainz, 12.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Mainzer Allgemeine, Interview von Jens Kleindienst mit Deniz Yücel, 10. März 2026: »Mit dem PEN setzen wir uns für Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit ein – und wollen mit den Menschen darüber ins Gespräch kommen. Es geht um den öffentlichen Raum, er wird hierzulande durch verschiedene Faktoren eingeengt. Seine Meinung zu sagen und Widerspruch auszuhalten, das ist für eine Demokratie existenziell. (…) Deshalb ziehen wir von Ort zu Ort. (…) In Mainz, wo wir bei der Jüdischen Gemeinde zu Gast sind, wird das wegen des grassierenden Antisemitismus sicher ein Thema sein. Viele Juden in Deutschland fragen sich seit dem 7. Oktober: Ist das noch mein Land? Die gleiche Frage stellen sich aber auch viele Menschen in Deutschland mit arabischen Wurzeln, weil sie sich einem permanenten Verdacht ausgesetzt sehen, wenn sie über Gaza reden. Übrigens wollten wir auch in einer Ditib-Moschee Station machen, aber das wurde nach langem Hin und Her leider nichts.‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Nils Kumkar, Celina de Cuveland (Mod.), Nick Falkner (v.l.n.r.). Bad Neuenahr-Ahrweiler, Alvitha, 08.03.2026 | Foto: Stiftung Ahrtal
Heimat
Dinçer Güçyeter, Thomas Roth (Mod.) & Claudia Ritzi. Trier, Karl-Marx-Haus, 07.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Rhein-Zeitung, Bericht von Eberhard Thomas Müller aus Bad-Neuenahr-Ahrweiler, 9. März 2026: »Mit Nick Falkner, Gründer der Stiftung Ahrtal, dem Soziologen Dr. Nils Kumkar und Moderatorin Celina de Cuveland, Redakteurin der Rhein-Zeitung, auf dem Podium begab sich die Veranstaltung ›Hallo Rheinland-Pfalz, reden wir über Heimat‹ auf Spurensuche. (…) Die Zuschauer machten sich Sorgen um die Heimat, so Nick Falkner: ›Im Ahrtal habe ich mir viel Sorgen gemacht, dass junge Menschen abwandern und dass man historische Gebäude abreißt. Und wenn wieder was passiert: Haben wir Schutzräume, Sirenen?‹ Eine Flut, ein Krieg könnte die Heimat binnen einer Nacht zerstören, mahnte Falkner. (…) Dieser drohende Verlust, die Sorge, so Nils Kumkar, spüle das Reden über Heimat nach oben: ›Wenn man sich zu Hause fühlt, sagt man nicht Heimat.‹ Der Begriff ›Heimat‹ steht für Nils Kumkar auch für die heile Zeit vor der Katastrophe. ›Die Geborgenheit steht auf dem Spiel. Deshalb reagieren Leute so bissig. Wenn über Sorglosigkeit geredet wird, ist die nicht mehr selbstverständlich. Die Sorglosigkeit ist futsch.‹ (…) Kumkar griff den Wortbeitrag zum von der Flut zerstörten und noch nicht wiederhergestellten Thermalbad auf: ›Es ist der Verlust und die Frage, was besser sein könnte. Oft stehen hinter dem Begriff Heimat ganz konkrete Probleme.‹« LINK und PDF

Bonner General-Anzeiger, Bericht von Victor Francke aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, 9. März 2026: »Geborgenheit, Vertrautheit, Verbundenheit: Heimat hat viele Gesichter und emotionale Verwurzelungen, so viel wurde an dem Abend klar. Es ist mehr als ein Gebiet mit geografischen Grenzen, mehr als ein Zuhause und bloßer Lebensmittelpunkt, mehr als ein Ort. ›Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt‹, meinte eine Diskutantin. ›Heimat ist da, wo ich einmal sterben möchte‹, ergänzte ein anderer Besucher.« LINK und PDF

Heimat
Franziskus Wendels, Katharina de Mos (Mod.), Ole Liebl. Stadtbücherei Wittlich, 05.03.2026 | Fotos: Carl Münzel

Schwäbische Zeitung, Beitrag von Silke Strauch-Hartmann, 8. März 2026: »Das Gebiet um das große Binnengewässer ist Heimat für vieles und viele, Heimat also auch im Sinne von Gefühl. (…) Heimat nicht als Vaterland – eher schon als Muttersprache. So auch für Theresia Walser, die Dialekt als Sprache ihrer Kindheit sieht, wie sie in einem Gespräch über Heimat des PEN Berlin in Friedrichshafen kürzlich sagte. Der Philosoph Hans Mayer, später bekannt als Jean Améry, musste im Zweiten Weltkrieg emigrieren. ›Man muss Heimat haben, um sie nicht nötig zu haben›, ist seine Erfahrung. Améry schrieb: ›So wie man die Muttersprache erlernt, ohne ihre Grammatik zu kennen, so erfährt man die heimische Umwelt. Muttersprache und Heimatwelt wachsen mit uns, wachsen in uns hinein und werden so zur Vertrautheit, die uns Sicherheit verbürgt.‹« LINK

Heimat
Georg Spies (Autohaus S+R), Deniz Yücel, Sabine Ferger (SoTheater), Ursula Krechel. Diez, 01.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Autohaus.de, Bericht aus Diez, 6. März 2026: »Die vom Autohaus S&R etablierte ›S&R Kulturbühne‹ hat eine der abwechslungsreichsten Wochen ihrer jüngeren Geschichte erlebt. Zwischen gesellschaftspolitischem Austausch, regionaler Pop‑Kultur und bayerischem Kabarett zeigte das Haus, wie breit es kulturelle Impulse setzen kann. Zum Auftakt lud der PEN Berlin zu einer offenen Debatte über die Frage ›Was bedeutet Heimat heute?‹. Die Autorinnen und Autoren Deniz Yücel, Jürgen Kaube, Ursula Krechel und Lars Hennemann diskutierten gemeinsam mit dem Publikum über Identität und Zugehörigkeit – ein Abend, der bewusst die klassische Trennung zwischen Bühne und Saal auflöste und intensive Gespräche ermöglichte.« LINK

Wormser Zeitung, Vorbericht von Franziska Vollstedt, 6. März 2026: »All das lasse sich bündeln als ›Angst vor dem Verlust des Vertrauten, vor dem Verlust von Heimat‹. (…) PEN Berlin habe sich bewusst für verschiedene Orte des gesellschaftlichen Lebens entschieden, um möglichst verschiedene Menschen und Perspektiven zusammenzubringen. Neben Literaturhäusern und Theatern gehören für Yücel auch Kirchen, Synagogen oder Moscheen dazu.« LINK und PDF

Heimat
Andreas Rödder, Sabrina Hoffmann, Yannic Han Biao Federer (v.l.n.r.). Kulturwerk Wissen, 03.03.2026 | Foto: Elmar Hering

Rhein-Lahn-Zeitung, Bericht von Elmar Hering aus Wissen, 5. März 2026: »Andreas Rödder bedauerte die ›Ideologisierung von Heimat‹ und erinnerte an die Phase vor 2015, als sich Deutschland entspannt mit seinem Wesen als Einwanderungsland auseinandergesetzt habe. Yannic Federer richtete den Blick derweil noch weiter zurück, für ihn gehören auch Kolonialismus und Nazizeit zur vielschichtigen Heimatdiskussion. Politische Vereinnahmung, biologistische Abgrenzungen und Migrationsforderungen sind keine neuen Forderungen. Zum Schluss fand die Diskussion zu einer Art appellierender Definition: ›Heimat ist, wenn wir es gemeinsam schaffen, dass wir uns gemeinsam heimisch fühlen‹, schloss Federer.« LINK und PDF

Heimat
Christoph Schmitz (Mod.), Lena Endesfelder & Stephan Grünewald. Bernkastel-Kues, Cusanus-Geburtshaus, 04.03.2026 | Foto: PEN Berlin

AK-Kurier, Bericht von Klaus Köhnen aus Wissen, 4. März 2026: »Prof. Dr. Andreas Rödder, der in Wissen geboren wurde, beschrieb seine Sicht auf den Begriff ›Heimat‹ mit dem Hinweis darauf, dass es diesen nur im Deutschen gebe und er sich kaum übersetzen ließe. Manchmal wünsche er ›anderen‹ Ländern, sie hätten einen ähnlichen Begriff. (…) Yannic Han Biao Federer, ein Schriftsteller mit chinesisch-indonesisch-deutschen Wurzeln, beschrieb den Begriff zunächst als Haus, dass er auch als ›Heim‹ bezeichnete. (…) Durch die Diskussionsbeiträge aus dem Publikum, rund 50 Besucher waren erschienen, wurde die Diskussion dann, wie die Diskutanten und die Moderatorin feststellten, wieder in die politische ›Schiene‹ verschoben. LINK und PDF

Heimat
Michael Roth, Harald Martenstein, Katja Gloger (Mod.) (v.l.n.r.). Theater Koblenz, 28.02.2026 | Foto: PEN Berlin

SWR 3, Kultur am Mittag, Bericht von Clemens Sarholz aus Koblenz, 3. März 2026: »Die Positionen stehen nebeneinander. Das ist das Prinzip dieser Gesprächsreihe, erklärt der Journalist Deniz Yücel: (…) ›Wir schaffen einen Diskussionsraum, in dem wir keine Verbotsschilder aufstellen. Hier kann jeder alles sagen, nur nicht in beliebiger Länge und nicht zum beliebigen Zeitpunkt, damit möglichst viele zu Wort kommen und immer nur einer spricht und alle anderen dem zuhören.‹ (…) In Koblenz geht es an dem Abend nicht darum, Recht zu behalten, sondern darum, nebeneinander sprechen zu können. (…) [Publikumsstimmen:] ›Ach, das war eigentlich sehr befruchtend, die verschiedenen Aspekte zu hören und verschiedene Meinungen zu hören.‹ ›Ich finde es richtig cool, dass unterschiedliche Themen und Ansichten zur Sprache kommen, ohne dass es verletzend oder unangemessen wäre.‹ ›Sehr interessant, sehr vielfältig von den Äußerungen, sowohl im Podium als noch mehr natürlich aus dem Publikum.‹« AUDIO

Heimat
Lars Hennemann, Ursula Krechel und Jürgen Kaube (v.l.n.r.). S+R Autohaus, Diez, 02.03.2026 | Foto: PEN Berlin

Rhein-Zeitung, Bericht von Dirk Eberz aus Diez, 3. März 2026: »Der Veranstalter nehmen einen großen Anlauf (…) Und sie treffen einen Nerv. Oftmals als bloße Volkstümelei abgetan, ist den Menschen in der Region ihre Heimat wichtig. Ganz im Sinne der Reihe ›Ist das noch/schon unser Land?‹ Die Antwort an diesem lebhaften Abend lautet: jein. Unter den Zuschauern melden sich auch erstaunlich viele Zuhörer mit innerdeutschem Migrationshintergrund zu Wort – Bayern, Ostfriesen, Sauerländer. Der eine oder andere ist immer ein Zugezogener geblieben. Gerade auf dem Land. Heimat kann also auch ausgrenzen. Auf dem hochkarätig besetzten Podium entwickelt sich im Anschluss ein Diskurs auf hohem intellektuellem Niveau. Auf der alten Hebebühne des benachbarten Autohauses haben neben Moderator Lars Hennemann, Chefredakteur unserer Zeitung, die Schriftstellerin Ursula Krechel und FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube Platz genommen, um den ›Heimat‹-Begriff aus ihrer persönlichen Sicht zu sezieren.« LINK [€]

Heimat
Deniz Yücel, Kristina Schröder. Ludwigshafen, Kulturzentrum dasHaus, 27.02.2026 | Foto: Udo Herrmann

Trierischer Volksfreund, Vorbericht von Katharina De Mos zu den Veranstaltungen in der Region Mosel/Eifel, 1. März 2026: »Ziel der Diskussionen ist es, in einer Zeit der Unsicherheit, in einer Zeit, in der viele Menschen den Verlust von Sicherheit, von Vertrautem, von Heimat fürchten, wirklich miteinander ins Gespräch zu kommen. Und andere Ansichten und Widersprüche einfach mal auszuhalten. ›Kommunikation ist die Grundlage dafür, dass Demokratie überhaupt funktioniert‹, sagt Yücel. Neben den Podiumsgästen steht daher das Publikum im Zentrum der Abende, das sich mit seinen eigenen Gedanken ›ohne Angst vor der freien Rede‹ einbringen soll. ›Wir stellen keine Verbotsschilder auf‹, verspricht der Journalist. Aber warum das Thema Heimat? ›Heimat, das ein interessanter, ein schöner Begriff, auch ein weiter Begriff‹, sagt Yücel. Zum einen könne man diesen persönlich auslegen oder philosophisch. ›Auf der einen Seite ist Heimat aber auch ein hochpolitischer Begriff.‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Eva-Maria Manz (Mod.), Özge Inan & Eva Menasse (v.l.n.r.). Literaturhaus Stuttgart, 25.02.2026 | Fotos: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgarter Zeitung, Bericht von Volker Jost aus Stuttgart, 26. Februar 2026: »Etwa die Hälfte der Stuttgarterinnen und Stuttgarter habe einen Migrationshintergrund wie sie. Aber im prall gefüllten Literaturhaussaal meinte die Bürgerin viel biodeutsches Stuttgart-West-Halbhöhen-Milieu zu erkennen. (…) Das Publikum [lieferte] die wichtige Bodenhaftung und lebenswirkliche Ausgestaltung zum theoretischen Überbau: Eine Frau, deren Eltern aus Ostpreußen geflohen waren, fragt sich noch heute, wer sie eigentlich ist. (…) Ein junger Mann mit türkisch-deutschen Wurzeln, der Lehramt studiert, erzählte, dass er sich nie als Deutscher fühlen kann, weil Deutschland ihm das nicht spiegele. (…) Und so zeigte sich in den Wortmeldungen nicht nur ein überraschend diverses Stuttgarter Publikum jenseits der klischeehaften Halbhöhe – was Eva Menasse und Özge Inan erleichtert hat – sondern auch ein kaleidoskopartiges Bild dessen, was Heimat ausmacht.« LINK [€] und PDF

Heimat
Johannes M. Fischer (Mod.), Georg Restle & Jovana Reisinger (v.l.n.r.). KOMMA, Esslingen, 24.02.2026 | Fotos: Roberto Bulgrin

Deutschlandfunk, Kultur heute, Beitrag von Christian Gampert aus Tübingen und Esslingen, 25. Februar 2026: »Verblüffend viele halten Deutschland noch für ihr Land, wenngleich mit viel Kritik und spürbarer Distanz. Der Berliner Autor Jens Bisky hatte auf dem Tübinger Podium keine Lust auf ständige Bekenntnisse zur Republik. Die habe er schon in der DDR nicht gemacht. Bisky wollte Heimat nach vorn denken, in die Zukunft hinein. Wie genau, sagte er nicht. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer dagegen weiß, wo er daheim ist: im Schwäbischen. [Palmer:] ›Da wo ordentlich gesprochen wird, Minischterpräsident, Oberbürgermeischter, da fühle ich mich daheim.‹ (…) Links-alternative Stimmung auch im Kulturzentrum Komma in Esslingen, das Publikum eher gewerkschaftlich geprägt. Der Kölner Fernsehjournalist Georg Restle auf dem Podium wollte statt einer Heimat für sich eher Weltbürgertum in Anspruch nehmen, was aus dem Publikum sofort als Luxushaltung kritisiert wurde.« LINK und AUDIO

Heimat
Aron Boks bei der Eröffnung und Publikum. KOMMA, Esslingen, 24.02.2026 | Fotos: Roberto Bulgrin

Eßlinger Zeitung, Bericht von Johannes M. Fischer, 25. Februar 2026: »Für [Georg Restle] ist Heimat ein Sehnsuchtsort, der sich in der Gefühlswelt abspielt. Ein Beispiel aus Köln zeigt, wie schwierig der Begriff ist. Kölner identifizieren sich Restles Beobachtung nach stark mit ihrer Stadt. Die Kölner Identität manifestiert sich in zahlreichen Liedern. Auf der Textebene gehe das Liedgut allerdings weit auseinander, so Restle: Mal sind Kölner alle, die in der Stadt leben, also auch die Hinzugezogenen, und mal sind Kölner nur die, die dort geboren wurden. Mit diesem Beispiel war das anschießende Gespräch zwischen Publikum und Podium vorgezeichnet: Heimat funktioniert als exklusiver und als integrierender Begriff. (…) Wie Restle hält [Jovana Reisinger] eine kritische Distanz zum Heimatbegriff und warnt vor einem nostalgischen, verkitschten Weltbild, das ein vereinfachtes sozialromantisches Leben vorgaukelt.« LINK und PDF

Heimat
Zarah-Louise Roth, Ryyan Alshebl und Frédéric Schwilden (v.l.n.r.) vor Veranstaltungsbeginn. Kleine Bühne Calw, 20.02.2026 | Foto: Stefan Stiener

Bonner General-Anzeiger, Vorbericht von Volker Jost zur Veranstaltung in Ahrweiler, 25. Februar 2026: »Unterstützt wird der Abend von der Stiftung Ahrtal. (…) Für die Verantwortlichen passt der Besuch des PEN Berlin gut in die eigene Arbeit. Nick Falkner sagt: ›Heimat ist kein festes Bild, sondern entsteht dort, wo Menschen miteinander sprechen, zuhören und Verantwortung füreinander übernehmen. Gerade im Ahrtal wissen wir, wie wichtig Zusammenhalt und offene Gespräche für unsere gemeinsame Zukunft sind.‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Auf dem Podium Ulrich Rüdenauer (l.) und Kai Laufen, vorne Aron Boks mit Saalmikrofon. Karlsruhe, KOHI Kulturraum, 23.02.2026 | Foto: Kirsten Bohlig

Rheinpfalz, Interview von Yannick Dillinger mit Deniz Yücel, 23. Februar 2026: »Ich erlebe ein Land, in dem das ehrenamtliche Engagement wichtig ist. Aber auch eines, in dem Ängste eine Rolle spielen. Was für den einen die Angst vor Zuwanderung ist, ist für den anderen die Angst vor der AfD.« LINK [€] und PDF

Badische Neueste Nachrichten, Vorbericht von Sven Scherz-Schade zur Veranstaltung in Karlsruhe, 23. Februar 2026: »Die Besonderheit des Formats liegt beim Publikum. Es ist der ›dritte Gast‹ des Abends. Fragen, Einwände und persönliche Erfahrungen sollen eingebracht werden. Was ist heute noch ›so wie früher‹ an Deutschland? Und was hat sich so verändert, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich selbstverständlich zu Hause fühlen? In einer Zeit, in der der Begriff Heimat politisch aufgeladen ist, verspricht der Abend im KOHI keine einfachen Antworten, wohl aber eine lebendige Debatte.« PDF

Heimat
Linn Penelope Rieger (Mod.), Boris Palmer & Jens Bisky (v.l.n.r.). Kunsthalle Tübingen, 22.02.2026 | Foto: Klaus Franke

Südwest Presse, Bericht von Peter Ertle aus Tübingen, 23. Februar 2026: »Zustimmung aus dem Publikum kommt von einem Herrn, der nicht versteht, warum man für Migranten mehr täte als für solche wie ihn, der schon sein Leben lang hier lebe. Und von einer Frau, die berichtet, erst vor einer Woche aus Hamburg nach Tübingen gezogen zu sein, in Hamburg habe die Familie es nicht mehr ausgehalten, wegen der zunehmenden Übergriffe von Migranten und der zunehmenden AfD-Wähler im eigenen Bekanntenkreis. Andere beleuchten den sozialen Hintergrund und die Kriegstraumata der Geflüchteten, es sei doch fatal, wenn man ausgerechnet jetzt an psychologischer Betreuung für Migranten spare. (…) So ging das hin und her. Ohne ein lautes Wort, ohne Polemik, ohne sich ins Wort zu fallen. Eine kleine, geglückte demokratische Selbstverständigung.« LINK [€] und PDF

Heimat
Steffen Mayer, Simone Buchholz & Wolfgang Niess (Mod.) (v.l.n.r.). Villingen-Schwenningen, Theater am Ring, 21.02.2026 | Foto: Ina Klietz

Südkurier, Bericht von Ina Klietz aus Villingen-Schwenningen, 23. Februar 2026: »›Heimat ist da, wo ich sicher bin‹, erklärte Simone Buchholz. Allerdings: ›Sicherheit als Frau ist relativ in einer Gesellschaft, in der für Frauen der gefährlichste Ort das Zuhause ist‹, schränkte die Autorin ein. Dem hielt Steffen Mayer die aktuelle Kriminalstatistik entgegen, die einen Rückgang der Delikte im öffentlichen und privaten Bereich aufweist. Dies bestätigte der Gemeinde- und Kreisrat Bernd Lohmiller. ›Auf der Möglingshöhe passiert heute viel weniger als früher‹, erklärte der pensionierte Polizeibeamte. (…) Bei der Reflexion über den Unterschied von ›Heimat‹ und ›Zuhause‹ waren sich die Teilnehmer einig: ›Fasnet ist Heimat‹, beschrieb Elisabeth Viereck das Gefühl der Gemeinschaft beim Umzug in den Narrenhochburgen.« LINK [€] und PDF

Heimat
Joana Cotar, Stefanie Wally (Mod.) & Lisa Dengler (v.l.n.r.). Pforzheim, Kulturhaus Osterfeld, 19.02.2026 | Foto: Robin Daniel Frommer

Pforzheimer Zeitung, Bericht von Robin Daniel Frommer aus Pforzheim, 20. Februar 2026. »Mit jeder Fragerunde wurden Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede deutlich. Werte wie Liebe und Gemeinschaft, Heimat in Bezug auf Pforzheim, Ehrenamt und Sprache, das Zuhause bei Menschen, aber auch (…) verlorenes Vertrauen in den Sozialstaat und in die Demokratie wurden aus teils unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. Nach dem Podium kamen die Beiträge aus dem Publikum: Sigrid Baumgärtner verwahrte sich gegen Cotars Losung: ›Sozialstaat absägen. Damit kann ich Heimat nicht verbinden.‹ Eine junge Dame mit Migrationshintergrund fügte hinzu: ›Jeder braucht einen guten Staat.‹ (…) Gerhard Baral mahnte: ›Wenn man Integration wirklich will, dann müssen wir alles dafür tun, dass Sprachkurse und Arbeitsmöglichkeiten sofort angeboten werden.‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Deniz Yücel, Konstanz, Kulturzentrum K9, 05.02.2026 | Foto: Jörg-Peter Rau/Südkurier

Singener Wochenblatt, Bericht von Sebastian Ridder aus Konstanz, 19. Februar 2026. »Auch den Umgang mit der AfD kritisierten einige Besucher hinsichtlich abgelehnter Dialoge und medialer Berichterstattung über die Partei, schließlich sei eine allgemeine Unzufriedenheit im Land spürbar (…) Konstanz Sozialbürgermeister Andreas Osner sagte hingegen, dass die AfD seiner Meinung nach noch zu gut behandelt würde. In dieser Diskussion musste dann auch Deniz Yücel das Wort ergreifen (…). Er betonte, dass die Veranstaltung gegen niemanden und für keine Partei oder Szene stattfindet, er den Austausch begrüße und ihn genauso haben wollen würde, wenn AfD-Wähler oder -Politiker anwesend wären. Das Zuhören und generelle Aussprechen der Ängste um das eigene Land, zeigten, Wünsche und einen Grundriss von einer Heimat, der beim gegenseitigen Zuhören einen kann.« LINK und PDF

Pforzheimer Zeitung, Interview von Katharina Lindt mit Deniz Yücel, 18. Februar 2026. »Politik sollte weniger reden und mehr gestalten. Ich erwarte von der Politik, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir nicht ein viertes Jahr in Folge eine Rezession erleben. Wenn die Politik ihre Hausaufgaben besser machen würde, die Wirtschaft dann läuft, die Gesundheitsversorgung funktioniert und öffentliche Infrastruktur verlässlich ist, wäre das ein größerer Beitrag dazu, dass sich die Leute in ihrer Heimat wieder heimelig fühlen. Politiker können über Heimat sinnieren, wenn sie in den Ruhestand gegangen sind, aber nicht vorher.« LINK [€]

Heimat
Beatrice Faßbender (Mod.), Fritz Kuhn & Denis Scheck (v.l.n.r.). Bad Mergentheim, Evangelisches Gemeindehaus, 18.02.2026 | Linda Hener

Fränkische Nachrichten, Bericht von Linda Hener aus Bad Mergentheim, 18. Februar 2026. »›Was hat sich in der Welt verändert? Das Ortsleben, das einmal vertraut war, das man von früher kennt, versteht man nicht mehr – die Heimat zerrinnt von innen‹, stellt Fritz Kuhn (…) im Austausch mit dem Publikum fest. (…) Begonnen hatte der Abend mit einem Frage-Spiel. Aron Boks (…) bittet das Publikum bei Fragen wie ›Für wen ist Baden-Württemberg Heimat?‹, ›Wer hat eine zweite Heimat?‹ oder ›Wer sorgt sich um die Demokratie?‹ um Handzeichen. Hände gehen hoch – mal zögerlich, dann wieder schnell und entschieden. Mal folgt ein Lachen im Saal, dann Verwunderung. Es ist spürbar: Das Publikum mit mehr als 220 Interessierten ist gespannt auf die Veranstaltung im Evangelischen Gemeindezentrum in Bad Mergentheim.« LINK [€] und PDF

Heimat
Deniz Yücel auf dem Ehrenwagen beim Lörracher Fasnachtsumzug, 15.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Badische Zeitung, Bericht von Katharina Kubon aus Lörrach, 17. Februar 2026. »Das Narrenschiff Annerösli hatte beim Lörracher Umzug wie immer prominente Gäste an Bord: Neben Oberbürgermeister, Pfarrer und anderen war da in diesem Jahr allerdings jemand, den hatte vermutlich keiner auf dem Schirm. Unter gelb, rot und grün gestreifter Pudelmütze und dazu farblich passenden Handschuhen und Schal steckte kein Geringerer als der Journalist und Publizist Deniz Yücel. (…) Zustande gekommen ist dieser Besuch durch die Verbindung zur Narrengilde. Die hat die Veranstaltung ›Hallo Lörrach, reden wir über Heimat‹ von PEN Berlin, die Anfang des Monats in Lörrach Halt gemacht hatte, unterstützt.« LINK [€] und PDF

Heimat
Podium mit Hannah Lühmann, Heinz Bude und Bettina Schulte (Mod.) (v.l.n.r.), Publikum. Freiburg, Europa-Park-Stadion, 13.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Badische Zeitung, Bericht von Jürgen Reuß aus Freiburg, 15. Februar 2026. »Erst als Lühmann den Brandenburger Kiefernduft ins Spiel brachte, konnten alle heimatliche Assoziationen beisteuern. Ist Heimat vor allem Sinnlichkeit? Der Duft von Kartoffelfeldern oder Wurstspezialitäten? ›Dass ich Rügenwalder Teewurst liebe, heißt nicht, dass ich meinen Sohn dafür in den Krieg schicken würde‹, hielt eine Publikumsstimme zur Frage der Verteidigungsfähig- und -willigkeit dagegen. Und was ist mit dem als Kind nach Deutschland gekommenen Staatsbürger, der nach 40-jährigem Bemühen fragt: ›Wie lange soll ich mich denn noch integrieren?‹« LINK [€] und PDF

Heimat
Aron Boks (Saalmikrofon), Publikumsdiskussion, Crailsheim, Cinecity Kino, 12.02.2026 | Foto: Ufuk Arslan

Hohenloher Tagblatt [Südwest Presse], Kommentar von Birgit Trinkle aus Crailsheim, 14. Februar 2026. »Es war grundlegend falsch, Begriffe wie Heimat und Verwurzelung anderen zu überlassen, die sie zu Brandsätzen umgebaut haben. Auch das ist eine Erkenntnis aus diesem Abend. Und nicht zuletzt: Heimat ist der Ort, für den man sich mitverantwortlich fühlt. Nicht der Ort, der einem gehört. Sondern der, für den man einsteht. Das lässt sich klein denken: die Straße, der Verein, die Krebsberatungsstelle. Und es lässt sich groß denken: die liberale Demokratie.« LINK [€] und PDF

Heimat
Christine Hofmann (Mod.), Peter Unfried, Sudabeh Mohafez (v.l.n.r.). Crailsheim, Cinecity Kino, 12.02.2026 | Foto: Ufuk Arslan

Hohenloher Tagblatt [Südwest Presse], Bericht von Birgit Trinkle aus Crailsheim, 14. Februar 2026. »[Peter Unfried] bringt den Begriff ins Spiel, der den Abend trägt: das ›Wohnzimmer der Gesellschaft‹. Er meint damit keine Couchlandschaft, sondern öffentliche oder halböffentliche Räume, in denen Menschen ohne feste Rolle zusammenkommen. Ein Café. Ein Vereinsheim. Ein Kulturwerk. Die Demokratie und das Heimatgefühl, sagt Unfried, brauche solche Orte. Ein Gefühl von Geborgenheit, eine Basis, von der aus man streiten könne. (…) Deutlich wird aber auch, dass der Staat in der Pflicht ist, ganz gleich, ob bei Rente oder Bahn: ›Da muss ernsthaft was in Bewegung geschoben werden.‹ Eine ältere Zuhörerin meldet sich. Sie habe in der DDR gelebt, sagt sie. Dort sei Heimat auch benutzt worden – vor allem zur Abgrenzung von anderen. (…). Vielleicht ist das das eigentliche Wohnzimmer, das hier gebaut wird. Nicht der Ort, an dem alle einer Meinung sind. Sondern der Ort, an dem man unterschiedlicher Meinung sein darf, ohne sich zu verlieren. Wo man über Heimat spricht, ohne jemanden auszuschließen. Wo ein Journalist aus Berlin und eine Schriftstellerin aus Hall, eine Frau aus der DDR und ein Mann aus Hohenlohe einander zuhören.« LINK [€] und PDF

Fränkische Nachrichten, Interview von Dilan Salatan mit Deniz Yücel, 13. Februar 2026. »Es ist üblich, dass das Publikum am Schluss noch mitgenommen wird. Bei uns ist das anders. Zwei Leute eröffnen das Gespräch, aber dann ist das Publikum gefragt. Es muss keine Fragen stellen, es darf seine Ansichten mitteilen, miteinander diskutieren. Jeder kann alles sagen. Wenn jemand etwas sagen sollte, das ich persönlich für Unsinn halte, dann vertraue ich darauf, dass jemand anderes widersprechen wird. Und ich hoffe, dass der Widerspruch der Sache gilt, denn mit Etikettierungen kommen wir nicht weit. Wir stellen keine Verbotsschilder auf. Wir predigen nicht Meinungsfreiheit und Streitkultur, wir versuchen, sie zu leben.« LINK [€] und PDF

Heimat
Publikum bei der Eröffnung, Ulm, Roxy, 10.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Schwäbische Zeitung, Bericht von Sven Koukal aus Ulm, 13. Februar 2026. »Kern des Abends war jener Heimat-Begriff, der entgegen der Duden-Definition sehr viel individueller scheint. Der aus Ulm stammende Ayata erklärte auf die Frage, ob für ihn Heimat mit einem Land verbunden ist: ›Ich brauche kein Land, ich will ein gutes Leben!‹ Abdollahi schob ein, dass es für ihn ›völlig irrelevant‹ sei, wo er sich verorte: ›Ich bin jetzt einfach da.‹ (…) Unterschiedlich jedoch waren die Meinungen, was denn eigentlich Heimat für einen selbst jeweils bedeutet. So ist es der eigene Wohnbezirk für den einen, deutscher Schlager für den anderen und für die dritte wiederum Kässpätzle. Es ist für die eine die Meinungsfreiheit, die Heimat bedeutet, für die andere ist es das soziale Umfeld, die eigene Familie. LINK und PDF

Heimat
Katharina Agüera, Patrick Findeis & Carolin Gasteiger (Mod.) (v.l.n.r.). Stadtbibliothek Heidenheim, 11.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Heidenheimer Zeitung, Bericht von Jens Eber aus Heidenheim, 12. Februar 2026. »Heimat – das muss nicht das Elternhaus sein, ein vertrautes Panorama oder der Ort, an dem man geboren wurde. Ein Gefühl von Heimat kann auch beim Anblick rauchender Schornsteine, aufragender und unaufhörlich wummernder Fabrikhallen entstehen. Sprich: In Heidenheim kann auch Voith ein Stück Heimat stiften, wie am Mittwochabend in der Stadtbibliothek deutlich wurde. Auf Einladung der Autorenvereinigung PEN Berlin diskutierte die Journalistin Carolin Gasteiger (Süddeutsche Zeitung) mit der Voith-Konzernsprecherin Katharina Agüera und dem in Schnaitheim aufgewachsenen Schriftsteller Patrick Findeis über Heimat. Vor allem aber diskutierte ein guter Teil der rund einhundert Besucherinnen und Besucher engagiert mit.« LINK [€]

Heimat
Imran Ayata, Mesale Tolu (Mod.), Michel Abdollahi (v.l.n.r.). Ulm, Roxy, 10.02.2026 | Foto: Udo Eberl

Südwest Presse, Bericht von Udo Eberl aus Ulm, 11. Februar 2026. »Ayata, Schriftsteller und Campaigner, betonte, er brauche kein Land als Heimatverortung, denn er sei damit aufgewachsen, ›nicht Teil von etwas zu sein‹. Immerhin fühle er sich im Stadion von Liverpool zugehörig. Für etliche Ulmer, mit denen er das Abitur gemacht habe, gehöre er dagegen nicht mehr dazu: ›Du bist keiner mehr von uns‹, habe einer beim Abi-Treffen gesagt. ›Du bisch so kähl und arrogant. Du schwätzt jetzt Hochdeutsch.‹ Abdollahi antwortete auf die Frage, ob der Begriff Heimat für ihn ein negativ belasteter sei, dass man die Instrumentalisierung und Politisierung des Begriffs nicht den Rechten überlas-sen dürfe. (…) Viele Besuchende im Roxy füllten für sich den Begriff Heimat mit Emotionen und sozialen Faktoren — Essen, Freunde, Familie.« LINK [€] und PDF

Heimat
Jan Feddersen (Mod.), Dana von Suffrin, Ernst-Wilhelm Gohl (v.l.n.r.). Göppingen, Oberhofenkirche, 09.02.2026 | Foto: Dan Peter

Südwest Presse, Bericht von Annerose Fischer-Bucher aus Göppingen, 11. Februar 2026. »[Landesbischof Ernst-Wilhelm] Gohl sah einen Mangel an Bereitschaft zuzuhören. Als Christ habe er sich klar gegen die AfD positioniert, weil das Menschenbild der AfD mit dem christlichen nicht vereinbar sei. (…) [Dana von] Suffrin kritisierte eine überkorrekte Sprache, die sie nicht mehr hören könne, denn diese habe die Gesellschaft noch aggressiver gemacht. Die anschließenden Statements der Besucher bezogen sich auf eine Menge unsortierter Punkte: auf die Migration in Göppingen. Auf das Auseinanderdriften an den politischen Rändern. Das Vermissen einer streitbaren Kirche und Kritik am Rückzug auf soziale Themen. Kritik daran, dass alles schlecht geredet werde. (…) Die Versorgungsstruktur habe sich geändert. Ein Hinweis auf ›Göppingen nazifrei‹ gegen frühere Nazi-Aufmärsche in der Stadt. (…) Bei Heimat gebe es auch dunkle Seiten. (…) Märklin sei ohne Migranten nicht vorstellbar.« LINK [€] und PDF

Heimat
Carolin Callies, Anna Koktsidou (Mod.), Reinhard Mangold (v.l.n.r.). Schützenverein Laiz, Sigmaringen, 03.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Schwäbische Zeitung, Bericht des Schützenvereins Laiz aus Sigmaringen, 11. Februar 2026. »Veranstalter PEN-Berlin, Mitglieder des Schützenvereins Laiz und ein kleiner Kreis von interessierten Bürgern, erzeugten in der Wirtsstube des Vereins ›Wohnzimmerfeeling‹. Themen wie Heimat noch/schon, Angst vor Demokratieverlust, Jugend und Verein, Leben auf dem Land im Vergleich zur Großstadt sowie tägliche Krisenängste bestimmen den Abend. Nach 2 Stunden intensiven Gesprächen, konnte danach zwischen Publikum und Veranstalter weiter diskutiert werden. (…) Deniz Yücel und seine Tourmanager konnten dann am nächsten Tag, zusammen mit Oberschützenmeister Franz Kapfinger, das Sportschießen mit dem Luftgewehr kennen lernen. Für alle war es eine gelungene Veranstaltung. LINK und PDF

Heimat
Deniz Yücel, Aron Boks (Saalmikrofon). Göppingen, Oberhofenkirche, 09.02.2026 | Foto: Dan Peter

Heimspiel [Stadionmagazin des SC Freiburg], Interview von Uli Fuchs mit Deniz Yücel, 10. Februar 2026: »Es muss nicht immer Streit sein, und der Erfolg bemisst sich nicht daran, wieviele AfD-Wähler zu einer Veranstaltung kommen. Es ist ein Angebot an alle, und selbst in einem Kreis von Leuten, die modern sind, aufgeklärt, nicht nationalistisch, eher links der Mitte, kann, wie ich finde, eine Diskussion über Heimat ein wichtiges Thema sein. Anders gesagt: So wie Bruce Springsteen unlängst Donald Trump wegen der ICE-Übergriffe abgemeiert hat, so eine Rede wäre, glaube ich, ohne einen positiven Bezug zu seiner Stadt und seinem Land einfach nicht möglich.« LINK und PDF

Schwarzwälder Bote [Stuttgarter Nachrichten], Vorbericht von Roland Stöß zur Veranstaltung in Calw,  10. Februar 2026: »Florian Fuchs, Vorsitzender des Kleinkunstvereins Kleine Bühne, äußerte sich begeistert: ›Wenn PEN Berlin, also die wichtigste Schriftstellervereinigung im Land, bei uns anfragt, ob wir eine Podiumsdiskussion zum Thema ›Heimat‹ abhalten wollen, dann sagen wir natürlich nicht nein. Wir, das ist die Kleine Bühne und unser Kooperationspartner VHS, sind unheimlich stolz, dass der PEN Berlin, insbesondere Deniz Yücel gerade bei uns nachgefragt haben.‹« LINK und PDF

Heimat
Aron Boks mit Saalmikrofon bei der Publikumsdiskussion. Friedrichshafen, Kulturcaserne, 04.02.2026 | Foto: Anette Bengelsdorf

Südkurier, Bericht von Anette Bengelsdorf aus Friedrichshafen, 9. Februar 2026: »Was macht Heimat aus? Ein Teilnehmer aus dem Publikum gab zu bedenken, dass Heimat ein dehnbarer Begriff sei. Früher habe man sie schon auf dem Weg ins Nachbardorf verlassen. Heute erst, wenn man Deutschland verlässt. Noch weiter fasste eine andere Teilnehmerin den Begriff. Sie erinnerte sich an ein Interview mit dem Astronauten Alexander Gerst. Als der nach einer ISS-Mission in der kasachischen Steppe gelandet sei, habe sich das für ihn wie Heimat angefühlt, obwohl er zuvor nie an diesem Ort gewesen sei. (…) Theresia Walser sieht in der Heimatsehnsucht eine große Enttäuschung. Sie sei die Suche nach einer Heimat, die man nie so finden würde, wie man sie sich wünscht. Die Linde von früher – gefällt; das Bild des Löwen auf der Gasthauswand – übermalt. Verlust, sagte sie, spiele eine große Rolle. LINK [€] und PDF

Heimat
Kai Diekmann, Dana Grigorcea, Marie Eisenmann (Mod.) (v.l.n.r.). Weingarten, Kulturzentrum Linse, 06.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Heidenheimer Zeitung, Vorbericht von Jens Eber zur Veranstaltung in Heidenheim, 6. Februar 2026: »Für manche Menschen hat der Begriff Heimat den Beiklang des Gemütlichen, des Gefühligen und Wohligen, andere verbinden Heimat mit Enge und dem Muff des allzu Vertrauten. Wieder andere definieren Heimat schlicht als den Ort, der auf ihrer Geburtsurkunde steht. Welche Definition man auch wählt – Heimat dürfte für jeden einen anderen Klang haben und andere Bilder im Kopf erzeugen. Gleich mehrere dieser individuellen Begriffe von Heimat werden am Mittwoch (…) in der Stadtbibliothek Heidenheim zu hören sein. (…) Deniz Yücel erklärt im Gespräch mit der HZ, warum PEN Berlin diese Gesprächsreihe (…) vor der Landtagswahl anbietet: ›Vor der Wahl ist es ein guter Moment, weil die Menschen gerade jetzt politisch interessiert sind‹, sagt Yücel, es handle sich aber nicht um eine unmittelbar politische Veranstaltung.« LINK [€] und PDF

Rhein-Zeitung, Beitrag von Lars Hennemann, vorab zu den Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz, 6. Februar 2026: »Was darf man eigentlich in Deutschland noch sagen? Und ist das eigentlich noch das Land, in dem ich gern lebe? Fragen, die wir als Gesellschaft seit einigen Jahren in zunehmender Intensität miteinander diskutieren. Nicht nur in Zeiten des Wahlkampfes, in diesen allerdings noch einmal ganz besonders. (…) Spannend und wirklich wichtig ist, was ab diesem Punkt passiert: Schaffen wir es noch, uns auf einen Kompromiss zu einigen oder uns wenigstens weiter zu respektieren, auch in der Unterschiedlichkeit von Standpunkten? Um das zu ergründen (…) lädt die Schriftsteller- und Autorenvereinigung PEN Berlin zu einer landesweiten Veranstaltungsreihe mit dem Titel ›Reden wir über Heimat‹ ein.« LINK und PDF

Nahe-Zeitung [Rhein-Zeitung], Beitrag von Vera Müller, vorab zur Veranstaltung in Idar-Oberstein, 6. Februar 2026: »Die Veranstaltungsreihe ist als offene Podiumsdiskussion angelegt und setzt bewusst auf einen lebendigen Austausch zwischen Podium und Publikum. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie viel Heimat braucht der Mensch? Was gefährdet dieses Gefühl? Und wie kann Zu-sammenleben im Plural gelingen? Ziel ist es nicht, fertige Antworten zu liefern, sondern zu-zuhören und gemeinsam zu streiten – sachlich und fair.« LINK und PDF

Heimat
Jann-Luca Künßberg (Mod.), Daniel Grunenberg, Miku Sophie Kühmel (v.l.n.r.). Konstanz, Kulturzentrum K9, 05.02.2026 | Foto: Jörg-Peter Rau/Südkurier

Südkurier, Bericht von Marcus Golling aus Konstanz, 5. Februar 2026: »Dass Heimat heute anders diskutiert wird als noch vor wenigen Jahren, wird deutlich, als das Publikum zum eigentlichen Akteur des Abends wird. (…) Als Fazit können die Besucher des K9 nach Hause nehmen: Heimat ist auch da, wo man offen reden kann. Zugleich zeigt der Abend, dass die Gäste den Begriff Heimat nicht denen überlassen wollen, die damit allzu leicht Schindluder treiben, wie Besucher Franz Baumgartner mit Blick auf die deutsche und österreichische Geschichte warnt. ›Ein Zuhause ist wichtig‹, hatte die nun gar nicht zur Heimattümelei neigende Miku Sophie Kühmel gesagt. Und für diese gut zwei Stunden schien für die Runde auch das K9 ein vorübergehendes Zuhause. Was, wie der Abend zeigte, nicht wenig wäre.« LINK [€] und PDF

Heimat
Johannes Bruggaier (Mod.), Theresia Walser. Friedrichshafen, Kulturcaserne, 04.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Südwest Presse, Vorbericht von Marcus Golling zur Veranstaltung in Ulm, 5. Februar 2026: »Am Dienstag heißt es im Roxy ›Hallo Ulm, reden wir über Heimat‹ – mit einer besonderen Konstellation: Laut PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel ist es der einzige Abend der Reihe, an dem alle drei Podiumsgäste einen Migrationshintergrund haben. Vor allem aber sind sie Menschen mit besonderen Geschichten. (…) Wie er selbst, komme [Imran] Ayata aus dem linken Milieu der 90er-Jahre, ›wo man mit dem Begriff Heimat nichts zu tun haben wollte‹, sagt der PEN-Sprecher. Klar, lange her, aber auch interessant: Bei den ersten Abenden der Reihe sei der Begriff in den Diskussionen kaum grundsätzlich hinterfragt worden, so Yücel. Der zweite ›sehr interessante Gesprächspartner‹ ist Michel Abdollahi. (…) Sein jüngstes Buch Es ist unser Land –Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen wurde 2025 veröffentlicht. ›Das war eine Bewerbung für unsere Reihe‹, sagt Yücel.« LINK und PDF

Heimat
Dilek Güngör, Tim Schleider (Mod.), Richard Arnold (v.l.n.r.) Volkshochschule Schwäbisch Gmünd, 02.02.2026 | Foto: PEN Berlin

Gmünder Tagespost, Bericht von Michael Länge aus Schwäbisch Gmünd, 3. Februar 2026: »Der VHS-Saal ist brechend voll. Deniz Yücel bringt eigenhändig weitere Stühle. (…) Ob es für ihn Europa als Heimatgefühl gebe, will [Tim] Schleider. ›Europa als Idee, die für Freiheit steht, für den Schutz des Individuums, für Aufklärung‹, dies bejaht [Richard] Arnold und ergänzt: ›Aktuell wird mir bewusst, wie stark diese Idee ist in einer Welt, in der es nur um Stärke und Aufteilung geht.‹ Der Ton in ihren Texten habe sich geändert, sagt Schleider zu [Dilek] Güngör, sie spüre mehr dem Fremdheitsgefühl nach. ›Fremdheitsgefühl ist nicht auf Sprache, Hautfarbe oder Herkunft zu reduzieren‹, sagt dazu Güngör. (…) Arnold begrüßt Initiativen des Landes für mehr Sprachförderung und spricht sich für mindestens ein Kindergartenpflichtjahr aus. Hier werden einmal mehr Güngörs andere Erfahrungen erkennbar: ›Gute Noten zu schreiben, hilft nicht, ändert nichts‹, sagt sie in Bezug aufs Dazugehören. LINK [€] und PDF

3sat, Kulturzeit, Beitrag von Dorothea Dörner aus Lörrach und Studiogespräch von Cécile Schortmann mit Julia Ruhs, 3. Februar 2026: »Was ist Heimat? Darüber diskutierten in Lörrach die beiden Journalistinnen Julia Ruhs vom Bayerischen Rundfunk und Doris Akrap von der taz in Berlin. [Akrap:] ›Als Kind (…) dachte ich, Heimat ist da, wo Heidi wohnt.‹ (…) In der aufgeladenen politischen Situation ist der Heimatbegriff eng mit dem Thema Migration verknüpft. [Ruhs:] ›Ich glaube, viele haben Angst, dass sie ihre Kultur verlieren, (…) dass das Land fremder für einen selber wird.‹« LINK und VIDEO

 

 

Heimat
Doris Akrap, Matthias Zeller (Mod.), Julia Ruhs (v.l.n.r.). Lörrach, Theater Tempus fugit, 01.02.2026 | Foto: Alexandra-Günzschel

Badische Zeitung, Bericht von Alexandra Günzschel aus Lörrach, 3. Februar 2026. »›Ja, Deutschland ist mein Land‹, diese Frage konnte Doris Akrap, die in Hessen als jugoslawische Staatsbürgerin geboren wurde, klar beantworten – auch wenn es mit Dalmatien noch eine andere Heimat für sie gibt, über die sie einen von persönlichen Erfahrungen inspirierten Reiseführer verfasst hat. Stolz könne Deutschland vor allem auf seinen gut funktionierenden Rechtsstaat sein, erklärte sie – dies sei eine oft unterschätzte Errungenschaft.Heimat‹ ist. Dies sei ›noch‹ ihr Land, erklärte dagegen Julia Ruhs. Auch vor dem Hintergrund des aktuellen Falls in einer U-Bahn-Station in Hamburg, bei der ein Mann aus dem Südsudan bei seinem Suizid eine 18-Jährige mit in den Tod riss, sprach sie von zunehmenden Gefühlen der Unsicherheit.« LINK [€] und PDF

Heimat
Publikum. Offenburg, Der Salmen, 30.01.2026 | Foto: Herr Fichtner

Südkurier, Interview von Jann-Luca Künßberg mit Deniz Yücel, 2. Februar 2026. »Im Begriff der Heimat verdichtet sich vieles, das gerade die politischen Diskussionen in Deutschland bestimmt. Nach meiner Beobachtung sind da sehr viele Ängste im Spiel. Angst vor wirtschaftlichem Niedergang, vor unkontrollierter Zuwanderung, vor dem Erstarken des Rechtsextremismus usw. Das alles sind Ängste vor dem Verlust von Sicherheit. Und Heimat ist nichts anderes als Sicherheit. (…) Ich glaube, dass Angst in allen gesellschaftlichen Kreisen verbreitet ist, auch in allen politischen Kreisen. Nehmen wir das Beispiel Ludwigshafen, wo ein Bürgermeisterkandidat der AfD nicht zur Wahl zugelassen worden ist. Das geht in der Tendenz dahin, im Namen der Verteidigung der Demokratie die Demokratie abzuschaffen. (…) Aus Angst um die Demokratie.« LINK [€] und PDF

Schwäbische Zeitung, Vorbericht zum Abend in Friedrichshafen, 2. Februar 2026. »Ziel ist es, in einer Zeit zunehmender Sorgen um Freiheit und Demokratie, den gesellschaftlichen Diskurs zu fördern. ›Wir möchten über Heimat sprechen. Unter dem gebrochenen Motto Ist das noch mein Land? bis zu Ist das schon mein Land? Zu Gast sind wir in Theatern, Kulturzentren und Einrichtungen, die für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig sind, erklärt Aron Boks von PEN Berlin.« PDF

Heimat
Feridun Zaimoglu, Annette Müller, Charlotte Schönberger (Mod.) (v.l.n.r.). Offenburg, Der Salmen, 30.01.2026 | Fotos [m]: Herr Fichtner

Badische Zeitung, Bericht von Juliana Eiland-Jung aus Offenburg, 2. Februar 2026. »Zaimoglu insistierte auf Individualität, blieb aber skeptisch gegenüber wohlklingenden Worten wie Heimat, nannte ›Identität‹ eine ›langweilige Sache‹, bei der man ›schnell beim Stammesdenken‹ lande, und kritisierte die Kategorisierung ›Migrationshintergrund‹ als inhaltsleer. Dennoch könne er begeistert sagen: ›Deutschland ist mein Land‹. Annette Müller betonte mehrfach, dass niemand aus seiner Herkunft Besitzansprüche ableiten könne. (…) Viele der Anwesenden besorgte weniger die Migration, als der erstarkende Rechtsextremismus. Aus dem Publikum wurde die AfD als ›Symptom, und nicht als Krankheit‹ bezeichnet.« LINK [€]

Heimat
Aron Boks am Saalmikrofon, Deniz Yücel. Offenburg, Der Salmen, 30.01.2026 | Foto: Herr Fichtner

Hohenloher Tagblatt [Südwest Presse], Interview von Christine Hofmann mit Deniz Yücel, 31. Januar 2026: »Ich war lange Zeit der Ansicht, wie viele andere, die aus der Linken in Deutschland kommen, dass Heimat ein reaktionärer Begriff ist. Oder etwas Lächerliches. Ich wollte Weltbürger und Kosmopolit sein und damit nichts zu tun haben. Mit Anfang 50 finde ich diese Idee immer noch sympathisch. Aber die Realität ist, dass ich nicht überall gleichermaßen zu Hause bin. Ich habe mehrere Heimaten: Das ist meine Geburtsstadt Flörsheim am Main, das ist Berlin, wo ich mit Unterbrechungen seit 30 Jahren lebe, das ist Istanbul in der Türkei, wo ich sehr gerne gelebt und gearbeitet habe. Ich bin großer Italien-Fan, aber dazu habe ich nicht die gleiche Verbindung. Allerdings ist Heimat für mich nicht nur etwas Positives oder Wohlfühliges.« LINK [€] und PDF

Heimat
Francesca Melandri, Ijoma Mangold. Heidelberg, Interkulturelles Zentrum, 27.01.2026 | Foto: Johannes Hoffmann

Rhein-Nackar-Zeitung, Bericht von Ingrid Thoms-Hoffmann aus Heidelberg, 29. Januar 2026. »Was die Nazis für ihre Zwecke rassistisch instrumentalisierten, bemühten sich auf dem Podium Francesca Melandri und Ijoma Mangold und ein diskussionsfreudiges Publikum aufzubrechen. (…) Während Mangold ›keinen Grund sieht‹, das infrage zu stellen, fühlt sich Melandri als Italienerin, besser noch als Europäerin. Dass einiges in beiden Ländern in Sachen Politik schief läuft, daraus machten beide keinen Hehl. (…) Dabei kamen gerade aus der Mitte des Publikums nachdenkenswerte Vorschläge. ›Wir müssen Begriffe wie Integration neu denken‹, mahnte eine ältere Dame. Sollen fremde Menschen hier eine Heimat finden, sollten wir uns fragen, wie wir mit zwei Kulturen umgehen. ›Wir müssen bereit sein, den Zwiespalt bei uns auszuhalten‹, forderte sie ein.« LINK [€] und PDF

Heimat
Publikum (vorne), Podium (hinten), Nationaltheater Mannheim, 26.01.2026 | Foto: PEN Berlin

Badische Zeitung, Interview von Sabine Ehrentreich mit Doris Akrap, vorab zur Veranstaltung in Lörrach, 28. Januar 2026: »In anderen Veranstaltungen hat das Publikum den kleinsten Anteil, es darf am Ende ein paar Nachfragen stellen, das war’s. Das ist hier anders. Das Erstaunliche ist, wie konzentriert das Publikum ist, wie sehr genau es Bescheid weiß. Es gibt Momente des Grübelns. Wie in Baden-Württemberg hat auch die Reihe im Osten nicht unbedingt an Orten stattgefunden, wo man sich sonst den PEN Berlin vorstellt. Die Leute sind sehr dankbar dafür, dass solche Diskussionen über Themen, die sie jeden Tag beschäftigen, mal bei ihnen stattfinden. (…) Für Lörrach hat man in der Organisation mit dem Ort Tempus fugit und dem Partner Narrengilde wohl bewusst zusammengebracht, was sonst nicht unbedingt zusammenkommt. Das ist schon sehr speziell. Ich finde diese Zusammenarbeit ganz toll – in Zeiten, in denen der Narr König ist.« LINK [€] und PDF

Stuttgarter Zeitung, Interview von Tim Schleider mit Dilek Güngör, vorab zur Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd, 27. Januar 2026. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich an einem Ort beheimatet fühlen kann, wenn man keine gemeinsame Sprache hat, also sich gar nicht versteht. Die gemeinsame Sprache muss vermutlich nicht die Landessprache sein; in Berlin leben viele Menschen, die sich mit anderen auf Englisch unterhalten. Aber wenn mich die anderen nicht verstehen und es mich anstrengt, mit anderen zu sprechen, ist es schwer, eine enge Verbindung mit jemandem einzugehen. Ich bin aber dagegen, jemandem Rechte abzusprechen, weil die Person eine bestimmt Sprache nicht gut genug spricht.« LINK und PDF

Heimat
Michel Friedman, Aron Boks, Stefan Siller und Thea Dorn (v.l.n.r.). Nationaltheater Mannheim, 26.01.2026 | Foto: Christian Kleiner

Mannheimer Morgen, Kommentar von Stefan M. Dettlinger aus Mannheim, 27. Januar 2026. »Wie oft saßen wir in Debatten und kamen nach 90 Minuten, halb erschöpft, halb überfordert, endlich zu den ›Fragen des Publikums‹, das, bereits mürbe und müde, vor allem eines woll-te: nach Hause! Hier, bei der Diskussion ›Ist das noch oder schon mein Land?‹ ist es anders: Das Publikum hat (fast) den Hauptpart, haut Statements raus, stellt Fragen, outet sich. Man sollte viel häufiger genau solche Formate machen. Sie sind vielleicht intellektuell nicht ganz so brillant und auf ästhetischer und intellektueller Ebene erleuchtend, als wenn Michel Friedman oder Thea Dorn eine oder zwei Stunden allein ›philosophiert‹ hätten. Aber sie sind wichtig für die Debattenkultur, für die Demokratie, die uns alle täglich auffordert: Wir müssen reden.« LINK und PDF

Heimat
Michel Friedman, Nationaltheater Mannheim, 26.1.2026 | Foto: Christian Kleiner

Mannheimer Morgen, Bericht von Martin Vögele aus Mannheim, 27. Januar 2026. »Mit dem Publikum haben auch wir uns unterhalten, haben die Besucherinnen und Besucher vor und nach der Veranstaltung gefragt, was sie dazu bewogen hat, hierherzukommen, wie sie diesen Abend erlebt und was sie daraus mitgenommen haben. (…) Auch Mannheims ehemaliger Oberbürgermeister Peter Kurz besuchte die Veranstaltung und ergriff gegen Ende darin das Wort. ›Ich halte es für extrem wichtig in dieser Zeit, dass man tatsächlich immer wieder neue Diskussionsanlässe und Möglichkeiten zum Austausch und zum Gespräch schafft‹, konstatierte er im Anschluss. Und er finde es sehr gut, dass sich auch das Haus – das Nationaltheater also – hierfür öffne.« LINK [€] und PDF

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Thea Dorn, Nationaltheater Mannheim, 26.1.2026 | Foto: Christian Kleiner

Mannheimer Morgen, Bericht von Stefan M. Dettlinger aus Mannheim, 27. Januar 2026. »Unterhaltsam ist die vom PEN Berlin veranstaltete Diskussionsreihe zum Thema Heimat am Montagabend im Alten Kino Franklin in Mannheim gestartet. Aron Boks, einer der Moderatoren der Veranstaltung, begann den Abend partizipativ mit einfachen Fragen ans Publikum, die zwischen bitterem Ernst und augenzwinkernder Oberfläche changierten. (…) Dorn erinnerte an den Philosophen Bernhard Waldenfels, in dessen Theorie die Heimwelt und die Fremdwelt eine große Rolle gespielt hatten. Seien die beiden Welten nicht gut austariert, entstehe Angst, sagte die Philosophin. (…) NTM-Schauspielintendant Christian Holtzhauer kann die Veranstaltung als Erfolg verbuchen. Das Publikum hat aktiv mitgewirkt, was Michel Friedman Hoffnung machen sollte. Denn Moderator Stiller forderte Friedmans Mahnungen aufnehmend am Ende: ›Bleiben wir wachsam, werden wir aktiv!‹« LINK [€] und PDF

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Christian Holtzhauer, Intendant des Nationaltheaters Mannheim, 26.1.2026 | Foto: Christian Kleiner

Stuttgarter Zeitung, Vorbericht von Tim Schleider zur Reihe in Baden-Württemberg, 27. Januar 2026. »Das besondere an den PEN-Veranstaltungen soll dabei sein, dass es nicht nur ein prominent besetztes Podium gibt, sondern von Anfang an auch das Publikum die Diskussion mitführen soll. (…) Kann so etwas funktionieren? ›Im Osten hat es funktioniert‹, meint Yücel selbstbewusst. (…) Besteht aber nicht trotzdem die Gefahr, dass die Abende selbst aus dem Ruder geraten und so nur zum Spiegelbild einer gespaltenen Gesellschaft werden? Deniz Yücel sieht das anders: ›Ich finde das Wort von der gespaltenen Gesellschaft komisch. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft (…).‹ Was tatsächlich unheilvoll gespalten sei, ›das ist die Öffentlichkeit, die öffentlich geführte Debatte.‹ Hier lauere eine existenzielle Bedrohung für die Demokratie, wie man es überall dort beobachten könne, wo liberale Staaten zu autoritär geführten Systemen geworden seien.« LINK [€]

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Deniz Yücel Nationaltheater Mannheim, 26.1.2026 | Foto: Christian Kleiner

DLF Kultur, Studio 9, Gespräch von Julius Stucke mit Deniz Yücel, 26. Januar 2026: »Von Jean Améry gibt es einen wunderbaren Essay mit dem Titel ›Wie viel Heimat braucht der Mensch?‹. Dort findet sich die simple – und ich glaube sehr zutreffende – Feststellung: Heimat bedeutet Sicherheit. (…) Wenn wenn man Heimat mit Sicherheit gleichsetzt, kommt man dazu festzustellen, dass sehr viele Diskussionen und Themen, die uns gerade in Deutschland, aber auch sonst in der Welt beschäftigen, viel mit Ängsten zu tun haben: Angst um den wirtschaftlichen Niedergang, um Arbeitsplatzverlust, gerade in Baden-Württemberg natürlich der Niedergang der Automobilindustrie oder der drohende, Angst vor unkontrollierter Zuwanderung, Angst vor dem Rechtsextremismus, Angst vor den internationalen Verwerfungen.« LINK und AUDIO

Rhein-Neckar-Zeitung, Interview von Alexander Wenisch mit Ijoma Mangold vorab zur Veranstaltung in Heidelberg, 26. Januar 2026. »Geboren und aufgewachsen bin ich in Heidelberg. Heidelberg steht für meine Kindheit und Jugend. Solange man als Kind in der Welt lebt, in der man aufwächst, hat man eigentlich noch gar kein Heimatgefühl – es ist einfach selbstverständlich. So wie das Wasser für den Fisch: Er denkt nicht darüber nach, weil er sich ein Leben außerhalb des Wassers gar nicht vorstellen kann. Erst in dem Moment, in dem man dieses Geburtsbiotop verlässt und in die Ferne zieht, schärft sich – zumindest war das bei mir so – ein Bewusstsein dafür, wie sehr man geprägt ist: von der Region, der Mentalität, dem Dialekt und natürlich dem Pfälzer Wein, den ich sehr schätze. Mit der Entfernung von Heidelberg wurde mir erst klar, wie sehr ich daran hänge. Das ist natürlich bequem, weil man in der Ferne leicht dazu neigt, alles zu verklären und sich danach zurückzusehnen – ohne dass diese Sehnsucht wirklich auf die Probe gestellt würde. LINK [€] und PDF

SWR Kultur, lesenswert, Gespräch von Kristine Harthauer mit Deniz Yücel, vorab zur Reihe in Baden-Württemberg, 23. Januar 2026. »Dass Menschen in verschiedenen Medien wahrnehmen, in verschiedenen Wahrheiten leben, und miteinander nicht mehr diskutieren. Und das ist so, wenn man in andere Länder guckt, zum Beispiel in die Türkei oder in die USA, wo diese Prozesse schon weiter fortgeschritten sind, dann sieht man auch, wohin diese Spaltung von Öffentlichkeit führt: nämlich zu einer existenziellen Bedrohung für die Demokratie. Und dagegen vorgehen kann man nicht, wenn man das einfach nur das beklagt, sondern versucht, diese Spaltung von Öffentlichkeit zu überwinden. Das ist unser Ansatz, mit den Mitteln eines ehrenamtlich arbeitenden Vereins, nicht mehr, aber auch nicht weniger.« LINK und AUDIO

Südwest Presse, Vorbericht von Marcus Golling zur Reihe in Baden-Württemberg, 23. Januar 2026. »Angst vor dem wirtschaftlichen Niedergang, vor Arbeitslosigkeit, vor einer unkontrollierten Zuwanderung, vor einer Machtübernahme der Rechtsextremisten, vor der Klimakatastrophe, vor Krieg. Über all das wird aus Sicht des PEN Berlin zu oft in abgeschlossenen Zirkeln diskutiert. Diesmal seien aber alle eingeladen, bei freiem Eintritt. Sprecher Yücel: ›Das größte Problem ist die Spaltung von Öffentlichkeit. Unser Ziel ist, soweit wir das können, an jedem Abend diese Spaltung zu überwinden, in Calw oder Bad Mergentheim, aber natürlich auch in Freiburg und Heidelberg.‹ Diese Absicht zeigt sich auch auf den Podien: Dort sitzen etwa der Soziologe Heinz Bude, der frühere Stuttgarter Grünen-OB Fritz Kuhn oder die Schriftstellerin Eva Menasse, aber auch Steffen Mayer, der Landesvorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter, die BR-Journalistin Julia Ruhs oder die frühere AfD-Politikerin Joana Cotar.« LINK und PDF

Mannheimer Morgen, Interview von Stefan M. Dettlinger mit Deniz Yücel, 22. Januar 2026. »Wir sprechen über Demokratie nicht nur als Polarisierung, sondern auch als Spaltung von Öffentlichkeit. Mit der Reihe versuchen wir, vor Ort, Abend für Abend, diese Spaltung ein bisschen zu überwinden und so eine republikanische Öffentlichkeit herzustellen, in der jeder mitreden kann (…) indem wir keine Verbotsschilder aufstellen, sondern sagen: Jeder ist eingeladen, jeder kann alles sagen – nicht zu beliebigen Zeiten und nicht in beliebiger Länge, damit viele zu Wort kommen. Aber wir haben keine Angst vor dem freien Wort. Beim letzten Mal war das Ergebnis sehr kontrovers, aber zivilisiert. Und danach sagten die Leute: ›Danke, dass Sie das ermöglicht haben. Wir hätten nicht gedacht, dass das überhaupt noch möglich ist.‹« LINK [€] und PDF

Rems-Zeitung [RND], Vorbericht von Thorsten Vaas zur Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd, 21. Januar 2026. »Was bedeutet Heimat in einer Zeit, in der sich viele Menschen verunsichert fühlen? Um diese zentrale Frage dreht sich die neue Gesprächsreihe ›Hallo Baden-Württemberg‹, die die Autorenvereinigung PEN Berlin in den Südwesten führt. Am Montag, den 2. Februar, macht die Tour Station in Schwäbisch Gmünd: Ab 19 Uhr verwandelt sich der Saal der Gmünder VHS in ein Forum für Bürgerinnen und Bürger. (…) Für die Veranstaltung in Schwäbisch Gmünd ist das Podium hochkarätig und lokal verwurzelt besetzt. Neben Oberbürgermeister Richard Arnold nimmt die renommierte Autorin Dilek Güngör teil. Für Güngör ist der Abend ein Heimspiel.« LINK

Hohenloher Tagblatt [Südwest Presse], Vorbericht von Christine Hofmann zur Veranstaltung in Crailsheim, 21. Januar 2026: »Bei der diesjährigen Veranstaltungsserie gibt es einen anderen Fokus. Es geht um Heimat, um den Ort, an dem man lebt und sich zu Hause fühlt. Zugleich geht es aber auch um die Angst vor  dem Heimatverlust. ›Das wird nicht immer nett. Aber mir scheint dieser Weg, die Auseinandersetzung zu suchen, der richtige‹, sagte PEN-Berlin-Sprecher Yücel. ›Besser, als in Berlin zu sitzen, unsere Demokratie zu beschwören und dabei zuzusehen, wie die Menge derer, die mit diesem Possessivpronomen bezeichnet wird, immer kleiner wird.‹« LINK [€] und PDF

Berliner Zeitung, Vorbericht von Cornelia Geißler, 19. Januar 2026: »Die Autorenvereinigung PEN Berlin nimmt erneut ein Unbehagen in der Gesellschaft auf. Nachdem sie 2024 vor den Landtagswahlen in 37 ostdeutschen Städten von Annaberg bis Zwickau öffentliche Gespräche zum Thema Meinungsfreiheit organisierte, steht nun die Frage nach Heimat im Zentrum. Probleme, eine Wohnung zu finden, die unbefriedigende Verkehrssituation, die Gesundheitsversorgung, Kriminalität und Einsamkeit beschäftigen viele Menschen. ›All diese und weitere Ängste lassen sich in einem Motiv bündeln: die Angst vor dem Verlust des Vertrauten‹, schreibt PEN Berlin in der Ankündigung.« LINK

Fränkische Nachrichten, Vorbericht zur Veranstaltung in Bad Mergentheim, 14. Januar 2026 : »Wie bei der vielbeachteten und vielgelobten Veranstaltungsreihe vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg 2024 ist das Publikum eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. (…) Am Dienstag, 17. Februar, macht PEN Berlin Station bei ›Literatur allerorten‹ in Bad Mergentheim. Um 19 Uhr diskutieren der in Bad Mergentheim geborene Politiker Fritz Kuhn, der Literaturkritiker Denis Scheck und die Übersetzerin und Journalistin Beatrice Faßbender gemeinsam mit dem Publikum über Heimat und Demokratie. (….) ›Hallo Mergentheim, reden wir über Heimat.‹« LINK [€]

Badische Zeitung, Vorbericht von Ralf Burgmaier, 14. Januar 2026 : »Auf Initiative der Schriftstellervereinigung PEN Berlin lädt der Salmen in Offenburg zu einem Gesprächsabend ein, bei dem nicht nur die geladenen Podiumsgäste zu Wort kommen, sondern vor allem auch das Publikum mitdiskutieren soll. (…) Als Vertreterin der Stadt Offenbur (…) wurde die Theatermacherin und politische Aktivistin Annette Müller für das Podium ausgewählt.« LINK [€]

 

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