Medien

[Interviews, namentlich gezeichnete Beiträge oder offene Briefe, die einzelne Boardmitglieder unterzeichnet haben, geben nicht notwendig die Ansichten des gesamten Boards wieder.]

Februar 2026 (Heimat-Reihe)

Fränkische Nachrichten, Bericht von Linda Hener aus Bad Mergentheim, 18. Februar 2026. »›Was hat sich in der Welt verändert? Das Ortsleben, das einmal vertraut war, das man von früher kennt, versteht man nicht mehr – die Heimat zerrinnt von innen‹, stellt Fritz Kuhn (…) im Austausch mit dem Publikum fest. (…) Begonnen hatte der Abend mit einem Frage-Spiel. Aron Boks (…) bittet das Publikum bei Fragen wie ›Für wen ist Baden-Württemberg Heimat?‹, ›Wer hat eine zweite Heimat?‹ oder ›Wer sorgt sich um die Demokratie?‹ um Handzeichen. Hände gehen hoch – mal zögerlich, dann wieder schnell und entschieden. Mal folgt ein Lachen im Saal, dann Verwunderung. Es ist spürbar: Das Publikum mit mehr als 220 Interessierten ist gespannt auf die Veranstaltung im Evangelischen Gemeindezentrum in Bad Mergentheim.« LINK

Pforzheimer Zeitung, Interview von Katharina Lindt mit Deniz Yücel, 18. Februar 2026. »Politik sollte weniger reden und mehr gestalten. Ich erwarte von der Politik, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir nicht ein viertes Jahr in Folge eine Rezession erleben. Wenn die Politik ihre Hausaufgaben besser machen würde, die Wirtschaft dann läuft, die Gesundheitsversorgung funktioniert und öffentliche Infrastruktur verlässlich ist, wäre das ein größerer Beitrag dazu, dass sich die Leute in ihrer Heimat wieder heimelig fühlen. Politiker können über Heimat sinnieren, wenn sie in den Ruhestand gegangen sind, aber nicht vorher.« LINK [€]

Badische Zeitung, Bericht von Katharina Kubon aus Lörrach, 17. Februar 2026. »Das Narrenschiff Annerösli hatte beim Lörracher Umzug wie immer prominente Gäste an Bord: Neben Oberbürgermeister, Pfarrer und anderen war da in diesem Jahr allerdings jemand, den hatte vermutlich keiner auf dem Schirm. Unter gelb, rot und grün gestreifter Pudelmütze und dazu farblich passenden Handschuhen und Schal steckte kein Geringerer als der Journalist und Publizist Deniz Yücel. (…) Zustande gekommen ist dieser Besuch durch die Verbindung zur Narrengilde. Die hat die Veranstaltung ›Hallo Lörrach, reden wir über Heimat‹ von PEN Berlin, die Anfang des Monats in Lörrach Halt gemacht hatte, unterstützt.« LINK [€]

Badische Zeitung, Bericht von Jürgen Reuß aus Freiburg, 15. Februar 2026. »Erst als Lühmann den Brandenburger Kiefernduft ins Spiel brachte, konnten alle heimatliche Assoziationen beisteuern. Ist Heimat vor allem Sinnlichkeit? Der Duft von Kartoffelfeldern oder Wurstspezialitäten? ›Dass ich Rügenwalder Teewurst liebe, heißt nicht, dass ich meinen Sohn dafür in den Krieg schicken würde‹, hielt eine Publikumsstimme zur Frage der Verteidigungsfähig- und -willigkeit dagegen. Und was ist mit dem als Kind nach Deutschland gekommenen Staatsbürger, der nach 40-jährigem Bemühen in die Runde fragt: ›Wie lange soll ich mich denn noch integrieren?‹« LINK [€]

Schwarzwälder Bote, Interview von Roland Stöß mit Florian Fuchs, Vorsitzender des Kleinkunstvereins Kleine Bühne, 10. Februar 2026: »Wenn PEN Berlin, also die wichtigste Schriftstellervereinigung im Land, bei uns anfragt, ob wir eine Podiumsdiskussion zum Thema Heimat – Integration – Demokratie abhalten wollen, dann sagen wir natürlich nicht nein. Wir, das ist die Kleine Bühne Calw e. V. und unser Kooperationspartner VHS, sind unheimlich stolz, dass der PEN Berlin, insbesondere Deniz Yücel, gerade bei uns nachgefragt haben.« LINK

 

Heimat
Doris Akrap, Matthias Zeller und Julia Ruhs (v.l.n.r.), Theater Tempus fugit, 1.2.2026 | Foto:  Screenshot PEN Berlin

3sat, Kulturzeit, Beitrag von Dorothea Dörner, 3. Februar 2026. In Lörrach diskutierten im Rahmen der PEN-Berlin-Gesprächsreihe »Ist das noch|schon mein Land?« die Journalistinnen Julia Ruhs (Bayerischer Rundfunk) und Doris Akrap (taz) mit Moderator Matthias Zeller. Julia Ruhs glaubt, dass viele Menschen »Angst haben, dass sie ihre Kultur verlieren«. Doris Akrap: »Als Kind dachte ich, Heimat ist da, wo Heidi wohnt«. PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel über die Reihe: »Zum einen ist Heimat natürlich in Deutschland, wie so vieles andere auch, historisch nicht unbelastet. Aber es ist ein Begriff, den man auch positiv wenden kann. (…) Heimat bedeutet Sicherheit.« LINK

Rhein-Neckar-Zeitung, Bericht von Ingrid Thoms-Hoffmann, 29. Januar 2026. »Die politische Diskussion geriet in Gefahr, aus dem Ruder zu laufen. Wo blieb die Heimat? Erst als sich das Auditorium, leicht verärgert ob der politischen Abschweifungen, einmischte, kehrten die Diskutanten auf dem Podium zum eigentlichen Diskussionspunkt zurück. Dabei kamen gerade aus der Mitte des Publikums nachdenkenswerte Vorschläge. ›Wir müssen Begriffe wie Integration neu denken‹, mahnte eine ältere Dame. Sollen fremde Menschen hier eine Heimat finden, sollten wir uns fragen, wie wir mit zwei Kulturen umgehen. ›Wir müssen bereit sein, den Zwiespalt bei uns auszuhalten‹, forderte sie ein. Ein anderer Zuhörer bekannte: ›Deutschland war nie mein Land, weil es keine Durchlässigkeit der gesellschaftlich abgegrenzten Schichten gibt.‹ Klaus Welzel griff den Aspekt auf und ergänzte mit der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann: ›Das Ich muss seinen Platz im Wir finden.‹« LINK [€]

Badische Zeitung, Bericht von Alexandra Günzschel aus Lörrach, 2. Februar 2026. »›Heimat‹ ist für Ruhs immer jener Ort, wo die Menschen leben, mit denen sie sich wohlfühlt. Ein wenig wohler als in Norddeutschland fühle sie sich in Österreich, ergänzte sie nach kurzem Nachdenken, dies sei eine Mentalitätsfrage. Für Akrap blieb der Heimatbegriff lange Zeit abstrakt, wie sie erklärte. Dabei habe sie aber eher an Heidi gedacht, als an irgendetwas, was mit ihr selbst zu tun habe. Mit dem physischen Abstand zum Geburtsort habe sich das allmählich geändert. Und dann gebe es da noch dieses Haus am Meer in Kroatien, den Geruch nach Hundepisse, heißem Teer, Kiefern und Salz in der Luft, der bei ihr Heimatgefühle wecke.« LINK [€]

Badische Zeitung, Bericht von Juliana Eiland-Jung aus Offenburg, 2. Februar 2026. »Zaimoglu insistierte auf Individualität, blieb aber skeptisch gegenüber wohlklingenden Worten wie Heimat, nannte ›Identität‹ eine ›langweilige Sache‹, bei der man ›schnell beim Stammesdenken“ lande, und kritisierte die Kategorisierung ›Migrationshintergrund‹ als inhaltsleer. Dennoch könne er begeistert sagen: ›Deutschland ist mein Land‹. (…) Viele der Anwesenden besorgte weniger die Migration, als der erstarkende Rechtsextremismus. Aus dem Publikum wurde die AfD als ›Symptom, und nicht als Krankheit‹ bezeichnet.« LINK [€]

 

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner