Pressemitteilung vom 24. September 2026
PEN Berlin auf der Frankfurter Buchmesse 2026
PEN Berlin ist vom 7. bis 10. Oktober mit neun Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse. Den Auftakt bildet ein Gespräch der Historikerinnen Jill Lepore und Christina Morina mit Thea Dorn auf der Dialogue Stage. Von Donnerstag bis Samstag diskutieren Autor:innen, Journalist:innen und Intellektuelle am PEN-Berlin-Stand über die drängendsten politischen und gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart.
Was gefährdet die Demokratie diesseits und jenseits des Atlantiks? Wie prägt uns die Geschichte Mitteleuropas? Was vermag Religion in erschöpften Zeiten – und wann wird sie zur Waffe? Wie steht es um queeres Leben in Deutschland? Ist das Land tatsächlich zusammengewachsen? Wohin führt die allgegenwärtige Empörung? Und wie verändern Krieg und Aufrüstung unsere Gesellschaft?
Darüber sprechen Jill Lepore, Christina Morina, Radka Denemarková, Jaroslav Rudiš, Nora Bossong, Hamed Abdel-Samad, Nora Eckert, Joachim Helfer, Marco Linguri, Paula Fürstenberg, Manja Präkels, Hendrik Bolz, Eva Menasse, Shida Bazyar, Saba-Nur Cheema, Wolf Iro, Omid Nouripour, Mithu Sanyal und Simon Engel.
Und am Donnerstag, 8. Oktober, ab 16 Uhr lädt PEN Berlin zu einem Umtrunk an unseren Stand in Halle 3.0 E60 ein. Kommen Sie vorbei – wir freuen uns!
UNSER KOMPLETTES PROGRAMM:
Mittwoch, 7. Oktober 2026 · 11:00–12:00 Uhr
Dialogue Stage · Halle 4.0, Foyer
Demokratie verteidigen – aber wie?
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Kaum jemand stellt in den traditionellen Demokratien des Westens das Regierungssystem Demokratie als solches infrage. Umso heftiger ist jedoch der Streit darüber, was mit „Demokratie“ gemeint ist. Herrscht Demokratie, wenn die Mehrheit des Volkes politisch durchsetzen kann, was immer sie will? Herrscht Demokratie, wenn starke, in der Verfassung verankerte Institutionen wie das Bundesverfassungsgericht oder der Supreme Court darüber wachen, dass auch die Rechte von Minderheiten nicht verletzt werden? Und was hat es mit dem liberaldemokratischen Versprechen auf sich, ein jeder möge frei sein, sein Glück zu machen? Führt es im Zeitalter des Digitalkapitalismus nicht zu quasi absolutistischer Machtfülle in den Händen einiger weniger Tech-Unternehmer – während das Volk aufhört, ein „Demos“ im politischen Sinne zu sein, und zur leicht manipulierbaren Masse von „Usern“ und Konsumenten wird?
Jill Lepore, die wichtigste zeitgenössische US-amerikanische Historikerin, und Christina Morina, eine der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Historikerinnen, diskutieren über die Risiken und Gefährdungen der Demokratie – in den USA und hierzulande.
Mit Jill Lepore (Die Regierung der Maschinen – Aufstieg und Fall des künstlichen Staates, C.H.Beck) und Christina Morina (Das amerikanische Beben – Erfahrungen und Konsequenzen für die deutsche Demokratie, Siedler)
Moderation: Thea Dorn (PEN Berlin)
Donnerstag, 8. Oktober 2026 · 12:00–13:00 Uhr
PEN-Berlin-Stand · Halle 3.0, E60
Gastland Tschechien: Die Geister der Geschichte
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Radka Denemarková und Jaroslav Rudiš, zwei der bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen tschechischen Literatur, im Gespräch über rasende Züge, sprechende Gräber und die Frage, warum uns die Geschichte Mitteleuropas nicht loslässt.
Mit Radka Denemarková (Schokoladenblut; Kobold, Hoffmann und Campe) und Jaroslav Rudiš (Wo die Toten sprechen, Luchterhand)
Moderation: Deniz Yücel (PEN Berlin)
Donnerstag, 8. Oktober 2026 · 14:00–15:00 Uhr
PEN-Berlin-Stand · Halle 3.0, E60
Gnade uns Gott
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Alle sind müde, keiner glaubt mehr recht an irgendwas – und trotzdem ist Religion überall: in der Politik, in den weltpolitischen Konflikten, im Alltag. Nora Bossong und Hamed Abdel-Samad schauen aus verschiedenen Richtungen auf dieselbe Frage: Was macht Glaube mit uns, wenn er Halt gibt – und was, wenn er zur Waffe wird? Eine Diskussion über Sinnsuche, Macht und die Frage, wie viel Religion eine erschöpfte Gegenwart eigentlich verträgt.
Mit Nora Bossong (Welt mit anderen Mitteln. Für mehr Glauben in erschöpften Zeiten, Kösel) und Hamed Abdel-Samad (With God on Their Side, dtv)
Moderation: Paul-Henri Campbell (PEN Berlin)
Freitag, 9. Oktober 2026 · 14:00–15:00 Uhr
PEN-Berlin-Stand · Halle 3.0, E60
Queere Welt, wie geht es dir?
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Man hätte gedacht, diese sorgenvolle Frage hätte sich erledigt – hat sie aber nicht. Nora Eckert, Joachim Helfer und Marco Linguri reden über queeres Leben in Deutschland, gerade jetzt, nach dem Anschlag auf den Berliner CSD, der die Frage nach Sicherheit und Selbstbestimmung neu aufwirft. Mit Blick auf die eigene Geschichte in BRD und DDR sowie auf die Frage, welchen Raum queeres Leben im Islam finden kann, loten sie aus, wie es um Akzeptanz und Bedrohung heute wirklich steht.
Mit Nora Eckert (Der lange Weg zur Selbstbestimmung. Eine trans*Geschichte BRD/DDR, Wallstein), Joachim Helfer (PEN Berlin) und Marco Linguri (Autor und Imam)
Freitag, 9. Oktober 2026 · 16:00–17:00 Uhr
PEN-Berlin-Stand · Halle 3.0, E60
Kommen wir noch zusammen?
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Drei Menschen, ein Land, eine offene Frage: Paula Fürstenberg, Manja Präkels und Hendrik Bolz reden über das, was bleibt, wenn die große Erzählung von der Einheit längst brüchig geworden ist. Keine Nostalgie, kein Ost-West-Klischee – sondern drei Blicke auf Herkunft, Zufall und die Frage, warum man sich manchmal fremd fühlt im eigenen Land. Ein Gespräch für alle, die sich fragen, ob dieses Zusammen eigentlich je stattgefunden hat.
Mit Paula Fürstenberg (Niewiedervereinigung, Kiepenheuer & Witsch), Manja Präkels (Radiorauschen im Sternenpark, Verbrecher Verlag) und Hendrik Bolz (Aus Ruinen, Kiepenheuer & Witsch)
Moderation: Ijoma Mangold (PEN Berlin)
Samstag, 10. Oktober 2026 · 11:00–12:00 Uhr
PEN-Berlin-Stand · Halle 3.0, E60
Das deutsche Dorf
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Nachbarn, die man kennt und doch nicht kennt. Eva Menasse und Shida Bazyar schauen dorthin, wo es unangenehm wird: in die Straße, den Hausflur, das vertraute Dorf, das plötzlich fremd wirkt. In ihren aktuellen Romanen Alleinruhelage und Die Lücken erzählen beide Schriftstellerinnen von Zugehörigkeit und ihrem Gegenteil – pointiert, unbequem, ohne falsche Versöhnung. Ein Gespräch über die Frage, wer eigentlich dazugehört und wer sich das nur einbildet.
Mit Eva Menasse (Alleinruhelage, Kiepenheuer & Witsch) und Shida Bazyar (Die Lücken, Kiepenheuer & Witsch)
Moderation: Daniela Sepehri (PEN Berlin)
Samstag, 10. Oktober 2026 · 13:00–14:00 Uhr
PEN-Berlin-Stand · Halle 3.0, E60
Empören oder lieber nicht?
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Alle sind empört, dauernd, über alles. Saba-Nur Cheema, Wolf Iro und Omid Nouripour fragen sich, ob das eigentlich noch irgendwohin führt – oder ob wir uns nur gegenseitig anschreien, bis keiner mehr zuhört. Drei kluge Köpfe, drei verschiedene Antworten auf die Frage, wie man streitet, ohne dass am Ende nur noch Scherben liegen. Ein Gespräch über Wut, Haltung und die Kunst, auch mal recht zu haben, ohne dabei alles kaputt zu machen.
Mit Saba-Nur Cheema (Die Empörungsfalle, Kiepenheuer & Witsch), Wolf Iro (Was jetzt zählt, Wagenbach) und Omid Nouripour (Empört euch nicht!, Ullstein)
Moderation: Bascha Mika
Samstag, 10. Oktober 2026 · 14:00–15:00 Uhr
PEN-Berlin-Stand · Halle 3.0, E60
Krieg & Frieden
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Wie hältst du’s mit dem Krieg? Eine Frage, die man sich früher nicht stellen musste – jetzt schon. Mithu Sanyal nähert sich dem Thema literarisch-essayistisch, Simon Engel lebt es: als Offizier der Bundeswehr, für den die Frage nicht theoretisch ist. Zwei Menschen, zwei Zugänge, keine bequemen Antworten. Ein Gespräch über Pflicht, Überzeugung und die Frage, wofür man eigentlich einstehen würde, wenn es ernst wird.
Mit Mithu Sanyal (Nein. Gegen die Militarisierung der Gegenwart, Hanser) und Simon Engel (Wofür ich immer kämpfen würde, Penguin)
Moderation: Konstantin Küspert (PEN Berlin)
PEN Berlin. Wir stehen im Wort.
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