Ein Abend für Julian Assange

„Ich habe noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammengeschlossen hat, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit bewusst zu isolieren, zu dämonisieren und zu missachten.“ (UN- Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, über Julian Assange) Seit über zehn Jahren lebt WikiLeaks-Gründer Julian Assange in Unfreiheit; davon sieben lange Jahre als politischer Flüchtling in der ecuadorianischen Botschaft in London und seit 2019 in britischer Einzelhaft.

Er ist inzwischen körperlich und seelisch schwer geschädigt, ein Ende des Alptraums ist nicht in Sicht. Weil Assange mit Wikileaks US-Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan öffentlich gemacht hat, verfolgen ihn die Vereinigten Staaten mit unerbittlicher Rachsucht. Auch europäische Staaten haben sich durch Handeln (Großbritannien, Schweden) oder Unterlassen (Deutschland) mit diesem Justizskandal gemein gemacht. Darum veranstaltet PEN Berlin einen Abend für sein Ehrenmitglied Julian Assange. Denn Journalismus ist kein Verbrechen.

Diskussion mit Anke Domscheit-Berg, Bascha Mika und Deniz Yücel, Moderation: Hajo Schumacher

Anschließend Dokumentarfilm „Hacking Justice“ von Juan Pancorbo und Clara López Rubio, die an dem Abend anwesend sein wird
Sprache: Deutsch, Eintritt: 12 Euro

Eine Veranstaltung von PEN Berlin.
Wir stehen im Wort.


WORDS AGAINST VIOLENCE – FÜR SALMAN RUSHDIE

Medienberichte

Nach der Lesung im Berliner Ensemble v.l.n.r.: Eva Menasse, Thea Dorn, Can Dündar, Seyran Ateş, Deniz Yücel, Yassin Musharbash, Eren Güvercin,  Sven Regener, Priya Basil, Zoë Beck, Judith Schalansky. Nicht im Bild: Günter Wallraff. Foto: Christopher Werth

3Sat, Kulturzeit: Beitrag von Lotar Schüler und Miriam Böttger sowie Gespräch mit Seyran Ateş (alles ab Min. 15:15)

Deutschlandfunk Kultur, Studio 9, zugleich: WDR, NDR, rbb Inforadio, rbb Kultur: “So war die Solidaritätslesung für Salman Rushdie in Berlin” Beitrag von Tomas Fitzel

Deutschlandfunk, Kultur heute: Beitrag von Cornelius Wüllenkemper

Deutschlandfunk, Fazit: „Wir haben die Freiheit der Kunst gefeiert“. Interview mit Deniz Yücel

Deutschlandfunk, Studio 9: Interview mit Elke Schmitter (ab Min. 26:28)

ÖRF 1, Morgenjournal: Solidaritätsabend für Salman Rushdie in Berlin. Beitrag von Andreas Pfeifer

 

Gerrit Bartels, Tagesspiegel: “Es ist an diesem Sonntagabend im Neuen Haus des Berliner Ensembles der vielleicht eindrücklichste, bewegendste Moment, als die Berliner Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Seyran Ateş ans Pult geht und vor ihrer kurzen Lesung sagt, dass sie als gläubige Muslimin nach der Veröffentlichung von Salman Rushdies Roman „Die satanischen Verse“ nicht beleidigt gewesen sei. Und: „Weder Gott noch der Prophet sind beleidigt.“ Und dann ruft Ateş vermutlich an alle Muslime gerichtet: „Hört auf, immer beleidigt zu sein.“” Zum Artikel

Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung: “Zugleich war das die erste öffentliche Veranstaltung des neuen PEN. Sie ist geglückt. Wegen der gebotenen Sachlichkeit. Ein­gerahmt wurde die hundertminütige Leserunde von Eva Me­nasse und Deniz Yücel, der Doppelspitze von PEN Berlin. Keine Seitenhiebe gegen die Konkurrenz (…). Auch kein Selbstlob für die eigene Leistung, stattdessen Dank („mit einem Seufzer“, so Menasse) an die Personenschützer des Landeskriminalamts und die Berliner Polizei, die die Veranstaltung allgemein und einzelne Gäste speziell bewachten.” Zum Artikel

Cornelia Geißler, Berliner Zeitung: “Am Sonntagabend lesen mehrere Schriftsteller und Publizisten aus den „Satanischen Versen“, zeigen den Witz und die Fantasie des Autors. Die Verlegerin und Autorin Zoe Beck stellt „Harun und das Meer der Geschichten“ mit einem Ausschnitt vor, eine märchenhafte Allegorie auf die Lage eines Schriftstellers, der sich verstecken muss.” Zum Artikel

Jakob Hayner, Welt: “Dass Schriftsteller in Verbundenheit mit Salman Rushdie vor Publikum aus seinen Texten lesen, ist mehr als eine Solidaritätsbekundung. Es geht um die gemeinsame Grundlage des Schreibens selbst: die Freiheit des Wortes – gegenüber der Gewalt.” Zum Artikel

Felix Müller, Morgenpost: “Die Rechtsanwältin, Autorin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş und der Journalist Eren Güvercin trugen Rushdies Texte mit dem Hinweis vor, hier als gläubige Muslime auf der Bühne zu stehen – und beugten damit dem fatalen Missverständnis vor, der Attentäter könnte im Namen einer Weltreligion gehandelt haben. Spürbar wurde vor allem die zarte Schönheit der Prosa Rushdies – das wohl stärkste Argument gegen Fanatismus und Gewalt.” Zum Artikel

[Vor der Veranstaltung zum Anschlag auf Salman Rushdie]

Deutschlandfunk Kultur, 14.08.2022: „Ein wahnsinnig tapferer, mutiger und humorvoller Mann“. Interview mit Eva Menasse

SWR 2, 14.08.2022: „Salman Rushdie ist ein Schriftsteller-Held“. Interview mit Eva Menasse

NDR Kultur, 15.08.2022: „Die Freiheit des Schreibens muss absolut bleiben“. Interview mit Daniel Kehlmann

dpa, 18.08.2022: Solidaritätslesung für Salman Rushdie am Sonntag in Berlin [hier bei der BZ|

RBB Kultur, 20.08.2022: Solidaritätsledung für Salman Rushdie. Interview mit Deniz Yücel

Über uns

PEN Berlin.
Wir stehen im Wort.

Wir wollen einen neuen PEN.
Einen zeitgemäßen und diversen PEN, in dem sich auf Deutsch schreibende oder in Deutschland lebende Schriftsteller:innen und Übersetzer:innen aller literarischen und publizistischen Genres zusammenfinden.
Einen PEN von und für Kolleg:innen, die sich für Meinungsfreiheit und einen offenen Diskurs einsetzen, ohne Präsident:innen und andere Titel, mit einem paritätischen Board an der Spitze.
Einen PEN, der sich im Sinne der Charta des internationalen PEN gegen jede Form von Menschenhass wendet, dessen Mitglieder sich in den Dienst der Meinungsfreiheit stellen und die gemeinsam für eine bessere Zukunft eintreten.
Im Geiste unserer Namensgeberin Berlin, der Vielsprachigen, der Stadt, die heute für Offenheit und für die Überwindung von Grenzen steht, nennen wir uns PEN Berlin – eine NGO, die sich den Idealen der Aufklärung, der Meinungsvielfalt, der Toleranz und der Solidarität verpflichtet.
Denn die Freiheit des Wortes ist weltweit bedrohter als jemals zuvor. Immer mehr Autor:innen fürchten um ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit. Unser Fokus wird deshalb auf der materiellen und ideellen Unterstützung verfolgter Kolleg:innen liegen.
Wir brauchen diesen neuen PEN, um dem Wort, der Literatur, der Poesie und jedem anderen textbasierten Genre den Raum zu geben, der notwendig ist, um sich frei zu entfalten.
Und wir brauchen diesen neuen PEN, der gemeinsam und unabhängig von Herkunft und Haltung Missstände anprangert und denjenigen hilft, die in ihrer freien Meinungsäußerung bedroht werden.
Uns sind alle willkommen, die mit dem Wort arbeiten und bereit sind, sich uns bei diesem Vorhaben anzuschließen.
Wir stehen im Wort.

370 Personen gründen zum 10.06.2022 den PEN Berlin.