Archiv 2025

Juni 2025 (Maxim Biller, Fatih Altaylı, PEN Darmstadt, »Compact«-Verbot)

Zur gelöschten »Zeit«-Kolumne von Maxim Biller

Berliner Zeitung, Beitrag von Susanne Lenz, 27. Juni 2025: »Deniz Yücel, Sprecher des PEN Berlin äußert sich gegenüber der Berliner Zeitung zur Löschung der Kolumne ›Morbus Israel‹ von Maxim Biller und nennt das Vorgehen der Wochenzeitung Die Zeit ›hilflos und unsouverän‹. Am Donnerstag war Billers Polemik zum Israel-Gaza-Krieg in der gedruckten Zeit erschienen. Am selben Tag wurde der Artikel im Online-Kanal der Wochenzeitung von der Redaktion gelöscht, nachdem er dort bereits am Mittwoch ausgespielt worden war. (…) Ein Problem hat Deniz Yücel allerdings damit, dass der Text von der Webseite gelöscht worden ist.« LINK [€]

junge Welt, Beitrag von Peter Merg, 30. Juni 2025: »Eine solche Kolumne aus dem Netz zu nehmen ist nicht nur ›hilflos und unsouverän‹, wie jetzt der selbst nicht eben antizionistische Sprecher des PEN Berlin, Deniz Yücel, korrekt kritisiert. Es ist vor allem verlogen. Es scheint, Biller ist ehrlicher, als die Zeit ertragen kann.« LINK

Zur Jahrestagung des PEN Darmstadt

Frankfurter Allgemeine, Beitrag von Philipp Schröder, 27. Juni 2025: »An Querelen herrscht im PEN-Zen­trum Deutschland kein Mangel, und spätestens seit der Abspaltung des PEN Berlin vor drei Jahren muss es sich viel öffentliche Kritik gefallen lassen. Vereinsmeierei, dieses Wort fiel auch am Donnerstag während des Festabends der Jahrestagung des PEN Deutschland in Darmstadt häufiger, die auch noch ein Jahr später ganz im Zeichen des hundertjährigen Bestehens stand. Doch der Festredner Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, wendete den Begriff ins Positive: ›Ich glaube an die Kraft der Organisation und an Strukturen, ich bin wirklich ein Vereinsmeier.‹« LINK

 

Zur Verhaftung von Fatih Altaylı in der Türkei

Fatih Altaylı
Fatih Altaylı | Foto: Archiv

Frankfurter Allgemeine, Bericht von Florian Heimhilcher, 24. Juni 2025: »Der türkische Journalist Fatih Altaylı ist wegen angeblicher Bedrohung des Präsidenten inhaftiert worden. Damit wird ein weiterer prominenter Oppositioneller zum Schweigen gebracht. (…) Altaylı ist besonders durch seine jahrelange Tätigkeit als Talkshow-Moderator beim Sender Habertürk bekannt. Zwar hat er diesen 2023 verlassen, doch über seinen Youtube-Kanal mit mehr als 1,5 Millionen Abonnenten blieb er weiterhin in der medialen Öffentlichkeit präsent. Dort kommentiert er regelmäßig das politische Zeitgeschehen und lädt Gäste zur Diskussion ein. Eines dieser Videos wurde ihm nun zum Verhängnis. Auch der PEN Berlin protestierte bereits gegen seine Inhaftierung und warf der türkischen Regierung Schwäche vor.« LINK

DLF Kultur, Bericht, 24. Juni 2025: »PEN Berlin hat gegen die Verhaftung des türkischen Journalisten Fatih Altayli protestiert. Altayli gehöre zu den bekanntesten Journalisten des Landes. Seine Verhaftung zeige auf besorgniserregende Weise, wohin sich die Türkei zu entwickeln drohe – von einer Autokratie zur Diktatur, so die Schriftstellervereinigung.« LINK

Börsenblatt, Bericht 24. Juni 2025: »›Die Verhaftung von Altayli ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche dieses Regimes‹, sagte PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel. ›Und genau deshalb ist zu befürchten, dass Staatspräsident Erdoğan alles – wirklich alles – tun wird, um den Verlust seiner Macht zu verhindern. Fast schon lustig ist der konkrete Vorwurf: Bedrohung des Staatspräsidenten. Der Mann, der den gesamten Staat – inklusive der Justiz – kontrolliert, wirft Fatih Altayli Bedrohung vor – einem Journalisten, der in seinen 43 Berufsjahren über keine anderen Mittel verfügt hat als die Kraft seines Wortes.« LINK

Zur Aufhebung des »Compact«-Verbots

Welt TV, Gespräch von Fanny Fee Werther und Alexander Simon mit Deniz Yücel, 24. Juni 2025: »Das Bundesverwaltungsgericht hat bestätigt, was man schon im Sommer letzten Jahres, absehen konnte, dass die Presse- und Meinungsfreiheit ein so hohes Gut ist, dass man nicht einfach mit einer Verfügung des Innenministeriums einschreiten kann – selbst wenn es um ein rechtsextremes Spinnerblatt wie Compact geht. Deswegen ist das heute ein guter Tag für die Pressefreiheit, ein guter Tag für die Rechtsstaatlichkeit. Das ist aber schlechter Tag für die alte Bundesregierung – und für alle, die glauben, dass der Kampf für eine gute Sache, hier in dem Fall gegen den Rechtsextremismus, alle Mittel heiligen würde.« LINK und VIDEO

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Welt, Kommentar von Deniz Yücel, 16. Juni 2025: »Es ist gut möglich, dass die Leipziger Richter das Compact-Verbot aufheben, ohne das Vorgehen des Bundesinnenministeriums grundsätzlich zu beanstanden. Genau darum wäre es zu begrüßen, dass dieser Fall vor dem Bundesverfassungsgericht landen würde. Denn die Frage, wie weit der Schutz der Pressefreiheit – auch für aktivistische Portale – reicht, bedarf endlich einer gesetzlichen Regelung, die nur das Bundesverfassungsgericht einfordern kann. In einer repräsentativen Demokratie kommt der Presse eine ähnliche konstitutive Rolle zu wie den Parteien. Darum müssen für ein Verbot annähernd hohe Anforderungen gelten. Eine Minister-Unterschrift darf nicht länger genügen.« LINK

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