PM PEN Berlin: Heimat-Reihe in Sachsen-Anhalt

Pressemitteilung vom 17. Juli 2026

Sechzehnmal in Sachsen-Anhalt: Ist das noch|schon mein Land?

Heimat
Grafik: Scholz & Friends/PEN Berlin

Die Autorenvereinigung PEN Berlin geht in den Osten Deutschlands und organisiert in 16 größeren und kleineren Orten in Sachsen-Anhalt eine Gesprächsreihe zum Thema Heimat – die Fortsetzung der Serie, die wir mit 122 Mitwirkenden Anfang des Jahres in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz begonnen haben.

Wie schon bei unserer vielbeachteten Veranstaltungsreihe vor den Landtagswahlen im Sommer 2024 in Sachsen, Thüringen und Brandenburg und wie bei unserer Kundgebung im September 2025 im mecklenburgischen Klütz ist das Publikum eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Mehr noch: Das Publikum gestaltet als vierter Gast den Abend maßgeblich mit.

Unter dem (sehr deutschen) Wort Heimat können sich viele Menschen immer noch – oder wieder? – etwas vorstellen: in konservativen Milieus, wo der Begriff seit eh und je beheimatet ist, in rechtsextremen Kreisen, die diesen Begriff zu vereinnahmen versuchen, aber auch links der Mitte. Was aber ist Heimat? Und – um die Frage mit Jean Améry zu formulieren – wie viel Heimat braucht der Mensch? Was ist erforderlich, um sich zu beheimaten? Was gefährdet das Heimatgefühl? Wie geht Heimat im Plural? Und gibt es ein spezifisches ostdeutsches Heimatgefühl, und wenn ja, was macht es aus? 

Über all das möchten wir reden. Über Heimat. Unter dem gebrochenen Motto »Ist das noch mein Land?« bis zu »Ist das schon mein Land?« – in Bernburg und Freyburg, in Weißenfels und Wittenberg. 16 Orte, 18 Tage, 48 Mitwirkende

Zu den Podiumsgästen gehören u.a. die Wissenschaftler:innen Uta Bretschneider und Aladin El-Mafaalani, die Publizisten Ahmad Mansour und Alexander Prinz, die Journalist:innen Yassin Musharbash, Béla Réthy und Valerie Schönian sowie die Schriftsteller:innen Tomer Gardi, Annett Gröschner, Monika Maron, Clemens Meyer und Lukas Rietzschel.

Beim Sportverein, beim Chor, in der Synagoge

Heimat
Grafik: Scholz & Friends/PEN Berlin

Hinzu kommen Gesprächspartner:innen, die eine andere Tätigkeit ausüben als eine publizistische, darunter Thomas Alme (Kommandant des Landeskommandos Sachsen-Anhalt), Carsten Franzke (Geschäftsführer der Stickstoffwerke Piesteritz), Daniel Fabian (Landesrabbiner von Sachsen-Anhalt) und Margot Käßmann (ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland), die Winzerin Luise Antonie Böhme und die Kommunalpolitiker Martin Papke (Oberbürgermeister von Weißenfels) und Lutz Trümper (langjähriger Oberbürgermeister von Magdeburg).

Zu Gast sind wir in Theatern und Kulturzentren, aber auch in anderen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt relevanten Einrichtungen: in Bernburg beim Stadtchor, beim VfB Sangerhausen, im Stendaler Dom und bei der Jüdischen Gemeinde Halle. 

»Mit Jean Améry kann man Heimat als Sicherheit definieren«, sagte PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel. »Viele Themen, die die Menschen in Deutschland bewegen, haben mit Ängsten zu tun: die Angst, dass der Staat seine Aufgaben nicht mehr erfüllt, die Angst vor wirtschaftlichem Niedergang, vor unkontrollierter Zuwanderung, vor Rechtsextremismus, die Angst, dass Wohnen unbezahlbar und Gesundheitsversorgung unerreichbar werden; kurz: die Angst vor dem Verlust des Vertrauten. Diese politische Dimension des Begriffs ›Heimat‹ interessiert uns mindestens so sehr wie die persönliche und emotionale.«

Hier finden Sie einen Überblick mit allen Orten, Zeiten und Mitwirkenden.

Das Programm für den nächsten Teil der Reihe, der in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stattfinden wird, werden wir in den kommenden Tagen bekanntgeben. Auftakt ist am 30. August im Literaturhaus Rostock, Abschluss in der Mokka-Milch-Eisbar in Berlin, mit einem Poetry Slam zum Thema Heimat.

Wir bedanken uns bei der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, dem Deutschen Bundestag, dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, dem Bundesprogramm »Demokratie leben!« und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Berthold Leibinger Stiftung, der Wüstenrot Stiftung sowie der Agentur Scholz & Friends für ihre Unterstützung. Ganz besonders danken wir allen mitwirkenden Einrichtungen.

Also, Sachsen-Anhalt: Reden wir über Heimat.

PEN Berlin. Wir stehen im Wort.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Ostbeauftragte BKM BMBFSFJ

Berthold Leibinger Stiftung Logo Wüstenrot Stiftung Logo Scholz & Friends

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner